Noch kann durch die Lücke bis zum Kirchturm geblickt werden. Der Anbau erfolgt im 90-Grad-Winkel zum Grundschulgebäude. Foto: Schmidt

Der Schulanbau vereint Betreuung und Kindergarten. Der Gemeinderat brachte den Bauantrag auf den Weg.

Der Villingendorfer Gemeinderat gab einstimmig grünes Licht für die Erweiterung des Schulareals.

 

Der geplante Anbau besticht durch ein durchdachtes Synergie-Konzept, das die Schule direkt mit der Ganztagesbetreuung vernetzt und gleichzeitig einen geschützten Raum für die Jüngsten schafft.

Enge Verzahnung

Sascha Müller (Architekturbüro ktl, Rottweil) präsentierte dem Gemeinderat die Pläne für den Erweiterungsbau an die Grundschule. Der wesentliche Vorteil des Entwurfs liegt in der engen Verzahnung mit dem Bestand: Über den zweiten Stock der Grundschule können die Schüler künftig auf direktem Wege in die Räumlichkeiten der Ganztagesbetreuung wechseln.

Diese barrierefreie Verbindung schafft kurze Wege im Schulalltag und lässt Schule und Betreuung zu einer funktionalen Einheit zusammenwachsen.

Räumliche Trennung

Das Untergeschoss bietet dagegen einen geschützten Bereich für den Kindergarten. Durch die räumliche Trennung der Stockwerke erhalten die Kindergartenkinder ihren eigenen, ruhigen Wirkungsbereich, während oben der lebendige Schul- und Betreuungsbetrieb stattfindet.

Bürgermeister Marcus Türk reagierte auf Nachfrage von Thomas Schmider, dass die Aufteilung der Räume im Vorfeld detailliert mit der Schule sowie dem künftigen Personal der Betreuungseinrichtungen mehrmals abgestimmt wurde. Alle Beteiligten zeigten sich mit der Planung einverstanden.

Der Anbau in Holzfassade soll im Untergeschoss in Massivbauweise und im oberen Stockwerk in Holzbauweise errichtet werden.

Diskussion über Dachform

Für Philipp Grieshaber stellte sich die Dachform als zentraler Diskussionspunkt dar. Er wünsche sich ein Pultdach, da ein Flachdach nach seiner Erfahrung „kein halbes Jahrhundert“ überlebe. „In dieser Zeit muss es sicher zweimal saniert werden.“ Sascha Müller reagierte mit dem Hinweis auf den heutigen Qualitätsstandard und wurde in seiner Einschätzung von Energieberater José Garcia unterstützt. Zudem ermögliche das Flachdach einen unkomplizierten Anschluss an das bestehende Schulhaus und könne begrünt werden.

Vorhaben im Außenbereich

Auch im Außenbereich werden klare Prioritäten gesetzt, wie auf Nachfrage von Sandra Mei zu erfahren war: Die bisherige Schulgarten wird künftig in weiten Teilen den Kindergartenkindern zur Verfügung stehen. Für die Schüler verbleibt lediglich ein kleinerer Restbereich. Für den ungestörten Schulunterricht ist die Pflanzung von Hecken als Sicht- und Lärmschutz vorgesehen.

Mit dem einstimmigen Beschluss ist die Verwaltung nun beauftragt, das Verfahren einzuleiten.