So sieht es in einem Klassenzimmer aus Containern in der Zellerschule Nagold aus. Foto: Aleksandar Mitrevski

Baustelle Zellerschule: Während auf der einen Seite der Straße der Altbau abgerissen wurde, müssen sich die Kinder der Nagolder Grund- und Gemeinschaftsschule gegenüber in Containern an die neuen Gegebenheiten anpassen. Wir durften in eines dieser Container-Klassenzimmer reinschauen.

Ein bisschen ungewohnt sei es schon, muss Rektor Ulrich Schubert zugeben. Die Bedenken, im Vorfeld zahlreich. Seit August 2024 gibt es das Gebäude der Zellerschule in alter Form nicht mehr. 2026 soll der Neubau stehen, bis 2027 der noch vorhandene Westflügel saniert werden. So lange brauchte es ein Alternativkonzept.

 

Das war schnell gefunden: Noch in den Sommerferien standen die Ersatzcontainer. Vier Container pro Klasse, für insgesamt acht Klassenzimmer, Verwaltungsräume, Sanitäranlagen sowie ein überschaubares Lehrerzimmer. Die Klassen 7 und 8 sind im Otto-Hahn-Gymnasium untergebracht, Klasse 9 lernt im Zellerstift und für die 10. Klasse sind Räumlichkeiten im Obergeschoss der Stadthalle angemietet – 420 Schülerinnen und Schüler, 45 Lehrkräfte.

Schubert sei geraten worden, seine Lehrkräfte auf eine schwierige Zeit einzustimmen. Ein hohes Maß an Resilienz sei gefordert. Viele organisatorische Herausforderungen, die Umstellung für die Kinder oder gar ein problematischer Platzmangel, alles Gedankenspiele, die ihn vorher nicht wirklich beschäftigt hätten. Kam es so schlimm, wie befürchtet?

Kinder und Eltern sind zufrieden

Die Kinder haben sich jedenfalls schnell an die neuen Umstände gewöhnt. Schubert erzählt, wie verblüfft einige der Eltern gewesen waren. Die Kinder kämen begeistert nach Hause, sprechen von ihren schönen neuen Unterrichtsräumen. „Wir hatten schon Eltern zu Besuch hier, die sich die Container unbedingt anschauen wollten.“ Die Eltern sind überzeugt, die Kinder kommen gut mit den Räumen klar.

In der vierten Klasse läuft es super, die Lehrerin ist überzeugt von den Räumlichkeiten, fährt ein etwas anderes Sitzplatzkonzept. Der Container bietet somit auch Alternativen, Raum für Neues. Die Umstände haben laut Schubert auch die Digitalisierung in der Schule vorangetrieben. Bei den Kollegen fehle jedoch der Raum zum Austausch, beklagt er. Das provisorische Lehrerzimmer sei dafür viel zu klein. Mittwochs nehmen sie sich daher die 6. Stunde für eine Konferenz frei.

Verkehrssituation hat sich verbessert

Der Schulhof auf dem Parkplatzgelände sieht eingezäunt weniger einladend aus, für die Kinder sei das aber kein großes Problem. Sie rennen im Kreis, können sich zur großen Pause mächtig austoben. Der Platz sei etwas erweitert worden. Mehr Sicherheit, vor allem vor dem Straßenverkehr.

Genug Möglichkeiten zum Spielen seien erst kürzlich aufgestellt worden. Ein Basketballkorb, Fußballtore oder Felder für Twister und Mensch ärgere dich nicht. Der Renner bleibt aber der Container. Die Kinder spielen verstecken, zu entdecken gibt es viel. „Vorsorglich haben wir ein Extra-Blech am Boden eingebaut, damit da niemand runterkrabbeln kann.“ Bei den Grundschülern sei mit allem zu rechnen. Und bei dem sichtbaren Entdeckungsdrang der Schüler, keine schlechte Idee.