Dieser Ast ist im Bad Liebenzeller Kurpark direkt neben einem Passanten heruntergekracht. Foto: Hammer

Ein Passant im Kurpark kam vor wenigen Tagen nach einem Ast-Bruch mit dem Schrecken davon – doch der war groß. Die Stadt erklärt, sie tue ihr Möglichstes, um solche Gefahren zu verhindern. Ein Restrisiko bestehe unter Bäumen aber immer.

Als Jürgen S. (Name von der Redaktion geändert) vor wenigen Tagen nach Hause kommt, wirkt der Schreck noch nach. Er zittert. Und sagt: „ Ich hätte tot sein können“.

 

So berichtet es uns seine Frau am Telefon, die lieber anonym bleiben möchte. Doch was war passiert?

Jürgen S., erzählt dessen Ehefrau, habe sich am Mittwoch vergangener Woche im Bad Liebenzeller Kurpark aufgehalten, sei dort unter einem Kastanienbaum im Schatten gesessen.

Innen schon morsch

Plötzlich sei ein großer Ast – das Ehepaar spricht von acht bis zehn Metern Länge und rund 20 Zentimetern Dicke – direkt neben ihm heruntergekracht. „Der ist richtig abgesplittert“, sagt sie. Das Innere des Astes sei schon morsch gewesen.

Sie verständigen die Behörden, wollen nun aber auch die Bevölkerung warnen. Jürgen S., so ist seine Frau überzeugt, hätte erschlagen werden können. Eine Situation, mit der sie im Kurpark „niemals gerechnet“ hätten. Wie konnte es dazu kommen?

Stadtverwaltung äußert Bedauern

Auf Nachfrage bei der Stadt Bad Liebenzell berichtet Sandra Fleige, zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Verwaltung, dass der Vorfall bekannt sei und die Stadt sich „selbstverständlich umgehend um Klärung bemüht“ habe.

„Wir bedauern die Gefahr, der der betroffene Bürger ausgesetzt war sehr und sind froh, dass er unverletzt geblieben ist“, unterstreicht Fleige.

Mitarbeiter des Bauhofs seien vor Ort gewesen, um den Ast zu entfernen, der nach deren Aussage etwa 15 Zentimeter dick und rund vier Meter lang gewesen sei.

Baumpfleger vor Ort

„Dabei war auch der für die Stadtverwaltung tätige Baumpfleger vor Ort, der den betreffenden Ast und den dazugehörigen Baum in Augenschein genommen hat“, führt die Sprecherin weiter aus. Nach dessen Aussage sei der Ast zwar angewelkt, allerdings noch grün belaubt gewesen und wohl erst kurz zuvor bei einem Gewitter zu Bruch gegangen.

Aufgrund der Trockenheit der letzten Jahre bilde sich, so der Baumpfleger, vermehrt Totholz, trotzdem seien die regelmäßigen Kontrollen im Allgemeinen ausreichend“, fährt Fleige fort. „Diese Kontrollen finden zweimal jährlich im belaubten und im unbelaubten Zustand statt.“

Baumkontrollen in den nächsten Wochen

Die letzte umfassende Kontrolle habe im November stattgefunden, die nächste stehe im August an. Weitere Kontrollen und die Entfernung von Totholz würden im Kurpark in den nächsten Wochen vorgenommen.

„Grundsätzlich“, warnt die Sprecherin „können bei allen Bäumen abgestorbene Äste herabfallen, die zum Beispiel bei Gewittern abgebrochen werden und dann lose in der Krone hängen.“

„Gefahr niemals auszuschließen“

Die Stadtverwaltung tue zwar „ihr Möglichstes, um dieses Risiko durch regelmäßige Kontrollen zu minimieren. Eine Gefahr durch herabfallendes Totholz ist aber niemals auszuschließen und besteht grundsätzlich bei Aufenthalten im Wald oder unter großen Bäumen, besonders nach Sturmereignissen, Hagel oder Starkregen“, erklärt Fleige abschließend.