Im Februar will der Schramberger Markus Klek seine nächste steinzeitliche Wanderung machen und zwar nördlich vom Polarkreis in Schweden. Diesmal will er sogar ganz alleine losziehen.
Markus Klek hat eine neue Tour vorbereitet: Nach früheren Wanderungen durch den Schwarzwald und in Lappland mit steinzeitlicher Ausrüstung startet er am 3. Februar zu einem „Solo-Trek“ durch den Norden Schwedens, der bis zum 23. Februar dauern soll. Zunächst geht es mit dem Auto circa 2000 Kilometer nach Jokkmokk, das in Nordschweden liegt. Einmal im Jahr treffen sich dort die Sámi (Samen), Schwedens indigenes Urvolk, in ihrer kulturellen Hauptstadt zum Handeln und Feiern. „So um die 40 000 Sámi kommen da zusammen“, erzählt Klek beim Termin mit unserer Redaktion in seinem Haus in Schramberg.
Kurz vor seinem Abitur um 1980 herum war er schon einmal dort gewesen. Die „irre Landschaft“ und die dünne Besiedlung beeindruckten ihn: In einem Gebiet so groß wie Baden-Württemberg und Bayern zusammen wohnen nur 250 000 Menschen. „Weniger als in Freiburg, wo ich geboren und aufgewachsen bin“. Die Bewohner leben dort von den Rentieren und vom Bergbau, zum Beispiel in Kiruna, aber auch von Touristen, die Skifahren, Wandern und die Nordlichter sehen wollen.
Skier aus Birke
„Bei der neuen Tour geht es nicht um einen neuen Ansatz, sondern um Detailfragen der Fortbewegung“, erläutert Klek. So verwendet er diesmal nicht nur Schneeschuhe, sondern auch selbst gefertigte Skier aus Birkenholz. Nach seine Recherchen gab es in Sibirien 7 000 Jahre alte Funde, die als Ski gedeutet wurde. Und in China wurden 10 000 Jahre alte Höhlenmalereien mit Skiern entdeckt. Seine Skier hat er nach alten Zeichnungen nachgebaut. Lederriemen durch zwei Löcher im Holz halten sie an den bewährten selbst gemachten Fellstiefeln.
Diesmal wird er ohne Rucksack wandern. Alle Ausrüstung kommt auf den von ihm gebauten Holzschlitten. Schlafen wird er wie die letzten Male ohne Zelt nur in einem Fellschlafsack und auf einer Fellunterlage. Er habe so auch schon bei minus 18 Grad geschlafen, in Schweden rechnet er mit durchschnittlich minus 15 Grad. Verpflegen wird er sich mit getrocknetem Fleisch, Speck, Trockenfrüchten und Haselnüssen. Das letzte Mal hatte er keinen Wasserbehälter dabei, nur „Schnee gegessen“ und aus Wasserstellen geschöpft. „Da hatte ich ständig Durst“. Diesmal hat er aus einer Schweinsblase und schützendem Fell darum ein Behältnis gefertigt, das er am Leib tragen kann, damit das Wasser nicht gefriert.
Kaum Feuer
Feuerstein und Zunder nimmt er zwar mit, aber auf der letzten Tour habe er nur zweimal Feuer gemacht, einmal davon für die Fernsehreporter „Ich hab keine Angst vor Tieren, wenn ich schlafe. Da wird das Feuer überbewertet“.
Er wird dieses Mal alleine losziehen, ohne Begleiter, der Bilder oder Videos macht. Deshalb nimmt er neben der Kamera eine kleine Drohne mit wenig Gewicht mit.
Meditative Wirkung
Die Route wird entlang dem Überlandwanderweg führen, an dem es Notunterkünfte bei schlechtem Wetter gibt. „Ich will zurückkommen, leg’s nicht drauf an“, versichert er. Die Tage in der Einsamkeit liebt er: „Es hat so etwas wie einen meditative Wirkung“. Gelegentlich treffe man unterwegs aber auch Skitourengänger, manche mit Zelt. „Das ist dann immer lustig“. Ende Februar will er wieder zurück in Schramberg sein, das Auto vollgepackt mit in Schweden gekauften Rentierfellen.
Wer Markus Klek auf seiner Tour begleiten möchte, kann ihm auf seinen Social-Media-Kanälen Facebook und Instagram unter @markusklek oder auf seiner Internetseite https://www.palaeotechnik.eu/ folgen. Er wird regelmäßig über die aktuelle Situation während der Wanderung berichten oder Eindrücke teilen.
Zu Markus Klek
Er ist ein sogenannter Archäotechniker: Jemand, der sich mit den Verfahrensweisen im Alltag der Menschen aus der Steinzeit auseinandersetzt. Er nutzt Kleidung und Ausrüstung, wie sie für jene Zeit durch Funde dokumentiert sind, und fertig diese mit steinzeitlichen Werkzeugen.
Sein Fachwissen hat sich der gelernte Goldschmied selbst angeeignet durch Fachbücher, Besuch von Kursen und „Learning bei doing“. Seine Erfahrungen und sein damit gesammeltes Wissen teilt er in von ihm abgehaltenen Vorträgen und Kursen.