Was ist denn da passiert? Mehrere kleine Bäume am Oberndorfer Neckarufer sind offensichtlich beschädigt worden.
Handelt es sich um einen üblen Scherz, oder steckt doch mehr dahinter? Am Neckarufer beim Umspannwerk in der Neckarstraße wurden mehrere Bäume offensichtlich gekappt.
Bemerkt und an unsere Redaktion weitergegeben wurde der Hinweis auf die beschädigten Bäume von Stadtrat Bernhard Maier, der sich damit ebenfalls an den Bürgermeister Matthias Winter wandte. Der wiederum verwies an das Regierungspräsidium, da die Bäume als Ausgleich für die Hochwasserschutzmaßnahme des RP gepflanzt wurden. Er habe den Hinweis weitergegeben, so Winter.
Hochwasserschutzmaßnahmen am Neckar
Um die Bebauung an der Austraße vor einem hundertjährlichen Hochwasser zu schützen, baut das RP zwischen dem neuen Kreisverkehr bei der Neckarhalle und dem Action-Markt parallel zur Austraße eine 400 Meter lange Hochwasserschutzmauer. Als Ersatz für die gefällten Bäume wurden bereits im vergangenen Herbst neue gepflanzt.
Vor Ort fällt zuerst ein Graffiti-Schriftzug an der Mauer ins Auge. Ob ihr Urheber auch mit der Beschädigung der Bäume zu tun hat? Wir fragen beim RP in Freiburg nach.
Der Biber war’s
Dort kann die Angelegenheit schnell aufgeklärt werden. „Da war der Biber aktiv“, teilt Pressesprecherin Heike Spannagel mit. Der unter Schutz stehende Nager habe die im vergangenen Herbst am Umspannwerk gepflanzten Bäume abgefressen.
„Meine Kollegen vom Landesbetrieb Gewässer haben die Situation im Blick. Sie warten jetzt ab, ob beziehungsweise wo etwas nachwächst. Die neuen Pflanzen werden dann gegen den Biber geschützt. Wo nichts nachwächst, werden im Herbst neue Bäume gepflanzt und gegen den Biber geschützt“, teilt Spannagel mit, wie es nun weitergeht.
Das Thema Bäume am Neckarufer ist in Oberndorf ein besonders emotionales. Nicht nur die Stadtverwaltung und Umweltschützer dürften sich an den Protest vor gut vier Jahren erinnern, als zahlreiche Bürger gegen die Fällung der Großbäume im Zuge der Hochwasserschutzmaßnahmen angingen. Die jetzt betroffenen Anpflanzungen sind Teil der Ausgleichsmaßnahmen in diesem Zusammenhang.