Mit dem Einstand des neuen Dirigenten sehr zufrieden zeigten sich die Besucher beim Herbstkonzert des MV Sulgen. Auch die Jugend hatte an dem Abend ihren ersten großen öffentlichen Auftritt unter Stefan Hauser. Fotos: kw Foto: Schwarzwälder Bote

Musikverein: Stefan Hauser begeistert beim Herbstkonzert / Melodien quer durch das Urlaubsland Italien

Das erste Herbstkonzert unter seinem neuen Dirigenten Stefan Hauser hat der Musikverein Sulgen in der voll besetzten Halle absolviert. Der heftige Beifall ließ keine Zweifel offen: Die Besucher waren mit dem Einstand sehr zufrieden.

 

Schramberg-Sulgen (kw). Auch die Musiker auf der Bühne der Sulgener Turn- und Festhalle sahen das so. Man sei mit dem jungen und dynamischen Dirigenten recht schnell warm geworden, schwärmte Vorsitzender Roman Seckinger bei der Begrüßung und verteilte schon vor Beginn des Konzerts Vorschusslorbeeren.

Diesen wurde der Bochinger – er leitet dort zehn Jahre die Jugendkapelle – voll und ganz gerecht. Seit knapp einem Jahr hat Hauser bei der Sulgener Kapelle das musikalische Sagen. Sicher, ruhig und ohne theatralische Gestik am Pult, so führte er seine hochkonzentrierten Musiker durch das ansprechende und ausgewogene Programm.

Die gewählte Melodienfolge stand unter dem Thema "Bella Italia". Alle Kompositionen hatten einen Bezug zum südeuropäischen Land. Vor dem Hauptorchester musizierte der Nachwuchs des einheimischen Vereins – ebenfalls unter Leitung von Stefan Hauser – mit großer Leidenschaft.

Das stattliche Jugendorchester stellte seinen beachtlichen Leistungsstand bei den Stücken "Back to the Future" (Alan Silvestri), "Fanfare, Canto & Danza" von Fritz Neuböck sowie dem "Italian Carousel" unter Beweis. Großer Applaus war der Lohn für den gelungenen Auftritt und Ansporn für weiteres Üben.

Auch Eros Ramazotti dabei

Mit kraftvollen Trompetenklängen ("Fanfare in Jubilio") startete das 60-köpfige Hauptorchester von Südtirol aus die musikalische Reise durch das Urlaubsland. Gleich danach kam schon der Höhepunkt des Abends: Die Gastgeber interpretierten die anspruchsvolle Komposition "Leonardo" von Otto M. Schwarz. Der Tonschöpfer beschreibt in seinem Werk das Leben und Wirken des italienischen Universalgelehrten Leonardo da Vinci, der Maler, Bildhauer, Architekt, Mechaniker, Ingenieur und Naturphilosoph in einer Person war. Die Ansprüche des Genies da Vinci an sich selbst, dessen Wissbegier und Vielfältigkeit versuchte der Komponist in seinem musikalisches Gemälde mit wechselnder Rhythmik, Dynamik und viel Ausdruckskraft umzusetzen. Sämtliche Register – auch der Dirigent – waren gefordert.

Mit Bravour zeichneten die Sulgener Musiker ein beeindruckende Bild des italienischen Künstler, das bei den Zuhörern große Wirkung hinterließ. Interessant waren ebenso die Variationen zum bekannten Volkslied "Funiculi Funicala" aus der Feder des japanischen Komponisten Yo Goto.

Im zweiten Teil widmete sich die Sulgener Kapelle mehr dem moderneren Stil. Filmmusik ("Godfather of Seville") und Unterhaltungsmusik ("Eros Ramazotti in Concerto") rundeten das Konzertprogramm ab. Mit den Klassikern im Marschrhythmus ("Venezia" und der Zugabe "Florentinermarsch") setzten die Gastgeber den Schlusspunkt.

Die originellen und erfrischenden Textbeiträge der Moderatorinnen Tamara Röcker und Melanie Bodtländer-Mauch kamen beim Publikum ebenfalls gut an.