Die Schülerzahlen an der Wittum-Schule sind deutlich höher als erwartet. So hoch, dass auch die Interimslösung Container den Bedarf nicht decken kann. So geht es nun weiter.
Bedeuten steigende Schülerzahlen an den sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ), dass die Inklusion an allgemeinbildenden Schulen gescheitert ist? In Schramberg jedenfalls führen sie dazu, dass eine Erweiterung der Wittum-Schule notwendig wird.
Die Frage hatte SPD-Kreisrat Berthold Kammerer, verblüfft von den steigenden Schülerzahlen, im Kreisschulausschuss aufgeworfen. Landrat Wolf-Rüdiger Michel wertete diesen Umstand vielmehr als positives Feedback für die an der Schule geleistete Arbeit. Zuwächse an SSBZ-Schulen seien außerdem ein allgemeiner Trend, war von der Kreisverwaltung zu hören.
Viele Quereinsteiger
Im Sommer wird die Anzahl der Wittum-Schüler laut Rektor Olaf Rink von 54 auf 62 ansteigen, was zehn Klassen entspricht. Dabei seien nur drei Schulanfänger, die anderen Quereinsteiger von anderen Schulen.
Damit wird es nun trotz Containeranlage mit zwei Klassenräumen, Toiletten und einem Differenzierungs- und Aufenthaltsraum, die vor wenigen Jahren als Interimslösung angeschafft wurde – damals ging man von 47 Schülern aus – eng. Und wenn sich die Entwicklung von diesem Schuljahr auch nur annähernd so fortsetze, werde die Anzahl der Schüler noch einmal ansteigen, so Rinks Prognose.
Mehr als 280 Quadratmeter fehlen
Gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt wurde festgestellt, dass etwa 280 bis 325 Quadratmeter Raumbedarf bestehen. Mit den 163 Quadratmetern der Containeranlage könne das nicht abgedeckt werden, hieß es im Ausschuss.
Der Vorentwurf eines Architekturbüros aus 2024 sah zur Erweiterung eine Teilunterkellerung in massiver Ausführung und oberirdisch Holzbauweise vor. Das Erdgeschoss sollte ebengleich zum Bestand ausgeführt und an diesen durch Verbindungsgänge angebunden werden, heißt es in der Sitzungsvorlage.
Bei Baukosten von geschätzt rund 3,1 Millionen Euro belaufe sich die Höhe einer möglichen Förderung auf etwa 810 000 Euro.
Umsetzung für 2026 vorgesehen
Momentan prüfe man, ob ein anderer Raumzuschnitt oder eine Vollunterkellerung mehr Platz schaffen könnten, meinte Claudia Lehotkay vom Amt für Schule und Bauen. Man werde auch beobachten, ob sich der Trend steigender Schülerzahlen verfestige, oder ob es letztlich eine Art Sondereffekt gewesen sei.
Nun soll ein angepasster Entwurf für rund 10 000 Euro erstellt werden. Das Projekt will der Landkreis in den Haushaltsplanentwurf für 2026 aufnehmen. Ob zusätzlich weitere Interimslösungen nötig sein werden, wird sich zeigen.