Claudio Di Simio, Vorsitzender des Tierschutzvereins Schramberg, kümmert sich um herrenlose Katzen. Foto: Hezel

Das zweite Türchen des diesjährigen Schramberger Adventskalenders öffnet der Schramberger Tierschutzverein. Vorsitzender Claudio Di Simio berichtet in seinem Jahresrückblick von Hürden – aber auch von Lichtblicken.

„Es war schon ein schwieriges Jahr“, erklärt Claudio Di Simio. Ein großes Problem seien Giardien gewesen: ein Einzeller, der Katzen befällt und auf Menschen übertragbar ist, teilt der Vorsitzende mit, weswegen es nötig gewesen sei, das Tierheim zeitweise für Besucher zu schließen.

 

Darüber hinaus sei der Anstieg an Kosten, unter anderem für Tierarzt und Tierfutter, eine Belastung. Damit sinke auch die Bereitschaft der Leute, ein Tier aufzunehmen. Auch sei es dieses Jahr zu Austritten aus dem Verein gekommen, mit der Begründung, sich den Beitrag nicht mehr leisten zu können, aufgrund anderer finanzieller Belastungen.

Schwerpunktthema Katzenkastration

Etwa 250 Tiere seien 2023 im Tierheim aufgenommen worden, laut Di Simio ähnlich viele, wie sonst auch. 160 Tiere seien vermittelt worden. Dabei seien Katzen immer noch die Haupttierart. Deren Versorgung sei in diesem Jahr Hauptthema gewesen. So sind schwerpunktmäßig Kastrationsaktionen durchgeführt worden, den ganzen Sommer über. Dabei werden Straßentiere eingefangen und zur Kastration zum Tierarzt gebracht. Glücklicherweise, erklärt Di Simio, habe der Tierschutzverein dabei tatkräftige Unterstützung der Anwohner erhalten.

Die Hilfe, die der Verein regelmäßig erfahre, hebt Di Simio positiv hervor. Als Beispiel nennt er eine Einrichtung, die psychisch Kranke, teilweise mit Suchtproblemen, betreut. „Die kommen regelmäßig und übernehmen hier draußen irgendwelche Arbeiten.“ Auch käme es immer wieder vor, dass Schulklassen zur Aushilfe ins Tierheim kommen. „Das ist sehr wertvoll, sonst könnten wir vieles nicht machen.“

Feste Arbeitskraft gesucht

Eine weitere gute Entwicklung für den Verein sei die erzielte Einigung über die Fundtierkosten mit Umlandgemeinden. So entschied beispielsweise die Gemeinde Schenkenzell die Zahlung einer Pauschale in Höhe von jährlich 2222 Euro an den Tierschutzverein.

Ein geplantes Tierheimfest sei auf das kommende Jahr verlegt worden. Darüber hinaus sei geplant, 2024 einige Baustellen im Tierheim anzugehen, die lange liegen geblieben sind. Dazu hofft der Vorsitzende, ehrenamtliche Helfer zu finden.

Sein Wunsch für das kommende Jahr sei, dass sich sowohl die finanzielle als auch die personelle Situation bessert. Ziel sei, eine weitere feste Arbeitskraft einstellen zu können, so Claudio Di Simio.