Spurensicherer sind nach der Tat in Salzstetten im Einsatz. (Archivfoto) Foto: Schülke

Fast acht Wochen ist es her, dass ein 37-Jähriger in Salzstetten seine Lebensgefährtin und anschließend eines seiner Kinder getötet hat. Jetzt ist die Tatwaffe bekannt.

Die bis heute unfassbare Tat, die sich am Sonntagabend des 10. August in Waldachtal ereignet hat, werden viele Menschen in der Region wohl nie vergessen: Gegen 20 Uhr war es nach Angaben der Polizei zwischen einem 37-jährigen Mann und dessen 34 Jahre alter Lebensgefährtin zu einem Streit in der gemeinsamen Wohnung in Salzstetten gekommen. In dessen Verlauf verletzte der 37-Jährige das Opfer mittels scharfer Gewalt tödlich. Der Tatverdächtige verließ laut den Ermittlungen unmittelbar nach der Tat mit dem gemeinsamen knapp drei Monate alten Säugling und dem 22 Monate alten Kleinkind die Wohnung und fuhr mit seinem Auto auf der Kreisstraße 4721 in Richtung Pfalzgrafenweiler.

 

Dort steuerte er laut Polizei vermutlich absichtlich sein Fahrzeug in den Gegenverkehr und prallte frontal mit dem VW einer 29-Jährigen zusammen. Der Mann und der Säugling erlagen noch an der Unfallstelle ihren Verletzungen. Das Kleinkind – ein Mädchen – und die 29-jährige Fahrerin des anderen Autos konnten schwer verletzt in Krankenhäuser gebracht werden. Beide überlebten.

Seit beinahe acht Wochen ermittelt die Kriminalpolizei zu der schrecklichen Tat. Eine Polizeisprecherin sagt unserer Redaktion zum aktuellen Stand: „Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Ein Teil der kriminaltechnischen Untersuchungsergebnisse sind noch ausstehend.“ Erwiesen ist für die Polizei, dass es sich bei dem 37-Jährigen wirklich um den Täter handelt. „Es war kein Dritter beteiligt, da ist die Spurenlage eindeutig“, sagte ein Polizeisprecher schon vor einigen Wochen.

Eine ungeklärte Frage

Nach wie vor offen bleibt allerdings die Frage nach dem Warum. Die Polizeisprecherin sagt: „Zu den Ursachen der Tat konnten durch die Ermittlungen bislang keine gesicherten Erkenntnisse gewonnen werden.“ Schon im August hatte ein Polizeisprecher Hinweise auf eine mögliche psychische Erkrankung des 37-Jährigen erwähnt. Diese Hinweise seien laut Polizei allerdings nicht belegbar. Ob mögliche psychische Probleme der Auslöser für die Tat waren, lässt sich laut Polizei nur spekulieren.

Auch der Ablauf der Tat in dem Salzstetter Wohnhaus lässt sich für die Polizei nicht genau rekonstruieren. „Die Spurenlage weist auf eine dynamische Tathandlung hin“, sagt eine Polizeisprecherin. Bekannt geben die Ermittler unterdessen eine genauere Information zu der Tatwaffe, mit der der 37-Jährige seine Lebensgefährtin getötet haben soll. „Bei dem Tatmittel handelt es sich mutmaßlich um ein größeres Küchenmesser“, sagt die Polizeisprecherin.

Herausforderung für die Polizei

Erst die tödliche Tat im Wohnhaus, dann der tödliche Zusammenstoß im Auto: Die grausamen Taten, die sich am 10. August nacheinander zugetragen haben, stellte die Polizei zunächst vor die Herausforderung, ein Gesamtbild der Ereignisse zu bekommen. Die Polizeisprecherin berichtet: „Besonders hervorzuheben ist die enge und professionelle Zusammenarbeit zwischen Kriminalpolizei und Verkehrspolizei. Während die Kriminalpolizei bei der getöteten Frau im Einsatz war, nahm die Verkehrspolizei parallel den Unfall auf. Erst durch das koordinierte Zusammenführen aller Informationen konnte das vollständige Bild der Ereignisse entstehen. Diese Zusammenarbeit war besonders wertvoll, da sich ein Kleinkind und ein Säugling im Fahrzeug befanden, von dem Letzteres an der Unfallstelle verstarb. Die Tat selbst konnte daraufhin zügig aufgeklärt werden.“