Als Gesellenstück hat David Grußer ein TV-Board gefertigt, das zu seinem Abschneiden als Jahrgangsbester beigetragen hat. Foto: Helen Moser

Unter den Schreinergesellen der Innung Schwarzwald-Baar ist er in diesem Jahr der Beste: David Grußer hat seine Ausbildung als Innungssieger abgeschlossen. Eine besondere Leistung – vor allem, da seine Ausbildung nicht immer nach Plan lief.

Eigentlich wollte Georg-Achim Aberle, Inhaber der gleichnamigen Schreinerei in Peterzell, es in diesem Jahr ruhiger angehen lassen. Nachdem Sandra Ohnmacht ihre Ausbildung, die sie in der Schreinerei absolvierte, im vergangenen Jahr als Jahrgangsbeste abgeschlossen hatte, stand in diesem Jahr keine Gesellenprüfung auf dem Plan – eigentlich.

 

Schließlich kam es jedoch ganz anders als ursprünglich geplant: Denn mit dem 25-jährigen David Grußer aus Mönchweiler hat die Scheinerei Aberle einmal mehr einen frischgebackenen Schreinergesellen vorweisen – und einmal mehr ist es ein Jahrgangsbester.

„Das ist alles andere als selbstverständlich“, freut sich Aberle über die ausgezeichneten Leistungen seiner Auszubildenden. In den 25 Jahren seit Gründung der Schreinerei ist Grußer bereits der fünfte Innungssieger von neun Auszubildenden, blickt Aberle zurück.

Doch dass er der zweite Jahrgangsbeste in Folge im selben Betrieb ist, ist nicht das einzig Außergewöhnliche an Grußers Geschichte. Denn er wechselte erst im vergangenen Oktober zur Peterzeller Schreinerei. Die ersten zwei Jahre seiner Ausbildung hatte er in einem anderen Handwerksbetrieb absolviert. Doch dort sei die Situation „einfach nicht mehr tragbar“ gewesen, sodass er für das letzte Jahr seiner Ausbildung bei der Schreinerei Aberle unterkam.

80 Stunden Arbeit fließen in TV-Board

Mit diesem Wechsel sei die Ausbildung einschließlich Gesellenprüfung natürlich eine besondere Herausforderung gewesen, illustriert Aberle – aber eine, die Grußer herausragend meisterte. Sein Abschneiden als Jahrgangsbester zeigt das deutlich.

Eindruck machte unter anderem Grußers Gesellenstück, ein TV-Board aus Esche, für dessen Anfertigung er sich maximal 80 Stunden Zeit nehmen konnte. Hinzu kommt die Planungsphase im Vorfeld. Und zu planen gab es einiges, denn das Gesellenstück ist bestens durchdacht: Zwei Fächer, eines rechts und eines links, bieten Stauraum für Schallplatten. ein Fach unten in der Mitte ist auf CDs zugeschnitten. Darüber hat eine Spielkonsole Platz.

Grußer macht Hobby zum Beruf

Grußer hat mit der Tätigkeit als Schreiner seine Berufung gefunden. Zuvor hatte er schon eine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker absolviert – doch die Arbeit sagte dem heute 25-Jährigen gar nicht zu. In seiner Freizeit habe er parallel stets gerne mit Holz gearbeitet und schließlich beschlossen, dieses Hobby zum Beruf zu machen – eine Entscheidung, mit der Grußer sehr zufrieden ist.

„Es ist einfach toll, mit Holz zu arbeiten“

Was macht den Beruf des Schreiners für ihn so ansprechend? „Ich finde, es ist die Abwechslung und Spontanität“, sagt Grußer. Denn jedes Projekt habe seine eigenen Tücken – und jedes Stück Holz sei einzigartig, was den Werkstoff bisweilen anspruchsvoll mache. „Aber es ist einfach toll, mit Holz zu arbeiten“, findet Grußer. Und: „Man sieht nachher genau, woran man stundenlang gearbeitet hat.“

Mitte September geht Grußer als Innungssieger dann beim Kammerwettbewerb der Handwerkskammer Konstanz an den Start. Auf diesen Wettkampf werde er sich auf jeden Fall noch einmal vorbereiten, sagt er. Denn dort wird nicht nur das Gesellenstück noch einmal präsentiert – die Bestplatzierten der Innungen müssen auch noch einmal ihr Können beweisen.