Die Vorarbeiten für den Bau im Bereich Unterer Dammen/Stumpenlindle haben begonnen. Bis zum Frühling will die Stadt den zugewucherten Bereich unterhalb der Werderstraße freigeräumt haben. Auch Bäume müssen gefällt werden.
Kaum vorstellbar, dass hier einmal Kinder spielen sollen: Trist ist das Bild, das die Gegend unterhalb der Häuserzeile entlang der Werderstraße und oberhalb der Tennisanlagen momentan noch bietet. Der Boden ist matschig, in halbvereisten Tümpeln steht das Wasser.
Dass hier bis vor kurzem noch eine Anlage mit Schrebergärten stand, machen die unzähligen Glas- und Keramikscherben deutlich. Die Reste alter Steinanlagen zeugen davon, dass die ehemaligen Bewohner gerne gegrillt haben. Immerhin: Beim Ortsbesuch unserer Redaktion ist ein einsamer Traktor der Firma Matthiss im Auftrag der Stadt dabei, das abschüssige Brachland für die Bebauung im Herbst zugänglich zu machen.
Vor dem Bau ist Aufräumen angesagt. Dafür sind laut Pressemitteilung der Stadt mehrere Arbeitsschritte nötig. Das Gehölz muss bis Ende Februar aus naturschutzrechtlichen Gründen entfernt worden sein, heißt es aus dem Rathaus. Grund sei der Schutz von Fledermäusen, Vögeln und Reptilien, die dort leben und dort im Frühling bereits Jungtiere aufziehen könnten.
Als artenschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahme nach dem Entfernen der für die Tiere lebensnotwendigen Gehölze sei in den kommenden Monaten die Anbringung von Kästen durch eine Fachfirma geplant, heißt es weiter.
Eine Überprüfung vor den Aufräumarbeiten habe ergeben, dass das Gebiet von vielfältigen Artengruppen genutzt wird – auch der in Deutschland mittlerweile nur noch selten anzutreffende Hirschkäfer sei auf dem Areal nachgewiesen worden. Dafür sind kompensatorische Maßnahmen vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Im weiteren Verlauf sollen Bäume gefällt sowie Zäune und Abfälle entfernt werden.
Im Herbst dieses Jahres will die Stadt mit dem Bau der Sport-Kita Dammenmühle beginnen. Geplant ist eine Unterbringung von 90 bis 100 Kindern, aufgeteilt in fünf Kitagruppen (drei Ü3-Gruppen, zwei U3-Gruppen). Das geplante dreigeschossige Gebäude soll aber auch dem Tennisclub und dem Hockeyverein zugute kommen: Im Erdgeschoss ist ein Vereinsbereich geplant, den die Clubs gemeinsam nutzen dürfen (wir haben berichtet).
Das Konzept der Sport-Kita
In der DDR waren Sportkindergärten Ausbildungsstätten für künftige Hochleistungssportler. Heutzutage werden unter Sport- oder Bewegungskitas dagegen Einrichtungen verstanden, die besonderes Augenmerk darauf legen, den natürlichen Bewegungsdrang von Kindern zu fördern. Die positiven Nebenwirkungen des bewegten Spiels mit anderen Kindern sind vielfältig: Neben dem Erlernen von sozialen Kompetenzen (Rücksichtsnahme, Toleranz oder die Fähigkeit, Absprachen zu treffen) leiden Kinder in bewegungsfreundlichen Einrichtungen auch seltener an Übergewicht oder Haltungsschäden, sagen Experten. Das kostet viel Platz: Sport-Kitas haben naturgemäß einen großen Außenbereich.