Ein 37-Jähriger tötete am 10. August seine Lebensgefährtin in der gemeinsamen Wohnung in Salzstetten. Foto: Christof Schülke

Zehn Tage, nachdem ein 37-Jähriger in Salzstetten zunächst seine Lebensgefährtin und dann eines seiner Kinder tötete, haben die Ermittler neue Erkenntnisse.

Die Aufarbeitung der schrecklichen Tat in Waldachtal sei selbst für erfahrene Polizeibeamte schwer. Das sagt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Pforzheim zehn Tage, nachdem ein 37-Jähriger am Abend des 10. August, einem Sonntag, zunächst seine 34 Jahre alte Lebensgefährtin mittels – wie die Polizei mitteilte – „scharfer Gewalt“ in der gemeinsamer Wohnung in Salzstetten getötet hatte. Anschließend war der Mann mit seinen beiden Kindern – einem knapp drei Monate alten Säugling und einem 22 Monate alten Kleinkind – im Auto losgefahren und auf der Kreisstraße 4721 in Richtung Pfalzgrafenweiler vermutlich bewusst in den Gegenverkehr gefahren. Bei dem Frontalzusammenstoß starben der Mann und der Säugling noch an der Unfallstelle. Das Kleinkind und die 29-jährige Fahrerin des anderen Autos konnten schwer verletzt in Krankenhäuser gebracht werden.

 

Kind ist noch in der Klinik

Zum Gesundheitszustand des Kindes und der 29-Jährigen teilt die Polizei am Mittwoch mit: „Bei dem 22 Monate alten Kleinkind besteht keine Lebensgefahr mehr. Es muss aber noch ärztlich in der Klinik behandelt werden. Die 29-jährige Autofahrerin ist bereits aus dem Krankenhaus entlassen.“

Auch zu der Tat können die Ermittler inzwischen einige neue Erkenntnisse verkünden. Das rechtsmedizinische Gutachten ist laut Polizeipräsidium Pforzheim abgeschlossen. Das Gutachten beinhaltet allerdings keine Obduktion der Leiche der Frau. Der Polizeisprecher sagt: „Es gab keine Obduktion, da es kein Verfahren geben wird.“ Denn der Täter ist tot. Dass es sich bei dem 37-Jährigen wirklich um den Täter handelt, ist für die Polizei erwiesen. „Es war kein Dritter beteiligt, da ist die Spurenlage eindeutig“, sagt der Polizeisprecher.

„Diffuse Spurenlage“

Von einer „diffusen Spurenlage“ spricht die Polizei hingegen, wenn es um den genauen Tatablauf geht. „Das lässt sich nicht rekonstruieren“, meint der Polizeisprecher. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen war es in der Wohnung zu einem Streit zwischen dem Mann und der Frau gekommen. Klar ist den Ermittlern, dass der 37-Jährige in der Wohnung war und sie nach der Tat an seiner Lebensgefährtin mit den Kindern verlassen hat.

Die Polizei berichtet, dass es eine Zeugin gibt, die etwas von der Tat gehört hatte. Sie ist diejenige, die die Polizei verständigte. Detailliertere Angaben möchte die Polizei zu Zeugenaussagen nicht machen.

Neue Hinweise

Das Motiv des 37-Jährigen bleibt unterdessen weiterhin unklar. Neue Anhaltspunkte werden jedoch zur Persönlichkeit des Täters bekannt. Der Polizeisprecher sagt: „Es gibt Hinweise auf eine psychische Erkrankung, die allerdings nicht belegbar ist.“ Ob mögliche psychische Probleme der Auslöser für die Tat waren, lässt sich laut Polizei aber nur spekulieren.

Internationales Aufsehen

Die schreckliche Tat in Waldachtal erregt weit über die Region und Deutschland hinaus Aufsehen. So berichtete etwa die britische Boulevard-Zeitung „Daily Mail“ am Tag nach der Tat detailliert über die schlimmen Ereignisse, die sich am 10. August in Waldachtal zugetragen haben. Auch der österreichische „Kurier“ berichtete über die Waldachtaler Tat.