Mit Sorge reagiert die Evangelische Kantorei auf die Kündigung von Kantor Jan-Piet Knijff während der Probezeit. Foto: Fritsche

Die Kündigung ihres Kantors hat die Evangelische Kantorei Schramberg und Lauterbach aufgebracht.

„Die Sängerinnen und Sänger der Evangelischen Kantorei der Kirchengemeinde Schramberg und Lauterbach sprechen sich in aller Form gegen die Kündigung des Kantors Dr. Jan-Piet Knijff aus“, so beginnt die Protestnote an den evangelischen Kirchengemeinderat.

 

Für die Mitglieder der Kantorei kam die Kündigung völlig überraschend: In der vergangenen Woche wurde Knijff während der Probezeit entlassen (wir berichteten). Als Grund nannte das geschäftsführende Pfarramt in Tuttlingen „persönliche Differenzen“.

Großes Engagement

In dem Schreiben heben die Sänger die musikalische Arbeit Knijffs ausdrücklich hervor. „Unter der Leitung von Dr. Knijff haben wir eine neue, sehr interessante Form von Chorarbeit erlebt. Er hat uns neue, meist unbekannte Chorsätze vorgestellt und diese mit uns im Hinblick auf Weihnachten und aktuell auch mit Blick auf Karfreitag eingeübt“, heißt es. Sein großes Engagement habe er in die Gemeinde eingebracht, obwohl er lediglich eine 50-Prozent-Stelle innehatte. Fehlendes Einkommen habe er notgedrungen durch Unterricht in Fremdsprachen ausgeglichen.

Zukunft gefährdet?

Deutliche Kritik üben die Sänger an der Entscheidung des Kirchengemeinderats: „Einem begabten Musiker zu kündigen, der – wie andere Menschen auch – Ecken und Kanten hat, ist ein Unding“, schreiben sie. Bereits zuvor habe man mit dem Vorschlag zur Bildung eines Ausschusses für Kirchenmusik eine verbesserte Zusammenarbeit mit dem neuen Kirchengemeinderat angeregt und eigene Mitarbeit angeboten. „Eine Reaktion auf diesen Vorschlag gab es bislang nicht – vielleicht wäre ein Zwischenbescheid ja möglich gewesen“, heißt es weiter.

Zukunftssorgen

Die Kantorei sieht durch die Kündigung ihre Zukunft gefährdet. „Es ist zu befürchten, dass sich die Kantorei nach dem zwangsweisen Ausscheiden von Jan-Piet Knijff auflösen wird“, warnen die Sänger. Übergangslösungen mit vierteljährlich wechselnden Chorleitern habe man mit Blick auf die angekündigte Neubesetzung der Kantorenstelle im September 2025 noch akzeptiert. „Ein weiteres Mal werden wir das aber nicht mitmachen“, stellen sie klar.

Zugleich unterbreitet die Kantorei einen konkreten Lösungsvorschlag: Die Probezeit von Dr. Knijff solle um weitere sechs Monate verlängert werden, um der Kirchenmusik vor Ort weiterhin eine positive Entwicklung unter der Leitung eines erfahrenen Musikers zu ermöglichen. Dies könne sich auch positiv auswirken, falls sich künftig eine Pfarrerin oder ein Pfarrer auf die Stelle bewerben sollte.

Für Dienstag, 10. Februar, ist ein Gespräch zwischen Vertretern der Kantorei und Marie-Luise Karle vom Pfarramt Tuttlingen angekündigt.