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Schramberg Tod am Kreuz veranschaulicht

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Das Wegkreuz der Familie Mauch vom Wendelhansenhof aus dem Jahr 1889 an der alten Steige Foto: Kohlmann Foto: Schwarzwälder Bote

An den Kreuzestod von Christus erinnern auch im Raum Schramberg zahlreiche Feld- und Wegkreuze, die wertvolle Kleindenkmale der hiesigen Kulturlandschaft darstellen.

Schramberg. An der alten Steige steht ein Wegkreuz der Familie Mauch aus dem Jahr 1889, das eine interessante Geschichte hat. Die alte Steige war bis zum Bau der heutigen Oberndorfer Straße 1863/64 die Hauptverkehrsader von Schramberg nach Sulgen. Die Straße wurde an die steile Bergseite gebaut, um Überschwemmungen und Zerstörungen durch den oft Hochwasser führenden Göttelbach zu vermeiden. Der Weg vom Tal auf die Höhe – insbesondere mit schwer beladenen Fuhrwerken – war für Menschen und Tiere anstrengend und vor allem im Winter auch gefährlich. Die Erinnerung an diese Zeit lebt bis heute in dem alten Gasthausnamen "Unot" ("Oh Not") am Ende der alten Steigein Sulgen fort.

Auch Marterwerkzeuge zu sehen

A m oberen Ende der alten Steige stand auch schon früh ein von der Familie des Wendelhansenhofs im oberen Göttelbach gestiftetes Wegkreuz, an dem Bauern, Fuhrleute, Händler und Soldaten mit einem Gebet auf dieser Passstraße aus dem Schwarzwald zum Neckartal innehielten. Nach einer von Stadtarchivar Wilhelm Haas (1880 bis 1956) in den 1940er-Jahren festgehaltenen Überlieferung stand hier ursprünglich ein so genanntes "Arma-Christi-Kreuz" oder "Waffenkreuz" aus Holz – eine Besonderheit unter den Feld- und Wegkreuzen, auf denen zusätzlich zu dem üblichen Korpus auch die Marterwerkzeuge zu sehen sind, mit denen Christus nach dem biblischen Zeugnis gepeinigt worden ist. Der Kreuzestod sollte auf diese Art und Weise den oft noch leseunkundigen Menschen besonders anschaulich vor Augen geführt werden. Verbreitet sind solche Kreuze in Frankreich, der Innerschweiz, Österreich, Südtirol, Bayern und Baden-Württemberg, hier vor allem im ehemals fürstenbergischen und vorderösterreichischen Südschwarzwald.

In Schramberg war dieses "Arma-Christi-Kreuz" an der alten Steige das einzige seiner Art, das bis heute bekannt geworden ist. In Sulgen befand sich beim 1989 abgebrannten Specksepplehof ein "Arma-Christi-Kreuz", das bis heute beim dortigen Supermarkt erhalten geblieben ist und von Familie Gehweiler vorbildlich restauriert wurde. Die Marterwerkzeuge sind jedoch nicht erhalten geblieben. Als das "Arma-Christi-Kreuz" an der alten Steige mutwillig zerstört wurde, stifteten Wendelhansenbauer Josef Mauch (1860 bis 1944) und seine Ehefrau Rosa Mauch (1859 bis 1932) 1889 vier Jahre nach ihrer Hochzeit ein neues Kreuz, nun in der Gestalt eines zeittypischen Steinkreuzes.

Nur wenige Fußgänger sind auf der alten Steige unterwegs. Auch von den vielen Autofahrern wird es wohl meist nicht wahrgenommen. Seine eingetiefte Inschrift in früher goldenen, heute rotbraunen Frakturlettern lautet: "Wenn tiefer Kummer Dich betrübt; Wenn keine Menschenhilfe waltet; Kein Plan des Lebens dir mehr glückt; Die Erde unter dir sich spaltet; So eile hin mit mutigem Gebet; Zum Kreuze das auf Felsen steht; Gestiftet von Joseph Mauch; Rosa geb. Ganter; 1889."

Das etwa 3,55 Meter hohe Wegkreuz aus Stubensandstein hat abgefasste Kanten am Querbalken und am Kreuzesstamm und wird von einer Inri-Banderole gekrönt. Der Fuß ist verstärkt, das Sandsteinpostament hochrechteckig, der Sockel profiliert mit einer abgeschrägten Deckplatte. Der Christuskorpus aus Bronzemetall gibt dem Wegkreuz eine würdevolle Ausstrahlung.

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