Wie es mit der Kläranlage Alpirsbach weitergeht, beeinflusst die zukünftigen Gebühren. (Archivfoto) Foto: Herzog

Alpirsbach will nach und nach vom hohen Schuldenberg herunterkommen. Wie das klappen soll, erklärte nun der Kämmerer.

Kämmerer Rolf Wöhrle stellte in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Alpirsbach die Wirtschaftspläne für die Eigenbetriebe Wasser und Abwasser vor. Im vergangenen Jahr sei ein Überschuss von 17 750 Euro erzielt worden, was auch das Ziel war.

 

Für 2025 belaufen sich die Aufwendungen auf 1,23 Millionen Euro. Die Gebühren für einen Kubikmeter Wasser stiegen von 3,95 Euro auf 4,05 Euro. In 2025 wird mit keinem Überschuss gerechnet. 495 000 Euro sollen 2025 investiert werden. Dabei sind die größten Position die Erschließung des Baugebiets Grundegert und Sulzberg-Süd sowie die Digitalisierung des Leitungsnetzes.

2028 keine Investitionen

An den Erfolgsplänen von 2026 bis 2028 zeigt sich, dass die Überschüsse sinken. Sind sie für 2026 mit 17 270 Euro vorgesehen, so werden diese voraussichtlich 2028 nur noch bei 5230 Euro liegen – und dies, obwohl die Gebühren von 4,07 Euro pro Kubikmeter in 2026 über 4,15 Euro in 2027 auf 4,21 Euro in 2028 steigen. In 2028 sind bislang keine Investitionen vorgesehen.

Die Grafik von Wöhrle zeigte, dass die Verschuldung Ende 2025 bei 3,26 Millionen Euro liegen wird. Sie steigt bis 2027 auf 3,63 und wird voraussichtlich wegen der fehlenden Investitionen auf 3,45 in 2028 sinken.

Verluste aus den Vorjahren

Zum Erfolgsplan führte der Kämmerer aus, dass voraussichtlich ein Überschuss von 167 840 Euro erzielt wird. Allerdings müsse der Überschuss an die Gebührenzahler zurückgegeben werden oder aber mit den Verlusten aus den Vorjahren verrechnet werden, was hier der Fall ist.

Die Aufwendungen werden voraussichtlich bei 2,855 Millionen Euro liegen. Bei der Gebührenkalkulation wurden zwar die Abwassergebühren für 2025 von 5,08 auf 4,70 Euro pro Kubikmeter gesenkt, allerdings stiegen die Gebühren für das Oberflächenwasser von 0,45 auf 0,53 Euro.

Abhängig von Kläranlage

Die zukünftigen Gebühren werden von der Kläranlage abhängen. Dazu sagte Amtsverwalter Norbert Beck, dass es schon Gespräche über die Leitungslösung nach Schiltach gegeben habe. Bei möglichen Kosten von insgesamt 20 Millionen Euro könne mit einer Förderung von 80 Prozent gerechnet werden.

Wie Stadtbaumeister Rudolf Müller ergänzte, fand vergangene Woche eine Schlussbesprechung mit den beteiligten Gemeinden Schiltach, Schenkenzell und Alpirsbach statt. Es werden drei Fachfirmen für die verschiedenen Lösungen angeschrieben. Es geht um die Leitung nach Schiltach sowie um die Vergrößerung und den Ausbau der dortigen Kläranlage. Vorgesehen ist auch eine gemeinsame Sitzung der beteiligten Gemeinderäte.

Beim Liquiditätsplan ergibt sich ein Finanzmittelbedarf von 2,69 Millionen Euro. Trotzdem verbleibt ein Minus von 67 890 Euro, da Kredite nur für Investitionen erlaubt sind. Für Investitionen sind 2025 die 2,69 Millionen eingeplant. Das größte Projekt ist dabei die Entwässerung des Bau- und Gewerbegebiets Höhe I.

Gebühren steigen

An Einnahmen für Investitionen sind 2025 Zuschüsse von 292 800 Euro für den Ausbau der Kläranlage mit einer mechanischen Stufe und Messgeräte eingeplant. Die Erfolgspläne für die Jahre 2026 bis 2028 enthalten keine Beträge, zumal noch keine Entscheidung zum weiteren Ausbau der Leitung nach Schiltach getroffen wurden. Allerdings sind Gebührensteigerungen für die Jahre 2026 bis 2028 eingeplant. Für das Schmutzwasser steigen die Gebühren von 3,59 auf 4,20 Euro pro Kubikmeter Abwasser an. Beim Niederschlags- beziehungsweise Oberflächenwasser steigen die Gebühren von 0,51 auf 0,60 Euro. An Investitionen sind von 2026 bis 2028 jährlich 120 000 Euro eingeplant, dies für die Lösung mit der Kläranlage.

Wöhrle berichtete zum Schluss über den Schuldenstand von 2025 bis 2028. In diesem Jahr steigt er um fast drei Millionen auf 9,13 Millionen Euro. In 2026 wird er voraussichtlich bei 8,73 Millionen Euro, in 2027 bei 8,37 Millionen Euro und 2028 schließlich auf 8,03 Millionen Euro sinken.