Vor knapp über einem Jahr ist eine Schreinerei in Albstadt-Laufen über Nacht komplett ausgebrannt. Bislang unklar waren die Brandursache und Schadenshöhe – beides wurde inzwischen ermittelt.
Es waren dramatische Szenen, die sich am 8. Januar 2024 in Laufen abspielten: In jener Montagnacht ist die Schreinerei Gonser in Laufen in Brand geraten; die Flammen fraßen sich vom Keller aus bis zum Dachstuhl durch und schon aus der Ferne war die dicke Rauchwolke nicht zu übersehen gewesen.
Ein Rückblick: Die Feuerwehr Albstadt war gegen 21.20 Uhr zu einem Kellerbrand mit starker Rauchentwicklung gerufen worden, mit Personen im Gebäude. Diese Personen – eine Familie mit vier Kindern – hatten das Gebäude aber rechtzeitig verlassen können.
Der Brand stellte die Albstädter Wehr vor mehrere Herausforderungen
Indes gestaltete sich die Brandbekämpfung für die Feuerwehren als Herausforderung: Ein Löschangriff von innen musste abgebrochen werden – zu groß war die Gefahr, dass die Zwischendecke einbrach, hatte Kreisbrandmeister Sven Röger damals erklärt.
Der Löschangriff von außen wurde durch einen Bagger der Firma Korn Recycling unterstützt. Zwischenzeitlich ging aber ein Bauteil kaputt und es musste auf Ersatz gewartet werden.
Anwohner und Inhaber verfolgten geschockt das Geschehen
Auch die Versorgung mit Löschwasser stellte sich als schwierig heraus – der Behälter der Stadtwerke leerte sich schneller als dass er sich füllte. Abhilfe schaffte hier ein Fahrzeug der Pfeffinger Wehr, welches Wasser aus offenen Gewässern entnahm. Derweil ließen Löschwasser und klirrende Kälte den Nackenschutz an den Feuerwehrhelmen starr gefrieren.
Schlussendlich konnten die Wehrleute aber nicht verhindern, dass die Schreinerei komplett ausbrannte. Während die Feuerwehren ein Übergreifen der Flammen auf andere Gebäude verhinderten, beobachteten Anwohner das Geschehen. Unter ihnen war auch Jörg Gonser, der geschockt und sprachlos mit ansehen musste, wie seine Schreinerei in Flammen aufging.
Bevölkerung wurde via Apps vor den giftigen Rauchgasen gewarnt
Weil eine Bevölkerungswarnung hinausgegangen war, hatten sich auch Steve Mall, damals Finanz- und inzwischen Sozialbürgermeister von Albstadt, und Landrat Günther-Martin Pauli vor Ort eingefunden. Die Löscharbeiten dauerten bis zum Mittag des Folgettages an; zwei Leichtverletzte – ein Feuerwehr-Mitglied und einer der Hausbewohner – wurden in Kliniken gebracht.
Die Ermittlungen zur Brandursache hatte das Polizeirevier Albstadt aufgenommen; der Gesamtschaden wurde damals grob im Hunderttausend Euro-Bereich verortet. Inzwischen sind die Ermittlungen abgeschlossen, teilt die Staatsanwaltschaft Hechingen auf Anfrage mit.
Brandursache war wohl ein technischer Defekt an einer Absauganlage
Laut den Ermittlungsergebnissen ist der Brand wohl nahe einer Absauganlage im Keller der Schreinerei ausgebrochen. Mit dieser Anlage wurden Abfallprodukte, zum Beispiel glimmende oder glühende Holzspäne, abgesaugt.
„Es ist daher mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem technischen Defekt als Brandursache auszugehen“, schreibt Pressesprecherin Jasmin Eppler. Hinweise auf eine fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung haben sich nicht ergeben.
Weiterhin unklar ist die genaue Schadenshöhe – dürfte sich Schätzungen aus den Ermittlungen zufolge aber im Bereich von rund 750 000 Euro bewegen, meint Eppler.