Die Könige sind (von links): Volker Wendt, Luitgard Hahn und Marcus Uhde. Foto: Schützenverein 1922 Schiltach

Die Mitglieder des Schützenverein 1922 Schiltach haben ihr traditionelles Königschießen um die wertvollen Königsketten 2025 sportlich und erfolgreich durchgeführt.

Zur Proklamation der Könige und zur Siegerehrung hat die Vorstandschaft in Lokal „Zum Frieder“ eingeladen

 

Bei der Begrüßung durch den Oberschützenmeister Rüdiger Haas gab es einen historischen Einblick in den Ursprung des Schützenwesens.

Der Ursprung liegt mehr als 1000 Jahre zurück. Bereits im Jahr 955 wurden niedersächsische Bogenschützen eingesetzt.

Otto der Große brauchte sie zu kriegerischen Zwecken. Hier war es der Feldzug gegen die Wenden.

Auch in den nachfolgenden Jahrhunderten blieben Pfeil und Bogen, beziehungsweise die Armbrust bedeutsam, insbesondere bei der Verteidigung von Städten.

So bildeten sich Gilden heraus, die die militärische Ausbildung der Einwohner übernahmen.

Satzungen regelten, unter welchen Bedingungen die Bürger in die Vereinigungen eintreten konnten.

Abhalten von Schießübungen

Dazu zählten die regelmäßige Abhaltung von Schießübungen, die Überprüfung der Waffen sowie den Höhepunkt des Jahres: die Durchführung des Schützenfestes.

Bei diesem jährlichen Wettkampf wurden dann die besten Schützen ermittelt und der Gewinner wurde als Schützenkönig geehrt. Der Titel war sehr ehrenvoll, weil er die Verteidigungsbereitschaft der Dorfgemeinschaft symbolisierte.

Des Weiteren waren Vorschriften zum moralischen Verhalten vorgegeben, wie beispielsweise das Verbot der Gotteslästerung, des Zankens, des Fluchens und des Schlagens.

Verboten waren auch das Würfeln und das Kartenspielen. Verstöße wurden mit Bier– oder Geldstrafen geahndet.

Darüber hinaus erfüllten die Schützengesellschaften auch religiöse Funktionen.Sie begleiteten die verstorbenen Mitglieder zu ihrer Ruhestätte.

Es war Sitte, dass die jungen Schützen den Sarg trugen.

Bei Prozessionen stellte die Schützengesellschaft die Ehren- beziehungsweise die Schutzwache.

Als Patron der Schützen gilt der heilige Sebastian.

Seit dem 17. Jahrhundert benutzte man zunehmend Feuerwaffen – natürlich auch bei Wettkämpfen.

Schießen auf einen Vogel

Sieger war der Schütze mit der höchsten Trefferzahl, zuweilen auch der mit dem besten Schuss.

Anfänglich wurde auf einen nachgebildeten Vogel geschossen, dieser Tradition folgte der Schuss auf die Scheibe.

Aus dieser Tradition folgt der heutige Spruch: „der hat den Vogel abgeschossen“.

Nach der Verteilung der Preise folgte ein geselliges Zusammensein das nicht selten furchtbar ausartete.

Wegen der militärischen Bedeutung förderten die Ratsherren der Städte die Schützenvereine und statteten sie gelegentlich mit Land aus oder unterstützten sie beim Bau eigener Schützenhöfe.

Der durch die Weiterentwicklung der Militärtechnik bedingte Niedergang der Schützengesellschaften wurde im 19. Jahrhundert abgefangen durch die neue Organisationsform der Vereine.

Die Gründung des Deutschen Schützenbundes 1861 in Gotha war Ausdruck einer national verstandenen Wehrbereitschaft.

Nach der Begrüßung zur Veranstaltung übernahm der Sportleiter Carsten Sonntag die Siegerehrungen. Ausgezeichnet wurden Luitgard Hahn (10 Meter), Volker Wendt (25 Meter), und Marcus Uhde (50 Meter).