Sicherheits- und Hygienemängel beschäftigen den Ausschuss für Umwelt und Technik. Foto: Johannes Fritsche

Ein Fachraum musste sogar aufgrund von Sicherheitsbedenken gesperrt werden.

Noch vor Beginn der eigentlichen Sitzung machten sich die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Technik (AUT) am Donnerstagabend ein eigenes Bild vom Zustand der Peter-Meyer- und der Erhard-Junghans-Schule. Der Abteilungsleiter Hochbau Etienne Seif berichtete von zahlreichen Mängel im Bereich Sicherheit und Hygiene. Die Kosten für deren Beseitigung bezifferte er auf rund 400 000 Euro.

 

Erste Station war die Peter-Meyer-Schule. Das in den 1980er-Jahren errichtete Gebäude wirkt im Inneren überraschend modern und folgt bereits zeitgemäßen pädagogischen Konzepten. Joachim Moosmann von der Abteilung Gebäudemanagement und Hochbau führte durch das Gebäude, Schulleiter Michael Kasper stand für Fragen zur Verfügung. Gleich zu Beginn wies Moosmann auf die veralteten Neonleuchten an den Decken hin: Ersatzteile seien nicht mehr erhältlich. In den Toiletten sei zudem ein unangenehmer Geruch festzustellen – nicht nur, weil die Lüftung nicht mehr richtig funktioniere. Die Stadträte diskutierten mögliche Ursachen, von defekten Siphons bis hin zu Problemen mit den Bodenabläufen.

Fluchtweg: Bei Gefahr kommt die Leiter zum Einsatz. Foto: Fritsche

Hinzu kommen erhebliche Hitzeprobleme durch große Glasflächen. Ob eine wirksame Beschattungslösung möglich ist, um die Temperaturen in den Sommermonaten deutlich zu senken, war eine der zentralen Fragen beim Rundgang.

Deutlich sanierungsbedürftiger präsentierte sich die 1970 errichtete Erhard-Junghans-Schule. Flure und Räume sind weniger an pädagogischen Konzepten ausgerichtet, zudem leidet das Gebäude – insbesondere in den oberen Stockwerken – unter starker Hitzeentwicklung.

Mehrere Brandschutztüren schließen nicht dicht, eine weist sogar einen Sprung auf. Rauch könnte sich im Ernstfall ungehindert ausbreiten. Zwar steuern Rauchmelder die Türen, sie sind jedoch nicht miteinander vernetzt. Drei bis vier Türen müssten ausgetauscht werden. Zudem öffnet sich bei einer wichtigen Fluchttür ein Flügel nach innen – was bei der aktuellen Schülerzahl nicht zulässig ist. Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr stellte klar: „Stand jetzt müssen beide Flügel nach außen öffnen.“

Fachraum gesperrt

Besonders problematisch ist der Fachraum für Biologie und Physik. Rektor Jörg Hezel hat ihn aus Sicherheitsgründen für den Unterricht gesperrt, da der Fluchtweg mit Leiter nicht den Vorschriften entspricht. Moosmann berichtete von einem Angebot für eine außenliegende Fluchttreppe in Höhe von 33 000 Euro. Diese Maßnahme sei bereits beschlossen und könne beauftragt werden, versicherte Eisenlohr.

Weitere Mängel betreffen ungesicherte Stromschienen an der Decke des Handarbeitsraums. Als kurzfristige Lösung schlug Moosmann vor, diese mit Isolierband zu sichern. Bevor der Ausschuss weiter ins Rathaus zog, meldete sich Konrektor Lorenz Stopper zu Wort. Neben sicherheitsrelevanten Themen gebe es auch pädagogisch dringende Handlungsfelder – etwa bei den Pausenflächen. Aufgrund der angespannten Haushaltslage habe die Schule dafür jedoch keine Anträge gestellt. Dabei dränge die Zeit: Die Fertigstellung des Schulcampus sei frühestens in fünf Jahren vorgesehen, möglicherweise dauere es sogar deutlich länger.

Zurück am Ratstisch appellierte Stadtrat Oskar Rapp (Freie Liste) an die Verwaltung bei der Sanierung „nicht übers Ziel hinauszuschießen“ und nach „günstigen Lösungen“ zu suchen. OBin Eisenlohr machte die Zusage, nur das Nötigste in Sachen Sicherheit und Sanitär zu veranlassen. Der Ausschuss segnete die Maßnahme ab.