Auf der grünen Wiese zwischen Sommenhardt und Zavelstein könnte bis 2026 ein großer Bildungscampus entstehen. Foto: Buck

Es zeichnet sich Großes ab in Bad Teinach-Zavelstein. Denn Stadt und Landkreis wollen womöglich zusammenspannen, um den Bildungscampus in Sommenhardt zu erweitern. Doch bis die Bagger rollen, dauert es noch, bisher ist alles "nur" eine vage Idee.

Bad Teinach-Zavelstein - Zwischen den beiden Bad Teinach-Zavelsteiner Teilorten Sommenhardt und Zavelstein wird sich etwas tun. Einst war dort ein Grundstück nahe des Konsul-Niethammer-Kulturzentrums von der Waldorfschule Calw als Erweiterungsstandort ins Auge gefasst worden. Doch daraus wurde bekanntlich nichts, die Bildungseinrichtung aus der Hesse-Stadt hat bis heute noch keine finale Standortlösung gefunden.

 

Behelfscontainer reichen nicht ewig

Doch jetzt soll das "Ex-Waldorfschulengrundstück", wie es Bad Teinach-Zavelsteins Bürgermeister Markus Wendel kurzerhand betitelt, doch noch einer Bebauung zugeführt werden. Im Übrigen auch einer, die etwas mit Schule zu tun hat. Der Plan: Die Karl-Georg-Haldenwang-Schule (KGHS) soll dort erweitern und so ihren gesteigerten Platzbedarf erfüllen können. Schon jetzt sind auf dem Schulgelände Behelfscontainer aufgestellt, um die beengte Situation zu entlasten. Doch das ist zum einen keine dauerhafte Lösung und zum anderen auch nicht ausreichend. Das sieht auch der Landkreis Calw als Träger der Schule so, wie Pressesprecherin Janina Müssle mit Blick auf die Container mitteilt: "Diese werden seit Beginn des Schuljahres 2021/22 genutzt. Sollten die Prognosen weiter steigender Schülerzahlen eintreffen, müsste weiterer Raumbedarf geschaffen werden, da dann die Unterrichtsräume im Bestandsgebäude und in den mobilen Klassenräumen nicht mehr ausreichen werden."

Auch Kleinkindbetreuung mitdenken

Hinzu kommt, dass ab 2026 der Anspruch auf Ganztagesbetreuung auch in Baden-Württemberg greift. Die Stadt Bad Teinach-Zavelstein muss also im Grundschulbereich aufrüsten. Letztere Schulart ist eben genau an diesem Standort zwischen Zavelstein und Sommenhardt vertreten. "Außerdem muss man auch noch an das Thema Kleinkindbetreuung denken", merkt Bürgermeister Markus Wendel an. Im vergangenen Jahr gab es in Bad Teinach-Zavelstein, zumindest für die Verhältnisse der doch eher kleinen Stadt, einen wahren Baby-Boom. 37 Geburten zählte man im Rathaus, durchaus eine beachtliche Zahl im Vergleich zu den Vorjahren, ordnet Wendel ein. Klar ist: "Der Bedarf nimmt zu."

Und jetzt kommt das Grundstück in Sommenhardt ins Spiel: Gemeinsam mit dem Landkreis Calw als Träger der KGHS könnte man sich im Bad Teinach-Zavelsteiner Rathaus ein interkommunales Schulbauprojekt vorstellen, um die Bedarfe beider Schulen und der Kleinkindbetreuung zu decken. Man hätte quasi gleich drei Fliegen mit einer Klappe, respektive einem großen Bau, erschlagen. Das Problem an der Sache ist der Konjunktiv. "Es laufen Gespräche mit dem Kreis", erklärt Wendel. Doch bis auf die Lage des Grundstücks weiß man quasi noch gar nichts. "Wir sind in Phase eins des Projektes. Zunächst müsste im Flächennutzungsplan eine Gemeinbedarfsfläche geschaffen werden", skizziert der Rathauschef die nächsten Schritte.

Landkreis zeigt sich offen

Und auch der Landkreis "steht dieser Idee grundsätzlich positiv gegenüber", lässt Müssle verlauten. Wendel sei es gewesen, der mit dem Vorschlag an den Landkreis herangetreten sei, weiß die Pressesprecherin. Aber auch Dinkelaker weiß noch nicht mehr zu berichten: "Da hierzu noch keine Gremienbeschlüsse gefasst worden sind, befindet sich das Projekt noch ganz am Anfang. Insofern kann auch noch keine Aussage zur Dimension des möglichen Bauprojekts getroffen werden, noch gibt es dazu eine Kostenschätzung." Alle Beteiligten haben aber auch noch eine Weile Zeit – der Ganztagesbetreuungsanspruch im Grundschulbereich greift erst ab dem Schuljahr 2026/2027.