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Schramberg Unterschriftenaktion für Erhalt von Park

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Die Kandidaten der "Aktiven Bürger Schramberg" Jochen Buhr (von links), Hilmar Bühler und Andi Helm bekommen in Sachen Leibbrandplatz Unterstützung von Hermann Reichert (Zweiter von links), Schultheiß des Freiamts Tös. Foto: ABS

Schramberg - Die "Aktiven Bürger Schramberg" haben an einen Infostand zur Diskussion rund um den Leibbrandplatz geladen. Sie setzen sich für den Erhalt des Parks und des Spielplatzes ein.

Am Stand der "Aktiven Bürger Schramberg­" (ABS) trafen sich dabei laut einer Mitteilung "nicht nur Anwohner rund um den Leibbrandplatz, um den Widerstand gegen die Zerstörung des Parks und des Spielplatzes zu formulieren und zu organisieren". Sie hoffen nach eigenen Angaben bei ihrer Unterschriftenaktion gegen die Zerstörung des Leibbrandparks auf Unterstützung aus der Bevölkerung, da im Zuge des Busbahnhofneubaus ohne den Leibbrandplatz in Schramberg nur noch der "Park der Zeiten" als letzter Grünbereich in der bebauten Talstadt verbliebe.

Verstand und Anstand würden es gebieten, so die ABS weiter, mit altem Baumbestand in zentralen Innerortslagen sensibel und mit historischem Erbe, mit selten gewordenen Erinnerungen an politischen Erfolg, respektvoll umzugehen.

Die Parkanlage erinnere an einen der wenigen Politiker, die viel für Schramberg erreichten: Der erste Ehrenbürger der Stadt Schramberg, Karl von Leibbrand (1839 bis 1898), brachte als Abgeordneter des Oberamts Oberndorf den Bau der Bahnlinie Schiltach-Schramberg auf den Weg. Aktuell reaktiviert die Landesregierung alte Bahnlinien, das Bahngleis von Schramberg nach Freudenstadt/Stuttgart und Offenburg/Straßburg wurde 1992 abgebaut. "Im Ergebnis sind und bleiben wir das einzige Mittelzentrum in Baden-Württemberg ohne Bahnanschluss. Man stelle sich vor, der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter würde seiner Verwaltung Gedankenspiele erlauben, den Englischen Garten oder den Olympiapark zu bebauen – er wäre wohl die längste Zeit Oberbürgermeister von München gewesen. Was in München undenkbar ist, wurde von unserer Stadtverwaltung als Option für den Leibbrandpark ausgearbeitet: In der Stadtverwaltung denkt man darüber nach, die alten Bäume des Leibbrandparks abzuholzen, die Rasenfläche mit einem Kreisverkehr zu überbauen und den Spielplatz an einen Investor zu verkaufen, der darauf Mehrfamilienhäuser bauen soll", äußern die "Aktiven Bürger" ihren Unmut. Der als Ersatz geplante Spielplatz an der Berneck sei nicht nur im Hinblick auf die Finanzierung fraglich. Tod durch Ertrinken sei bei Kindern im Vorschulalter die zweithäufigste Unfallursache nach dem Straßenverkehr, machen sie deutlich.

Der Schultheiß des Freiamts Tös, Hermann Reichert, war für den Infostand extra aus Waldshut gekommen. Der Erhalt des Leibbrandplatzes sei auch ein Herzensanliegen des Freiamts Tös. Reichert ist laut Mitteilung erfreut über die Unterstützung von Kandidaten der "Aktiven Bürger".

Der junge Lauterbacher­sträßler Hermann Reichert habe diesen Platz auf seinem Weg in den Kindergarten in der Berneckschule und dann später zur Volksschule täglich passiert und während der Erntemonate dort im Verteilungskampf um die Kastanien mitgekämpft.

Mit Staunen reagierte Reichert dieser Tage, als er von einem Bericht des "Schwarzwälder Tagblatts" von Juni 1919 erfuhr, also fast genau vor 100 Jahren, der von dem Fronleichnamskonzert im gräflichen Schlosspark berichtete. Am Schluss des Berichts stehe ein bemerkenswerter Satz, der exakt zum Thema Leibbrandplatz-Erhalt von heute passe: "Jeder Besucher dieser herrlichen Anlagen aber wird mit uns einig sein darin, dass dieser Park niemals wegen des Bahnhofsumbaus verschwinden darf; es hieße die Lunge aus dem Körper Schrambergs reißen, wollte man diesen einzigen Staubfänger und Luftreiniger für immer entfernen."

Auch wenn es beim Leibbrandplatz unter anderem "nur" um den Busbahnhof gehe, so sei dieser zitierte Text gerade in der jetzigen Zeit, in der Luftreinhaltung allerorten ein heißes Thema sei, höchst aktuell, so Reichert. Dies, so Reichert weiter, müsse man auch im Schramberger Rathaus wissen und bedenken.

Trotz heftigen Regenwetters sei es zu interessanten Begegnungen zwischen "Aktiven Bürgern" und der Schramberger Bevölkerung gekommen, die "zahlreich und ausnahmslos für den Erhalt des nach Karl von Leibbrand benannten Platzes plädierten", schließt die Mitteilung.

Ihre Redaktion vor Ort Schramberg

Stephan Wegner

Fax: 07422 9493-18

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