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Schramberg Trauer um "Berger Sepp" - echtes Original

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So kannten die Menschen Josef Berger: Im Mittelpunkt bei der Fasnet. Foto: Archiv

Schramberg - Eine traurige Nachricht: Der "Berger Sepp" – Josef Berger – ist in der Nacht auf Sonntag im Alter von 73 Jahren gestorben. Mit seiner Frau Helga hatte er Urlaub in Isny gemacht, als es ihm am Samstag plötzlich schlecht ging und er ins Krankenhaus in Wangen musste.

Der Berger Sepp war ein echtes Schramberger Unikat, an den sich viele Menschen gerne erinnern werden – beispielsweise wie er einst den Kiosk am City-Center mit seiner Helga bewirtschaftete, als Nikolaus in der Stadt tätig oder ein unverzichtbarer Bestandteil der Schramberger Fasnet war.

Auch als Drehorgelspieler, Gründer der Guggemusik und Chef der Aquarianer war er vielen Menschen geläufig. Um einen guten Spruch war der "Berger Sepp" nie verlegen und wusste zu jedem Anlass etwas beizutragen, mit dem er viele Menschen zum Lachen gebracht hat. Nicht nur an der Schramberger Fasnet wird man ihn vermissen.

Das Herz am rechten Fleck gehabt

Zunftmeister Michael Melvin würdigt ihn als "unseren besten Narrenblättle-, Brezelbändel- und Saalverkäufer". Er sei aber nicht nur deswegen sehr wertvoll für die Zunft gewesen. Der Berger Sepp habe das Herz am rechten Fleck gehabt und sei ein echtes Unikum gewesen. Er sei zu jedem Narrentreffen mitgefahren und habe dort fleißig Utensilien der Narrenzunft Schramberg verkauft.

Beim Umzug habe er mit seinem Traktor das Hanselwägele der Kinder gefahren, den er erst vor 14 Tagen verkauft habe. Um seine behinderte Tochter habe er sich rührend gekümmert.

Es habe keine Begegnung gegeben, bei der der Sepp nicht etwas zu "verwirtschaften" gehabt hätte, erinnert sich Melvin. So habe er beispielsweise beim Hanselschlag in der Braustube jedem Elferrat ein Abzeichen und Brezelbändel verkaufen wollen – und zeigte sich uneinsichtig, als das Ansinnen von den Elferräten abgelehnt wurde.

Berger Sepp ist an der Steige aufgewachsen. Auch Helga wohnte dort im Haus daneben, bis sie zwei war und mit den Eltern auf den Sulgen zog. "Die heirate ich einmal", habe Sepp schon damals gesagt. So erzählt es Helga heute. 1976 haben die beiden dann geheiratet.

Als Zwei-Mann-Musikkapelle bei Hochzeiten

Nicht nur auf Jahrmärkten war Sepp mit seiner Helga und dem Imbissstand präsent. Er hat auch bei der Bundesbahn gearbeitet, unter anderem als Schrankenwärter in Schiltach, und später zehn Jahre lang für das DRK Kinder in die Sonderschulen nach Waldmössingen gefahren. Er habe sich, berichtet seine Helga, nur Berufe ausgesucht, die ihm auch Spaß machten. Auch in der Fabrik arbeiten habe er ausprobiert, aber das sei nichts für ihn gewesen: "Das hat er mir schon vor der Hochzeit gesagt".

Spaß habe ihm auch gemacht, seine musikalische Ader auszuleben: Als Zwei-Mann-Musikkapelle bei Hochzeiten und anderen Festen: Er am Schlagzeug, Martin Armbruster mit dem Akkordeon. Vielleicht habe er diese Begabung und auch "das Wilde, das ihn umgab", von seiner aus der Pfalz stammenden Muter geerbt, vermutet Helga.

Manchmal hörte man den Berger Sepp, bevor man ihn sah: Wenn er mit seinem Uralt-Traktor, seinem Hobby, in flotter Fahrt durch die City am Rathaus vorbeipreschte, schwarzen Qualm ausstoßend, bei Siegen den Fußballcorso in der Stadt mitfuhr oder auf dem Weg zu einem Traktortreffen war. Bekannt war er auch in der Partnerstadt Lachen, wo er als Drehorgelspieler ebenso Stimmung machte wie bei der AWO-Seniorenbegegnung im Spittel.

Die Schramberger Fasnet dagegen war mehr als ein Hobby. "Die Fasnet war sein Leben", erklärt Helga. "Nach der Fasnet war für ihn vor der Fasnet", ergänzt Tochter Manuela. Jedes Jahr wurde auf der Ordensverleihung im Bruckbeck sein unermüdlicher Einsatz für die Schramberger Fasnet mit einem Orden gewürdigt. Dass er dieses Jahr mit dem Seckeles-Gäules-Orden ausgezeichnet wurde, darauf sei er stolz gewesen. Auch als Bach-na-Fahrer war er häufig zu sehen. Zudem hatte er die Guggenmusik "Staubiger Uhu" gegründet.

Beerdigung am Donnerstag, 22. August

43 Jahre war der Sepp mit seiner Helga verheiratet. "Wir waren gegenseitig die große Liebe für uns", sagt Helga traurig. Bei allen Aktivitäten und Aktionen war sie immer mit dabei gewesen, er kommunikativ mit allen, sie eher still. "Ich habe das alles gern gemacht, so konnten wir immer zusammen sein", bekennt Helga. Außer seiner Helga und Tochter Manuela hinterlässt Berger Sepp auch vier Enkel und drei Urenkel. "Bestimmt wird da auch einer seine Fasnetsbegeisterung geerbt haben", hofft Helga.

Schon zu Lebzeiten hatte ihr Mann bestimmt, dass er auf dem Friedhof Talstadt in der Nähe seiner vor sieben Jahren verstorbenen Tochter Marion beerdigt sein möchte. Dort findet die Beerdigung am Donnerstag, 22. August, um 13.30 Uhr statt.

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