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Schramberg Wesentlicher Anteil an der "Freundlichen Einkaufsstadt"

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Gerhard Holzherr (†) hat die Schramberger eingekleidet.Foto: privat Foto: Schwarzwälder Bote

Schramberg. Gerhard Franz Josef Holzherr, Inhaber des früheren Modehauses gleichen Namens in der Schramberger Hauptstraße ist tot. Er starb am 12. Juni. Die Beerdigung fand in aller Stille statt, so, wie er es sich gewünscht hatte. "Deine Augen sollen geradeaus schauen und Dein Blick richte sich nach vorn" (Bibel Sprüche 4,25) stand im Text der Anzeige.

"Gerhard Holzherr hat Schramberg mit geprägt, er war eine Institution", ist von vielen Schrambergern zu hören, die ihn persönlich kannten. Mit Weitsicht gab er Anstöße für die Entwicklung der Stadt. Zusammen mit dem Inhaber des Schuhgeschäfts Langenbach setzte er sich damals für den Bau des Schlossbergtunnels ein. "Wir müssen die Innenstädte für die Menschen frei kriegen", habe er schon damals als Notwendigkeit gesehen, wie sich sein Sohn Christian erinnert.

Zeitlebens war Holzherr auch ein Fan von Eisenbahnen: Darunter, dass die Schwarzwaldbahn nicht über Schramberg nach St. Georgen geführt wurde, habe sein Vater "richtig gelitten", erinnert sich sein Sohn. Es soll sogar ein Foto geben, auf dem er bei der letzten Fahrt des Zugs von Schiltach nach Schramberg auf der Lokomotive zu sehen ist.

"Er hat sein Städtchen geliebt", beschreibt Tochter Friederike sein Verhältnis zu Schramberg. "Ein renommierte Schramberger Geschäftsmann aus einer alteingesessenen Familie", charakterisiert ihn Stadtarchivar Carsten Kohlmann und verweist auf seine langjährige Mitarbeit im Handels- und Gewerbeverein Schramberg und bei der "Freundlichen Einkaufsstadt Schramberg". Aus dem ganzen Umland kamen zu früheren Zeiten die Kunden nach Schramberg, um sich in den dortigen Modegeschäften einzukleiden. "Bäuerinnen aus dem Kinzigtal, aus Hausach kamen nach Schramberg und kauften die Kommunionskleider für ihre Kinder", erzählt Christian Holzherr.

Gerhard Holzherr ist in Schramberg geboren und aufgewachsen als Sohn von Wilhelm Holzherr und dessen Ehefrau Josefine, geborene Grüner, die aus dem am Rathausplatz gelegenen ehemaligen Gasthaus Mohren stammte. Er besuchte die Realschule in der Schillerstraße. Nach der Mittleren Reife ging er in die "Fremde" und absolvierte eine Lehre zum Einzelhandelskaufmann in Oldenburg. Anfang der 60er-Jahre heiratete er seine aus Bielefeld stammende Frau Hannelore, geborene Hesse. Sie verstarb schon im Jahr 2008.

Das Unternehmen war 1899 von seinem Großvater Josef Holzherr (1872 – 1932) aus Rottenbug am Neckar gegründet und von seinem Vater Wilhelm fortgeführt worden. 1959 wurde es von Gerhard Holzherr nach dem Tod seines Vaters übernommen. Er leitete es bis zu seinem 70. Geburtstag im Jahr 2006. Heute befindet sich die Drogerie Müller in dem Gebäude.

Im Stadtarchiv lässt sich die Entwicklung des "Bekleidungshauses Holzherr" im Lauf der Jahrzehnte an Hand von Zeitungsausschnitten und anderen Dokumenten anschaulich nachbezeichnen. Nach dem Start 1899 in einem "Kolonial- und Weißwarengeschäft" erfolgte 1908 der Kauf des Hauses der Gewerbebank in der Hauptstraße 14. Zum 50. Jubiläum 1949 wurde durch einen Umbau das Geschäft vergrößert. "Neubauten 1972 und 1987 machen Holzherr zum größten Bekleidungshaus Schrambergs", titelte der Schwarzwälder Bote in späteren Jahren.

Im Mai 2006 schloss dann nach fast 110 Jahren das Geschäft. "Irgendwann passt man nicht mehr so richtig in die Zeit und in die Hektik der heutigen Arbeitswelt", zitierte ihn damals Edgar Reutter in einem Abschiedsartikel. Doch bei allem Einsatz für das Geschäft und die Stadt hatte Gerhard Holzherr auch Hobbys, die er gerne pflegte: Wandern im Schwarzwald und Reiten.

Gerhard Holzherr hinterlässt neben Sohn Christian und Tochter Friederike vier Enkel.

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