In Talstadt soll das Stadtfest 2027 aus Kostengründen entfallen, während über eine mögliche Durchführung im Jahr 2028 weiter beraten wird.
Der Beschlussvorschlag für den Verwaltungsausschuss zum Stadtfest war zweiteilig: Zum einen soll wegen der aktuellen Haushaltslage 2027 keines stattfinden. Zum anderen wird die Verwaltung beauftragt, im zweiten Quartal 2027 wieder auf das Gremium zuzukommen, damit dann über ein Stadtfest im Jahr 2028 entschieden werden kann.
Kosten steigen
Für den ersten Teil, das Aus für das Fest im Jahr 2027, stimmten alle Ausschussmitglieder dem Empfehlungsbeschluss der Verwaltung für den Gemeinderat ohne größere Diskussion zu. Denn während das Stadtfest 2023 noch einen Zuschuss der Stadt von 110.000 Euro erfordert hatte, wären wegen Kostensteigerungen und gestiegener Anforderungen nach Berechnung der Stadt 125.000 Euro Zuschuss für ein Fest im Jahr 2027 fällig: zu viel bei der aktuellen Haushaltslage und den Bürgern schwer zu vermitteln, wenn beim laufenden Sparkurs an anderen Stellen herbe Einschnitte beschlossen wurden.
„Auf Sicht fahren“
Anders beim zweiten Teil: Hier herrschte Diskussionsbedarf. Thomas Brantner (CDU) erklärte, für 2027 stimme man dem Vorschlag zu, aber für 2028 solle ein Stadtfest fest beschlossen werden. Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr plädierte dafür, stattdessen „auf Sicht zu fahren“, was auch Tanja Witkowski (SPD/Buntspecht) und Udo Neudeck (Freie/Neue Liste) so sahen. Bei der jetzigen Weltlage könne heute keiner sagen, ob 2028 ein Stadtfest finanzierbar wäre, gab Neudeck zu bedenken: „Bei einer Festlegung wird eine Absage noch schwieriger.“
Auf Bühne verzichten?
Auch Thomas Koch (ÖDP) hätte gerne ein Stadtfest 2028, wandte sich aber gegen eine „automatische Festlegung“, da man wegen des Sparkurses auf viele andere Leistungen auch verzichten müsse. Jürgen Reuter (Aktive Bürger) pflichtete Eisenlohr bei, man solle auf Sicht fahren: Wenn man nicht darauf verzichte, fehle das Geld an anderer Stelle. Ralf Rückert (Freie/Neue Liste) machte den Vorschlag, durch einen Verzicht auf die zweite Bühne bei der Kirche St. Maria die Kosten zu reduzieren und darüber mit den Vereinen zu sprechen.
Abstimmung
Eisenlohr meinte, eine Entscheidung im zweiten Quartal 2027 sei noch früh genug für die Planung, dann werde man sehen, „ob wir uns das Fest im Jahr 2028 leisten können“. Neun Ausschussmitglieder folgten schließlich dem zweiten Teil des Beschlussvorschlags, Brantner stimmte dagegen. Die endgültige Entscheidung darüber trifft der Gemeinderat am 7. Mai.