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Schramberg Wo Uhrmacher noch Uhrmacher sind

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Zu diesem aktuellen Gebäude der Lehmann Präzision GmbH kommt ein zweites mit der Manufaktur obendrauf. Foto: King Foto: Schwarzwälder-Bote

Schramberg. Die Talstadt verliert einen Uhrenhersteller und Hardt gewinnt einen: Lehmann Präzisionsuhren wird spätestens im Mai 2019 seine Uhrenkollektion nicht mehr im Gut Berneck, sondern in Hardt in der Weilerstraße fertigen. Schon seit 1983 produziert die Lehmann Präzision GmbH in Hardt feinmechanische Präzisionsteile und seit 1998 kundenspezifische CNC-Präzisionsmaschinen. 2011 erweiterte der Geschäftsführende Gesellschafter Markus Lehmann die Produktpalette um mechanische Armbanduhren. Alle Uhrteile vom Zifferblatt über das Gehäuse bis zu einem Großteil des Werks werden im Unternehmen entwickelt, entworfen und gefertigt. Klassische Uhrmacher bauen die Uhren im Gut Berneck zusammen. Nach dem Verkauf der alten Junghans-Villa an die "Immobilienverwaltung Geißhalde GbR", hinter der Hans-Jochem Steim steht, musste sich Lehmann nach einem neuen Standort für die Uhrenmanufaktur umsehen. Die Suche in der Talstadt blieb erfolglos, es fand sich kein geeignetes Gebäude. Auch einen Neubau auf der "Planie" lehnte der Gemeinderat ab. Statt dessen baut Lehmann ein weiteres neues Betriebsgebäude in der Weilerstraße in Hardt und dort kommt dann die Uhrenmanufaktur oben drauf. Im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten bestätigte Lehmann jetzt auch offiziell: Die Manufaktur zieht auf den Hardt, zu den Präzisionsmaschinen, die Werke und Gehäuse für die Uhren fertigen.

Herr Lehmann, warum haben sie 2011 Schramberg als Geschäftssitz für die Uhrenmanufaktur gewählt?

Zum einem bin ich hier aufgewachsen, zum andern war der damalige Oberbürgermeister Herbert O. Zinell von der Idee begeistert. Er hat Gut Berneck als Übergangslösung angeboten und auch damals schon über Möglichkeiten auf der Planie gesprochen.

Ist Hardt eine Notlösung?

Im Gegenteil. Wir haben viele interessante und attraktive Angebote anderer aus insgesamt sechs Gemeinden aus der Umgebung bekommen. Noch mal im Gespräch waren auch die bereits seit langem bekannten Vorschläge der Stadt Schramberg. Hardt ist aber in der Summe die beste Lösung für uns.

Was gab den Ausschlag für den Standort?

Wir haben langfristige Verträge für ein großes Projekt abgeschlossen und brauchen deshalb auch für die Uhrenmanufaktur mehr Platz und auch mehr Mitarbeiter. Die Stadt Schramberg hatte leider nicht die Möglichkeit, uns dafür adäquate Flächen anzubieten. Wichtig für uns ist in dieser Situation die Nähe zu unserem Stammhaus Lehmann Präzision, wo die Komponenten hergestellt werden. Bereits 2016 haben wir in der Weilerstraße zwei Millionen in eine neue Fertigung investiert. Für die Weiterentwicklung in die neue Zeit.

Das Land Baden-Württemberg schätzt offensichtlich Ihr Engagement. Sie haben einen Zuschuss von 400 000 Euro für die geplante Erweiterung kommen.

Ja, aus dem Förderprogramm "Spitze auf dem Land", aber nur, weil wir auch 2017/18 weitere vier Millionen Euro in den Ausbau für die Entwicklung und Herstellung von zukunftsträchtiger Spitzentechnologie investieren.

Verändert der Umzug das Marketing für Ihre Uhren?

"Lehmann Schramberg" gibt es dann als Label nicht mehr, nur noch "Lehmann". Wichtig für uns ist vor allem die Region Schwarzwald. Das haben wir bereits vorher so kommuniziert. "Schramberg" mussten wir bei den Weltmarktkunden immer erklären, "Schwarzwald" nicht, den kennen die meisten auch in Asien. Und in Zukunft können wir unseren Kunden nicht nur zeigen, wie wir die Uhren zusammenbauen, sondern auch die Präzisionsmaschinen, auf denen wir die Teile herstellen.

Gut Berneck war die Junghans-Villa. Haben Sie vom Junghans-Image profitiert?

Nein, Junghans produziert größere Stückzahlen in einem völlig anderen Marktsegment. Da gibt es mit unseren Uhren gar keine Überschneidungen. Natürlich war und ist es ein repräsentatives Gebäude. Wenn wir uns hier verabschieden, werden wir die Schramberger zu einem Tag der offenen Tür einladen, um noch mal zu zeigen, wie die Uhrenmanufaktur Lehmann hier gestartet ist. Für die erste Zeit war der Standort Gut Berneck für uns sehr gut.

Wann können Sie in den neuen Gebäuden in Hardt starten?

Spätestens im Mai 2019. Dann entstehen dort auf technisch höchstem Niveau Arbeitsplätze, wo Uhrmacher noch Uhrmacher sein können. Weit und breit gibt es keine andere Firma, die den Absolventen der Uhrmacherschulen aus der Umgebung dieses Umfeld bieten kann.  Die Fragen stellte Johannes Fritsche.

 

Ihre Redaktion vor Ort Schramberg

Karin Zeger

Fax: 07422 9493-18

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