Der gebürtige Schramberger Unternehmer Anton Hettich (†) auf einem Bild aus dem Jahr 2015.Foto: Hettich-Holding Foto: Schwarzwälder Bote

Nachruf: Anton Hettich im Alter von 91 Jahren gestorben / 1959 den Standort Herford abgespalten

Schramberg/Herford. Im Alter von 91 Jahren ist am vergangenen Samstag der aus Schramberg stammende Unternehmer Anton Hettich verstorben. Hettich hatte 1959 mit seinem Eintritt in die Firma Paul Hettich in Herford, einem Hersteller für Möbeltechnik, die entscheidende Expansionsphase der Hettich-Firmen eingeleitet.

Anton Hettich, der den Kontakt zu Schramberg nie abreißen ließ, war Gesellschafter und Beiratsvorsitzender der Unternehmensgruppe Hettich, die seit 1966 in Kirchlengern ihren Sitz hat. 2007 hatte er die Unternehmensführung seinem jüngsten Sohn Andreas übergeben. Seine Tätigkeit im Beirat beendete er 2016.

In vielen Ehrenämtern hatte der Verstorbene in seiner Wahlheimat seine beruflichen Erfahrungen der Wirtschaft zur Verfügung gestellt. So war er Vorsitzender der Unternehmergruppe Ostwestfalen-Lippe und Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld. Als Ehrenvorsitzender der Industrievereinigung Möbelzubehör in Düsseldorf blieb er der Beschlagbranche eng verbunden. Von 1969 bis 1979 war Hettich Mitglied der Herforder CDU-Ratsfraktion.

1930 war das Schwesterunternehmen des damaligen Schramberger Betriebs als Paul Hettich GmbH in Ostwestfalen von den Schrambergern Paul, Franz und August Hettich gegründet worden – letzterer war der Vater von Anton Hettich. Grund für den neuen und damals zusätzlichen Standort war die dortige Nähe zu großen Herstellern in der Möbelindustrie.

1955 war der Ingenieur Anton Hettich in die Franz Hettich KG in Schramberg eingetreten. Seinen Schwerpunkt hatte er dort zunächst in der Abteilung Mechanik gesehen, da diese für die Firmen Franz Hettich in Alpirsbach und Paul Hettich in Herford Werkzeuge und Sondermaschinen – besonders für die Fertigung von Stangenscharnieren herstellte. 1956 gründete er mit seinen Vettern Hugo und Ludwig und fünf weiteren Familiengesellschaftern zudem die Hettich Maschinenbau, die allerdings nur drei Jahre lang bestand.

Mit seinem Wechsel nach Herford 1959 trennte er sich von der Franz Hettich KG (Hetal Werke), die mittlerweile ihren Firmensitz nach Alpirsbach verlegt hatte, und die in Schramberg mit einem Zweigwerk vertreten war. Damit wollte er Unabhängigkeit von seinem Vetter Hugo erlangen, der das Stammwerk im Schwarzwald führte, und mit dem er hinsichtlich der Unternehmensstrategie seit seinem Eintritt 1955 in das Gesamtunternehmen immer wieder unterschiedlicher Meinung war.

Das Herforder Werk hatte er zusammen mit seinen Brüdern Erwin (der seit seinem Ruhestand wieder in Schramberg lebt) und Bruno (der später das Zweigwerk in Berlin führte) sowie den Cousins Siegfried und Helmut zur heutigen Hettich Holding in Kirchlengern aufgebaut.

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