Aus Halmen mit getrockneten Ähren entstehen feine Dekorationen. Fotos: Ziechaus Foto: Schwarzwälder Bote

Museum: Festwoche zum 40-jährigen Bestehen zu Ende gegangen / Perlen werden zu Schmuckstücken

Schramberg. Traditionelles und modernes Handwerk stand zum Abschluss der Festwoche zum 40-jährigen Jubiläum des Stadtmuseums Schramberg im Fokus.

Beim Tag der Alltagskulturen war vom Filzen bis zum Strohflechten früher täglich genutzte Handwerkskunst zu sehen. Mit Kindern filzte Fachfrau Susanne Breuling saubere und gekämmte Wolle, aus der bunte Kugeln wurden, aber auch ein Hut entstehen könnte.

Bunte Drähte zog Ramona Schwenk um genagelte Stifte, bis auf dem Nagelbrett ein roter Bollenhut zu erkennen war. Viele bunte Perlen reihten Kinder mit Claudia Bianco zu kleinen Schmuckstücken auf eine Schnur. Einen Salatkopf malte Andreas Heim auf den hellen Stoff für ein Narro-Häs, die ja auch bald wieder abgestaubt werden.

Viel Feinarbeit erfordert das Spitzenklöppeln wie auch das Strohflechten, bei dem feine Dekorationen aus Halmen mit getrockneten Ähren entstehen. Dazu wird Weizen, Dinkel und Emmer mit möglichst langem Stroh angebaut, die "Strubeli mit Bobbele". Das traditionelle Handwerk hat Barbara Reith bei Kursen in der Schweiz gelernt.

Im Erdgeschoss stellten Mitarbeiter der Stiftung St. Franziskus in Heiligenbronn Bürsten und Körbe her. Sehr anschaulich konnten die Besucher erleben, wie einfache Gegenstände aus dem Alltag entstehen. Nach einer langen Festwoche mit täglichen Führungen und Vorträgen kann wieder der Alltag im Museum einziehen – sei es mit "wertsteigender Auswahl" im Magazin mit übervollen Regalen gesammelter Kultur, Kunst und Handwerk, wie es Annette Hehr formulierte; sei es mit intensivem Kontakt zu Besuchern, die man mit der neuen Konzeption für das Museum erreichen will.