Foto: patrick – stock.adobe.com

Es habe sich vieles getan in den vergangenen zwei Jahren. Nun wolle die Verwaltung die Räte zum aktuellen Stand mitnehmen. So begannen Kerstin Flaig und Ulrich Greilinger im Gemeinderat ihren Bericht zum "Digitalpakt Schule".

Aktuelle Informationen zur Corona-Lage in unserem Newsblog

Schramberg - Kerstin Flaig, bei der Stadt verantwortlich für Schulangelegenheiten, und Ulrich Greilinger, städtischer IT-Chef, stellten im Bärensaal die inzwischen fünf Förderprogramme zu diesem Thema vor. Zur Erinnerung: Mit dem Digitalpakt hat die Bundesregierung die Absicht bekundet, die Digitalisierung in den allgemeinbildenden Schulen mit Milliardensummen zu fördern. Wie viel davon inzwischen nach Schramberg geflossen ist und was damit umgesetzt wurde, war Inhalt des Vortrags.

1. Das Grundpaket

Das eigentliche Grundpaket aus dem Digitalpakt wurde 2019 beschlossen und besteht aus Bundes- (insgesamt 585 Millionen Euro für Schulen in Baden-Württemberg) wie auch Landesfördermitteln (100 Millionen Euro plus zusätzlich 50 Millionen über das Finanzausgleichsgesetz).

Die städtischen Budgets werden berechnet auf Basis der Schülerzahlen. Schramberg erhält 811.500 Euro aus dem Bundes- und 252.000 Euro aus dem Landestopf. Letztere stehen für die Schaffung einer zentralen Infrastruktur – etwa neue Server, Speicher oder Netzverteiler - zur Verfügung und müssen bis Ende des ersten 2021er-Quartals umgesetzt werden. Das sei bereits geschehen.

Die Bundesmittel würden noch nicht konkret umgesetzt, antwortete Greilinger auf Nachfrage von Udo Neudeck (Freie Liste) nach einem prozentualen Stand. Die Verwendungspläne für diese Mittel, die ebenfalls in Grundsätzliches wie das Schaffen einer Wlan- oder Raum-Infrastruktur fließen müssen, seien gekoppelt an die jeweiligen von den Schulen entwickelten Medienentwicklungspläne und den darin enthaltenden Kostenschätzungen. "Die Umsetzung dieser Pläne ist ein sehr aufwendiges Verfahren mit viel Abstimmungsbedarf", warb Flaig für Verständnis, dass dies gedauert habe. Das bestätigte Martin Himmelheber (SPD/Buntspecht), der im Austausch mit Fraktionssprecherin und Tennenbronns Grundschul-Leiterin Tanja Witkowski von diesen Mühen erfahren habe. Witkowski war eine von vier Räten, die aufgrund des Corona-Ausbruchs in Tennenbronn nicht an der Sitzung teilnahm.

2. Sofortausstattung

Mit dem Sonderausstattungsprogramm aus dem Jahr 2020 sollen 130 Millionen Euro (jeweils 65 Millionen an Bundes- und Landesgeld) für mobile Geräte und Online-Lehrangebote zur Verfügung gestellt werden. Nach Schramberg flossen, aufgeschlüsselt nach Schülerzahl, knapp 183.000 Euro. Das Geld sei verausgabt und der Verwendungsnachweis erfolgt. Es ging in 367 Tablets inklusive Lizenzen und Hüllen (rund 170.000 Euro) sowie das Bereitstellen der Software Schulmanager – beides ging an alle Schulen.

3. Administratoren

Das Administratorenprogramm, ebenfalls aus 2020, sieht 65 Millionen Euro Bundesmittel vor, die in die Betreuung und Wartung der Schulnetze sowie die Fachkräftefortbildung gehen soll. Schramberg erhält davon etwa 90.500 Euro. "Dieses Geld soll in eine zusätzliche Stelle im IT-Bereich ausschließlich für die Schulen gehen", sagte Flaig. Zufriedenes Kopfnicken bei den Räten, als Greilinger ergänzte, dass dafür eine verwaltungs-interne Übernahme eines Azubis angedacht ist. Die Stadt werde den Antrag zeitnah stellen.

4. Schulbudget Corona

Aus dem Schulbudget Corona, einem Landesprogramm (Volumen: 40 Millionen Euro), das vor allem für Digitalisierung und corona-bedingte Mehraufwendungen bestimmt ist, flossen ohne nötige Antragstellung im Februar mehr als 58.000 Euro in die Große Kreisstadt. Schramberg-intern erfolgte eine Aufschlüsselung nach Schülerzahl. "Diese Mittel sind für den jeweiligen Bedarf, quasi on top zum Schulbudget", erklärte Flaig. Dementsprechend flexibel könnten sie nun auch bis zum 31. Juli eingesetzt werden. "Für weitere Spuckschutzwände oder Endgeräte. Das ist den Schulen überlassen." Ein Verwendungsnachweis ist erforderlich.

5. Leihgeräte für Lehrer

Nicht die Schüler, sondern die Lehrkräfte stehen beim jüngsten Programm im Fokus. 65 Millionen Euro gehen dabei einmalig vom Bund, gemessen an den Vollzeitäquivalenten, an die Kommunen. In Schramberg wurden die antragsfrei übermittelten knapp 89.000 Euro dafür verwendet, die 175 Lehrkräfte aller Schulen mit mobilen Endgeräten auszustatten. Dies waren – je nach Wunsch – 135 Tablets und 40 Notebooks. Dabei ist keine Neu- oder Ersatzausstattung inbegriffen, Administration oder Wartung müssten auf einer neuen Basis erfolgen.

"Sie sehen, die Programme zwei bis fünf kamen alle 2020 oder 2021 und es war wichtig, diese innerhalb der Fristen zu nutzen. Sonst wären wir beim großen Digitalpakt schon weiter", erklärte Flaig. Man sei aber auf einem guten Weg zum Ziel gleicher Standards bei guter Ausstattung an allen Schulen und einer Infrastruktur, die Datensicherheit und Datenschutz gewährleiste. Die Kommunikation mit den Schulleitungen sei ebenfalls gut. Fest stehe aber, dass die finanzielle Unterstützung von Bund und Land für den Erhalt der Infrastruktur und der Ausstattung kontinuierlich wiederholt werden müsse.

Clemens Maurer (CDU) lobte die Stadt als Schulträger. Man habe gewusst, dass man "hier zulegen muss" und tue dies auch. Ein Lob gab es an die Schulleitungen und Lehrer, die seit Pandemiebeginn die Herausforderung digitalen Unterrichts angenommen und dabei merklich zugelegt hätten.

Dominik Dieterle (CDU), der den Sachstandsbericht beantragt hatte, freute sich über die transparente Darstellung, "was mit dem Geld passiert". Er spielte auf letzten Aspekt Flaigs und Greilingers an: Es gelte, stets weiter Forderungen nach Geldern zu stellen. Als Schulträger könne man es nicht alleine stemmen, etwa alle nun neuen Geräte in einigen Jahren auszutauschen. Es brauche gute Nachrichten von Fortschritten für die Schülergeneration als Signal "auch für die Zeit nach Corona".

Ralf Rückert (Freie Liste) dankte für den Versuch, konsequent am Thema zu bleiben. Die auch corona-bedinten Änderungen böten viel Potenzial für zukünftige Unterrichtsformen – ob in Präsenz oder Hybridversionen. Die Infrastruktur dafür müsse weiterhin geschaffen werden.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: