Die Umstellung auf eine Pelletheizung am Schulcampus Schömberg wird günstiger als zunächst kalkuliert. Gleichzeitig muss das Hallenbad für mehrere Monate schließen.
Die Sitzung beginnt heiß. Den Mitgliedern des Gemeindeverwaltungsverbands Oberes Schlichemtal (GVV) schlägt am Donnerstagabend tropisch anmutende Luft entgegen, als sie die wenigen Stufen hinunter in den Heizungsraum des Schulcampus gehen. Noch werden die Gebäude mit Öl geheizt, im Laufe der kommenden Monate soll sich das ändern. Geplant ist bekanntlich die Umstellung auf eine nachhaltige Pelletheizung (wir berichteten). Von der Sanierung betroffen sind neben der Werkrealschule und der Realschule auch das Schlichembad, die Sporthallen sowie weitere angeschlossene Gebäude.
Aktuell besteht die Heizungsanlage aus zwei Ölkesseln mit Leistungen von 545 Kilowatt (Baujahr 1991) und 720 Kilowatt. Diese sollen durch eine moderne, klimafreundliche Wärmeerzeugung ersetzt werden. Der Gesamtwärmebedarf des Campus liegt bei rund 505 Kilowatt und umfasst sowohl die Gebäudeheizung als auch Lüftungsanlagen sowie die Beckenwassererwärmung des Hallenbades. Eine Besonderheit der Anlage ist das hohe erforderliche Temperaturniveau, da viele Bereiche – wie Duschen, Schwimmbad und Heizkörper – hohe Vorlauftemperaturen benötigen.
Neue Anlage für Schlichembad
Der Geschäftsführer des Planungsbüros, Martin Westhauser, bezifferte die Kosten für eine Pelletheizung ursprünglich auf rund 850.000 Euro. Andere Varianten würden hingegen mehr als 1,5 Millionen Euro kosten, während die Hackgutlösung sogar über 2 Millionen Euro erreichen könnte. Bei der jüngsten Sitzung des GVV gibt es aber Grund zum Aufatmen: Jörg Hiersemann, der den Sachbereich „Bau“ betreut, hatte gute Nachrichten im Gepäck. Die neue Heizungsanlage werde „wesentlich günstiger als die ursprüngliche Schätzung des Heizungsplaners.“
Nach aktueller Kalkulation liegt die Summe ganze 314.000 Euro darunter. „Das ist aber nur eine Momentaufnahme“, schiebt Hiersemann am Donnerstagabend hinterher. Doch nicht nur die zentrale Heizungsanlage wird erneuert. Auch im Bereich des Hallenbades sind Investitionen geplant. So soll die Warmwasserbereitung künftig über eine moderne Frischwasserstation erfolgen. Ergänzend ist der Einbau eines Pufferspeichers vorgesehen, um die Wärme effizienter zu nutzen. Mit der erzielten Einsparung im Bereich der Heizungsanlage könne das Vorhaben nun vorgezogen werden, so der Vorschlag von Hiersemann und der Vorsitzenden Marion Maier. Für die Modernisierung der Warmwasserbereitung im Hallenbad – einschließlich Frischwasserstation und Pufferspeicher – werden nach aktueller Kalkulation rund 40.000 Euro veranschlagt. „Das Projekt könnten wir in diesem Jahr mitmachen.“ Das Gremium entschied sich einstimmig dafür.
Bis November geschlossen
Das Schlichembad wird im Zuge der anstehenden Modernisierungsarbeiten an der Heizungsanlage des Schul- und Sportcampus für mehrere Monate geschlossen. Ursprünglich war eine Schließung ab Mitte Juni vorgesehen, inzwischen hat sich der Beginn der Maßnahme jedoch um rund zwei Wochen verzögert. Nach aktuellem Stand soll das Hallenbad voraussichtlich bis Anfang November keinen Badebetrieb ermöglichen. Das lasse sich nicht vermeiden, so Hiersemann. Wichtiger sei es zunächst, dass die Klassenräume richtig beheizt werden.
Mit der umfassenden Erneuerung der Heizungs- und Warmwassertechnik verfolgt der Gemeindeverwaltungsverband das Ziel, den Schul- und Sportcampus langfristig energieeffizient und klimafreundlich aufzustellen. Gleichzeitig bedeutet die Bauphase jedoch erhebliche Einschränkungen für den Betrieb des Hallenbades und der angrenzenden Einrichtungen. Wenn die Arbeiten planmäßig abgeschlossen werden, soll der Campus im Anschluss wieder zuverlässig und modern versorgt werden.