Mehrere Projektile trafen das Autohaus in der Grabenäckerstraße in Schwenningen. Foto: Marc Eich

Zwei Schwenninger Autohäuser werden beschossen, mehrere Projektile durchschlagen die Fenster. In der Nähe sichert die Polizei Blutspuren. Der Schock sitzt tief – was steckt dahinter?

„Es hätte auch jemand von unserer Nachtschicht dort sitzen können.“ Sichtlich geschockt berichtet der Geschäftsführer eines Autohauses mit angegliedertem Abschleppservice in der Grabenäckerstraße von den mysteriösen Vorfällen, die nicht nur für Angst und Schrecken sorgen, sondern der Polizei derzeit wohl ein Rätsel stellen.

 

Bereits in der Nacht auf Donnerstag kam es zu Schüssen auf zwei Autohäuser in direkter Nachbarschaft in Schwenningen. Wie die Polizei in einer Mitteilung erklärt, hatten offenbar gleich mehrere Anwohner rund um die Villinger Straße gegen 2.30 Uhr Schussgeräusche gehört und die Polizei alarmiert.

Diese überprüfte unverzüglich den betroffenen Bereich, konnte aber zunächst nichts Auffälliges feststellen. Doch die Anwohner hatten sich nicht getäuscht: Tatsächlich sind in dem Gebiet Schüsse gefallen – und zwar aus einer scharfen Schusswaffe.

Am Donnerstagmorgen, als die Händler in ihre Autohäuser kamen, entdeckten sie den angerichteten Schaden. Fenster wurden durchschossen, Autos beschädigt. „Zudem fand die Polizei Patronenhülsen im Bereich der Straße“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung des Polizeipräsidiums Konstanz.

Acht oder neun Einschusslöcher an der Scheibe

Wie unsere Redaktion erfuhr, sicherte die Kriminaltechnik über Stunden hinweg Spuren rund um die beiden Tatörtlichkeiten. Beamte führten zudem Befragungen durch. Beim Autohaus in der Grabenäckerstraße waren die Schäden zunächst nicht aufgefallen, wie der Geschäftsführer im Gespräch mit unserer Redaktion berichtete. „Erst als die Polizei vom anderen Autohaus kam, haben wir das entdeckt“, erklärt er.

An den Schaufenstern des Betriebs, die sich an der Ecke Schonacher Straße befinden, sind die Einschusslöcher deutlich zu sehen. „Das sind acht oder neun Stück“, erklärt er. Dabei wurden auch Fahrzeuge beschädigt. Verletzte gab es glücklicherweise keine – unter anderem deshalb, weil die Nachtschicht des angegliederten Abschleppunternehmens zum Tatzeitpunkt nicht besetzt war.

Geschäftsführer steht vor einem Rätsel

Doch was steckt hinter den scharfen Schüssen: eine Warnung an Autohändler? Rivalitäten zwischen konkurrierenden Unternehmen? Oder schlicht mutwillige und zugleich wahnsinnige Zerstörung? Der Betroffene kann es sich nicht erklären. „Wir stehen vor einem großen Fragezeichen.“

Für ihn und seine Mitarbeiter steht derzeit vor allem im Vordergrund, den tief sitzenden Schock zu verarbeiten. Ein mulmiges Gefühl dürfte in den kommenden Tagen jedoch bleiben, wenn die Mitarbeiter hinter der durchlöcherten Schaufensterscheibe sitzen.

Blutspur am Weg zwischen Villingen und Schwenningen

Auch beim Autohaus in der Villinger Straße, das erst kürzlich aus Villingen hierhergezogen ist, sind die Schäden sichtbar. Von der Hauptstraße aus dürfte auf die Fensterfront geschossen worden sein. Den betroffenen Bereich haben die Verantwortlichen bereits gesichert, sodass die Einschusslöcher nicht mehr zu sehen sind. Zu den Vorfällen will man dort jedoch keinen Kommentar abgeben.

Zwischen dem Schwarzwald-Baar-Klinikum und dem Ortseingang Schwenningen sind Blutspuren gesichert worden. Foto: Marc Eich

Mysteriös: Nur wenige hundert Meter von den Tatorten entfernt – auf dem Fuß- und Radweg zwischen dem Schwarzwald-Baar-Klinikum und dem Ortseingang Schwenningen – sicherten Polizeibeamte am Freitagvormittag Blutspuren. Ob sie mit den Schüssen auf die Autohäuser in Verbindung stehen, ist derzeit offen.

Polizei sucht Zeugen

Die Ermittlungen des Kriminalkommissariats Villingen laufen auf Hochtouren. Laut den Beamten sind die Hintergründe bislang unklar. Zeugen, die etwas zu den Schüssen sagen können, werden gebeten, sich mit der Polizei in Schwenningen (07720/85000) in Verbindung zu setzen.