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Schramberg Wie kommt Luthers Lehre ins Dorf?

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Voll besetzt war der katholische Pfarrsaal beim Vortrag von Alfred Kunz über den Einzug der Reformation in Tennenbronn. Fotos: Ziechaus Foto: Schwarzwälder-Bote

Aus dem Norden kam vor 500 Jahren die Reformation; im Jubiläumsjahr kommt jetzt von dort ein Martin-Luther-Bier, auch bis nach Tennenbronn?

Schramberg-Tennenbronn. "Wie Luthers Lehre nach Tennenbronn kam", versuchte Alfred Kunz in seinem Vortrag im katholischen Pfarrsaal aufzuschlüsseln. Für das Heimathaus stellte Robert Hermann ein Martin-Luther-Bier beim nächsten Vortrag im Mai über Mischehen in Tennenbronn in Aussicht.

Erstaunlich schnell fanden um 1517 die Ideen von der "Freiheit des Christenmenschen" den Weg in den Schwarzwald, hatte Alfred Kunz aus spärlichen Quellen herausgefunden. Um diese Zeit verlangten drei Ämter hohe Abgaben von den Bauern um Tennenbronn: in katholischen Teilen das Kloster St. Georgen und Hans von Rechberg im österreichischen Schramberg, Württemberg-Hornberg in evangelischen Zinken.

Es gab keine einheitliche Zugehörigkeit zu einer Konfession. Der neuen Lehre öffneten sich um 1534 die Bereiche im Amt Hornberg, wie Unterschiltach, Schachenbronn, Schwarzenbach und Remsbach. An Weihnachten könnte der erste evangelische Gottesdienst in Hornberg gefeiert worden sein.

Die Menschen auf den verstreuten Höfen mussten ihren Glauben mit den jeweiligen Herrschern wechseln. Mit dem Tennenbronner Vertrag 1558 einigte man sich, dass die Kirche im Dorf beiden Konfessionen offen stehen sollte und wenige Jahre später wohnte ein evangelischer Pfarrer im Pfarrhaus am Eichbach. Aber mit der Rückkehr der Mönche 1629 wurde die Kirche wieder katholisch und der evangelische Pfarrer musste nach Buchenberg umsiedeln. Diese Wechsel vollzogen sich oft und sehr schnell, so dass schon 1648 mit dem Abzug der Mönche die Kirche wieder evangelisch wurde. Auswärtige Machthaber setzten ihre Ansprüche immer wieder durch, Bauern und Handwerker im Dorf hatten sich zu fügen. Aber 1650 einigten sie sich auf eine gemeinsame Nutzung im wöchentlichen Wechsel – ein ökumenisches Nebeneinander gegen den Willen der Obrigkeit. Die sperrte zehn Jahre später die Katholiken wieder aus. Zum evangelischen württembergischen Stabswirtshaus "Löwen" kam 1696 die katholisch-österreichische "Krone" und 1786 die eigene Pfarrei. Schwierig wurde das Leben im Dorf durch die napoleonischen Kriege um 1810: Die Evangelischen kämpften mit Napoleon gegen ihre katholischen Nachbarn. "Diese konfessionelle Eiszeit begann erst ab 1850 zu tauen", verwies Kunz auf Mischehen und Wechsel der Besitzer von Höfen. Aus dem Nebeneinander wurde durch den Dorfbrand 1901 ein Miteinander, als die evangelischen Christen die katholische Kirche nutzen durften. Im Juli wird man dort in einem ökumenischen Gottesdienst zum Lutherjahr gemeinsam feiern.

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