Seit Januar fährt kein Schülerbus mehr nach Käsacker, Vogelbach, Lütschenbach und Kaltenbach. Eine Lösung gibt es aktuell nicht.
Wie Bürgermeister Mario Singer in der jüngsten Gemeinderatssitzung feststellte, habe die Gemeinde nach wie vor keinen Kontakt mit dem mit dem Schülertransport beauftragten Kanderner Unternehmen. Die Verwaltung habe lediglich erfahren, dass dessen Fahrer erkrankt sei.
Ob das Problem spätestens mit dem Fahrplanwechsel der SWEG ab 15. Dezember behoben sein wird, ist derzeit unklar. Wie Hauptamtsleiter Patrick Seemann auf Anfrage unserer Zeitung sagte, gebe es zwar die Zusage des Landkreises Lörrach auf eine bessere ÖPNV-Anbindung der Ortsteile ab Dezember, doch: „Der künftige Busfahrplan liegt uns noch nicht vor.“ Somit könne noch nicht überprüft werden, ob die Fahrzeiten des Linienbusses mit den Schulzeiten zusammen passen.
Eltern fahren selbst
Derzeit organisieren Eltern die Schülerbeförderung selbst. Das Landratsamt, sagte Bürgermeister Singer, habe ihm mitgeteilt, es könne kein anderes Busunternehmen mit der Schülerbeförderung beauftragen. Laut Seemann laufe zudem der Vertrag der Gemeinde mit der Firma noch bis Mitte September.
Einen generellen Anspruch auf Schülerbeförderung gibt es in Baden-Württemberg laut Landesschulgesetz nicht. Allerdings können Schulträger wie etwa die Gemeinde Malsburg-Marzell einen freigestellten Schülerverkehr einrichten für Situationen, in denen kein regulärer ÖPNV zur Verfügung steht.
Zuschuss deckt die Kosten nicht
Der Landkreis bezuschusst das mit einem Höchstbetrag von 1400 Euro pro Schüler und Schuljahr. Dieser Zuschuss decke jedoch die Kosten nicht und die Gemeinde habe keine Mittel, um einen Schülerbusverkehr für die Ortsteile einzurichten, stellte Singer klar: Eine solche Freiwilligkeitsleistung der Gemeinde würde den finanziellen Rahmen sprengen.
Eine Lösung könnte ein Pool von fünf bis sechs ehrenamtlichen Fahrern sein, die bis Dezember die Schülerbeförderung mittels einem von der Gemeinde bereit gestellten Kleinbus übernehmen. Fünf bis sechs Fahrer müssten es schon sein, sagte Singer, um die Einsatzzeiten auf mehrere Schultern zu verteilen. Die Fahrzeit betrage je eine Stunde morgens und mittags.
Eigenen Bus: erstmal finden
Ein solcher Bus müsste erst mal gefunden werden, sagte Hauptamtsleiter Seemann auf Anfrage dazu. Und fände man ihn, etwa im Bestand der Gemeinde, müsse der Bus sodann für Schülertransporte ertüchtigt werden. Der Gemeindehaushalt 2026 sei mittlerweile von der Kommunalaufsicht genehmigt worden, somit könne der Gemeinderat theoretisch einen entsprechenden Beschluss in einer kommenden Sitzung fassen.
Eines müsse dabei allen klar sein, sagte Seemann: „Wenn wir für einen Bus etwas ausgeben, fehlt es an anderer Stelle.“