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Schramberg Zum Schlussspurt zahlreiche Käufer

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Vor allem nach Kunstgeschichte suchten diese Schülerinnen des Gymnasiums am letzten Tag der Schmökerstube der Haiti-Hilfe. Fotos: Wegner Foto: Schwarzwälder Bote

"Ich bin nicht pessimistisch", sagt Vorsitzender Jean-Marc Herrgott hinsichtlich der Auflösung der Haiti-Hilfe und dem damit verbundenen letzten Tag in der "Schmökerstube". "Wir werden neue Formen der Hilfe finden", ist er sich sicher.

Schramberg. Eigentlich hätte der Altpapiercontainer schon am gestrigen Montag kommen sollen, in den die restlichen Bücher der "Schmökerstube" der Haiti-Hilfe in der Schramberger Falkensteinstraße entsorgt werden. So viele – oder besser gesagt so wenige – sind übrig geblieben und fanden keinen Abnehmer. Dann hätten die Ehrenamtlichen schon einmal nach "Ladenschluss" um 18 Uhr mit dem Ausräumen beginnen können. So muss die Arbeit eben heute, Dienstag, gestemmt werden: 7000 Bücher finden sich noch in den Räumen der "Schmökerstube", die jetzt ins Papierrecyling wandern.

"Wir sind aber sehr zufrieden mit dem Verkauf in den vergangenen Wochen", so Herrgott. 19 000 Werke waren noch nach den Sommerferien im Bestand der "Schmökerstube". "Vor allem Romane und Krimis", seien gefragt gewesen, sagt Herrgott, die jeweils für einen Euro den Besitzer gewechselt hätten. Das Geld fließt bis Ende des Jahres direkt an die Einrichtungen in Haiti, die die Schramberger Hilfsorganisation seit Jahrzehnten unterstützt. Dann aber, so Herrgott, müssten neue Formen gefunden werden.

Anstelle des Vereins könnte es einen oder mehrere Förderkreise geben, die dann die Aufgabe weiter übernehmen könnten. Die Auflösung des Vereins soll übrigens am Samstag, 30. November, 15.30 Uhr, in der Hauptversammlung beschlossen werden. Grund hierfür ist auch, dass das Kindermissionswerk in Aachen (KMW), über das die Spenden bislang abgewickelt wurden, keine Einzelpatenschaften mehr unterstützen will – und gerade diese machen hauptsächlich das Schramberger Modell aus.

Damit fällt auch eine Zusatzförderung für Projekte weg, da das KMW die Spenden um 15 Prozent aufgestockt habe, so Herrgott. Für diejenigen, die weiterhin für eine Patenschaft zahlen wollten, stellt sich Herrgott den oder die Förderkreise vor, die auf privater Basis dann spenden könnten.

Der Bischof der Diözese habe ihm bei seinem jüngsten Besuch auf Haiti zugesichert, dass sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten versuchen wollen, weiterhin auch für eine korrekte Verwendung der Spenden Sorge zu tragen. Spendenquittungen können dafür allerdings keine mehr ausgestellt werden.

Ein bisschen Wehmut klingt bei Herrgott hinsichtlich der "Schmökestuben"-Schließung schon mit. Denn es sei ja nicht nur um den Verkauf der Bücher gegangen, um damit armen Menschen auf Haiti helfen zu können, sondern diese sei ja auch immer Treffpunkt der Aktiven und vieler Freunde gewesen – so fanden sich am letzten offenen Tag auch einige derjenigen ein, die zu den Unterstützern der ersten Stunde zählen – und sich jetzt selbst und ihre Familie nochmals mit Büchern eindeckten. Andererseits sieht er auch den Aufwand, den eine solche Einrichtung macht: Sieben Stunden sei sie an den Freitagen und Samstagen geöffnet gewesen – und es habe Wochenenden gegeben, da habe der Verein gerade einmal 20 Euro eingenommen.

Insgesamt, so konstatiert Herrgott, sei der Bücherverkauf in den vergangenen Jahren rückläufig gewesen. Viele junge Leute würden, wenn sie denn ein Buch lesen wollten, aktuelle Werke bevorzugen, die bei ihnen eher weniger zu finden gewesen seien. Aber wenn dann einmal auch eine Schulklasse da war, habe doch fast jeder irgendein Werk für sich entdeckt: "Eigentlich findet man immer wieder etwas", sagt der Vorsitzende. Und so sieht es auch ein Schramberger, der extra noch am letzten Tag gekommen ist – und da gleich zweimal –, weil er doch noch mehr Lesematerial und Bildbände mitnehmen wollte als er zunächst vorhatte.

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