Auf die Zielgerade ist die achtjährige Bauperiode des Schulcampus an der Roggenbachstraße eingebogen. Rund 39 Millionen Euro sind dort investiert worden.
Schulleiterin Klaudia Droste-Acocella ist die Erleichterung anzumerken. „Ich bin seit acht Jahren hier an der Friedrich-Ebert-Schule und noch kein Jahr ohne Bauhelm“, sagt die Schulleiterin bildlich und schickt dennoch gleich einen Dank an alle anwesenden Architekten, Projektleiter und Vertreter der Verwaltung einschließlich Bürgermeister Dirk Harscher hinterher. „Es war nicht so ganz einfach im laufenden Schulbetrieb“, sagt Droste-Acocella. „Aber irgendwie ist es gegangen.“ Die Absprachen mit der Bauleitung, die Zusammenarbeit mit der Verwaltung, die wenig hilfreiche Corona-Zeit und schließlich viel Arbeit mit der Organisation – „gemeinsam hat man es irgendwie geschafft.“
Das hört Bürgermeister Dirk Harscher gern und glättet: „Das hat alles gut funktioniert.“ Auch die Kosten, die ursprünglich einmal auf rund 30 Millionen Euro für den Gesamtkomplex taxiert worden waren, sind sind den letzten Jahren bei rund 39 Millionen Euro eingefroren worden. Dabei gab es während der Bauphase - wie immer bei Altbauten - Überraschungen. Folglich überwiegen beim Rundgang zur Begutachtung des vierten und letzten Bauabschnitts durchweg zufriedene Gesichter.
Altbau war architektonische Herausforderung
Architektonisch sei der Altbau der Friedrich-Ebert-Schule eine Herausforderung gewesen. Das bestätigen die Architekten des beauftragten Büros Sennrich und Schneider schon beim Betreten des Gebäudes. Auch die städtische Gebäudemanagerin Martina Milarch räumt ein, dass mit dem „labyrinthartigen Mittelteil eigentlich niemand etwas anfangen konnte“. Sogar ein möglicher Abriss stand im Raum, doch findige Bauplanung schuf letztlich einen Mehrwert im Gebäude, der den Schülern in Form von Aufenthaltsqualität zugute kommt. 430 Schüler lernen in der Friedrich-Ebert-Schule, knapp 80 sind es in der Johann-Peter-Hebel-Schule.
Achse zwischen Alt- und Neubau geschaffen
Gleichzeitig ist es gelungen, eine Achse von Altbau zu Neubau zu schaffen sowie außerdem eine Sichtverbindung zu Schulhof und Sporthalle. Wo vormals Mauern waren, sind jetzt riesige Fensterfronten eingebaut worden, die begeistern. Der Bürgermeister steigt aufs Sims, öffnet das Fenster und macht mit seinem Handy selbst Fotos. Man spürt: Hier ist Geld gut investiert worden. Ein Aufzug als Tribut an die Inklusion der Schule ist noch nicht ganz fertig und wird die obere Etage in Kürze durch eine zusätzliche zehn Meter lange Brücke anbinden. Dort geht es in zwei Kunsträume, wo vormals die alte Mensa war. Die Erhöhung des Daches war der aufwändigste Teil des Umbaus, erläutert der Architekt.
Die neue Mensa wirkt jetzt lichtdurchflutet
Dafür ist die Mensa nach unten gezogen, wo vormals die Lehrküche war, und wirkt jetzt ebenfalls lichtdurchflutet. Ein Wort zur energetischen Versorgung: Wärme kommt vom eigenen Blockheizkraftwerk, das mit Gas betrieben wird, bis irgendwann in Zukunft einmal die Fernwärme auch an der Roggenbachstraße ankommen wird. Bei der Stromversorgung mit regenerativer Energie gab es einen Kompromiss, der vielleicht heute nicht mehr möglich wäre. Da das Dach des Anbaus saniert wurde, hätte dort Photovoltaik installiert werden müssen, obwohl die Dachfläche durch den höheren Hauptbau beschattet ist und der Denkmalschutz auf roten, heißt weniger effizienten PV-Panels bestanden hätte. Da hat einmal die Vernunft im Landratsamt gesiegt und die PV-Anlage durfte auf der Sporthalle nebenan installiert werden.
Es wurde Schall gedämmt, es wurde energetisch isoliert, es wurden neue Rettungswege gebaut. Durchlässig und offen wirkt die neue Aula, auch wenn sie noch nicht ganz fertig ist. Auch hier wurden Mauern aufgebrochen, um die Sicht frei zu machen auf das schön gestaltete Freigelände. Sogar ein Durchbruch zum Schulhof wurde geschaffen, während auf der anderen Seite eine neue Glastür eine alte Holztüre ersetzt. „Die Baukörper der Schule optisch miteinander verbinden und den Schulcampus als Ganzes wahrnehmen“, lautete die Devise.
Es wurde kostenbewusst vorgegangen
Dass gleichzeitig auch kostenbewusst vorgegangen wurde, wird am Rande betont. Dunkelbraune Regenrinnen aus Blech statt teurem Kupfer. Der Erhalt einer alten Außentreppe als Fluchtweg statt einer neuen und das Belassen eines bestehenden Fußbodens, der noch seinen Dienst tut. 18 Monate Bauzeit erforderte der vierte und letzte Bauabschnitt des Schulcampus’. Alles geschafft zu haben, sei ein gutes Gefühl, verrät Gebäudemanagerin Martina Milarch am Ende des Rundgangs. Bürgermeister Harscher blickt indes nach vorn: Als nächster Brocken steht der Umbau der Max-Metzger-Schule als Ganztagsbetrieb an. Er sagt: „Wir werden weiter in Schulen investieren.“