Der Abschieds-Post Dorothee Eisenlohrs. Foto: Privat

Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr meldet sich bei Facebook ab. Als Gründe nennt sie die teils wüsten Beschimpfungen und Shitstorms in dem sozialen Netzwerk.

Schramberg - In einem Post auf ihrer Facebookseite wendet sie sich am Donnerstag direkt an ihre Follower: "Liebe Facebook-Nutzer, ich habe mich schon länger mit dem Gedanken befasst, mich aus Facebook zu verabschieden: Als zu einseitig auf Empörung und ›Bashing‹ ausgerichtet empfinde ich seit einigen Monaten die Kommunikation. Man sieht es auch auf der Facebook-Seite der Stadt Schramberg: Positive Artikel bekommen wenig oder gar keine Aufmerksamkeit, alles rund um Corona wird absolut wild und zum Teil für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Behörden sehr verletzend kommentiert."

Weiter erklärt sie: "Als Oberbürgermeisterin sehe ich es als meine Aufgabe, Dinge immer wieder strategisch zu bewerten und dann zu entscheiden, ob sie der künftigen guten Entwicklung der Stadt dienen oder nicht. Dient es der Stadt, wenn ich mich täglich nach dem Ende meiner eigentlichen Arbeit oder am Wochenende hier beschimpfen lasse? Nein, ich glaube nicht!" Der Facebook-Kanal der Stadt bleibe weiterhin bestehen.

"Ich bedanke mich bei allen, mit denen ich hier seit Mai 2019 schöne Begegnungen hatte, und wünsche außerdem allen, die dies lesen, auch in den jetzigen turbulenten und schwierigen Zeiten alles Gute", schreibt Eisenlohr. In Erwartung, wie diese Aktion aufgenommen wird, schließt sie: "Den nun vermutlich folgenden Shitstorm werde ich in Würde ertragen, und mich dann erleichtert anderen Dingen zuwenden."

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