Auf der Höhe zum "Windkapf" gab es einen schönen Sonnenuntergang zu sehen - das Fazit zum Megatrail fällt überwiegend gut aus. Foto: Riesterer

Ein positives Fazit ziehen nun die Organisatoren des Megatrails. Vor allem die Stimmung wird bei Vielen in Erinnerung bleiben.

Schramberg - Von allen Seiten, ob persönlich oder in sozialen Medien, gebe es Lob. "Der Megatrail war Bombe. Organisation, Essen, Wege – alles ist super angekommen", freut sich Jonas Fuß von "Adventure Blackforest". Schrambergs Tourismus-Leiterin Ayline Schirling berichtet ebenfalls von viel Lob, zählt ganz gewissenhaft aber auch die Hausaufgaben auf, die sie und ihr Team mitnehmen: "Es gibt ein wenig Optimierungsbedarf bei den Getränken. Es braucht mehr stilles Wasser", kann sie es inzwischen mit Humor nehmen, dass Wasserflaschen Schüttelnde an den Verpflegungsstationen ein prägendes Bild waren.

"Und der Start könnte später sein. Es war schade für diejenigen, die nachts angekommen sind und nichts von der Feststimmung mitbekommen haben." Damit spricht Schirling einige Punkte an, die, wie er sagt, auch Jonas Fuß in Erinnerung bleiben werden.

Stimmung und Wir-Gefühl

"Ich war nachts bei der Station in Heiligenbronn – da war die Stimmung trotz der Strapazen gut", sagt Schirling. Schon die ganze Wanderung hindurch habe man bemerkt, wie ein Gruppengefühl unter den Wanderern entstanden und die Gruppe emotional zusammengewachsen sei, so Fuß. Wie die Teilnehmer von Freunden, Familie, Passanten und vor allem den hinterm Ziel im Halbkreis wartenden Mitwanderern empfangen wurden, seien "große Momente" gewesen. "Die Emotionen und teils auch Tränen waren Beweis, dass der Kampf groß war", so die Tourismus-Leiterin.

Schnelles Feld

Trotz seiner Erfahrung als Veranstalter war Fuß überrascht von der Geschwindigkeit des Felds. "Die meisten Stationen mussten früher aufmachen. Vor 3 Uhr bekam ich den Anruf, dass die ersten in Aichhalden losgelaufen sind. Ab 4 Uhr waren die da. Da waren wir beschäftigt, rechtzeitig Zielbogen, Essen und Trinken aufzubauen", sagt Fuß und lacht.

Privates Engagement

Auch, dass die Bevölkerung das Event so positiv aufgenommen und mitgestaltet hatte, freut Fuß und Schirling. "Es gab kleine private Getränkestände oder Schilder am Wegesrand. Ein Physiotherapeut hat gar den Teilnehmern die Füße massiert", sagt Fuß und lacht. "Dass die Einwohner so mitgezogen haben, ist etwas Besonderes."

Neuer Lauf – neues Glück

2022 wird es wohl keinen Megatrail geben. Zum einen sei in diesem Jahr bereits Stadtfest, so Fuß, zudem erklärt Schirling, dass dies eine kurze Vorbereitungszeit sei – immerhin solle es auch Änderungen im Streckenverlauf geben und es bräuchte eine Genehmigung. Aufgrund der positiven Rückmeldungen – zum Teil auch spontanen Anfragen, ob man sich wieder anmelden könne – sei eine Wiederholung 2023 nicht nur denkbar: "Es wird sicher nicht der letzte Megatrail gewesen sein", so Fuß.

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"Ich danke allen, die Mitgeholfen haben, dass das Event über die Bühne gehen konnte", sagt Tourismus-Chefin Ayline Schirling. Die Zusammenarbeit unter allen Teams habe super geklappt, "jeder hat dem geholfen, bei dem gerade Not am Mann war".n Zu den Aufgaben ihres Teams habe unter anderem das Einholen der Genehmigung durch das Forstamt gehört – dazu mussten betroffene Waldbesitzer ins Boot geholt werden. "Alles Bürokratische eben." So übernahm die Stadt die Absprache mit den Kommunen, das Marketing, die Sponsorenakquise oder die Organisation und Ausgabe an den meisten Verpflegungsstationen und damit auch die Kommunikation mit den engagierten Gastwirten oder Familie Kirsch vom Purben.

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Zudem organisierte das Team die Musikvereine Harmonie und Frohsinn sowie die Stadtmusik Schramberg, und "nicht zuletzt beauftragten wir ja auch ›Adventure Blackforest‹", sagt Schirling und lacht. n Jonas Fuß und sein Team übernahmen federführend die Wegeplanung und die Verwaltung der Anmeldungen. Am Wochenende gaben sie unter anderem im Anmeldezelt die Teilnehmer-Utensilien aus und organisierten zwei der Verpflegungsstationen. "Zudem haben wir das Feld mitbegleitet, beispielsweise Getränke und Obst von Station zu Station gefahren – es fallen immer viele Kleinigkeiten an", so Fuß.n Auch das Feld mitbegleitet haben das Schramberger DRK, das die medizinische Versorgung übernahm, sowie die DRK-Bergwachten aus Rottweil und Tuttlingen, die bei Vorfällen im unwegsamen Gelände zum Einsatz gekommen wären. "Ihre Präsenz, das haben mit viele Teilnehmer berichtet, hat dafür gesorgt, dass sie sich die ganze Zeit wohl und sicher gefühlt haben", sagt Schirling. Fuß ergänzt: "Außer einem kleinen Schwächeanfall in Rötenberg hat uns das DRK nichts gemeldet."n Lob und Dank von den Organisatoren gehen auch an die "extrem vielen Helfer" der Schwarzwaldvereine aus Schramberg, Tennenbronn, Lauterbach und Aichhalden, die unter anderem die zumeist gelobte Streckenmarkierung übernommen hatten – aber auch im Nachgang die Route überprüften, Markierungsbändchen abhängten oder Müll aufsammelten. "Dass es irgendwo schlimm ausgesehen hat, hat niemand berichtet", freut sich Fuß. Die Schwarzwaldvereine stellten zudem die "Besenwanderer", die diejenigen begleiteten, die den Abschluss des Feldes bildeten.

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