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Schramberg Tiefe Einblicke in ein schicksalhaftes Leben

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Von Julia Brenner Schramberg. Im Jahr 2001 verstarb die Schramberger Dichterin und Malerin Gerlinde Großmann. Elf Jahre nach ihrem Tod erscheint nun im Hamburger elbaol-Verlag eine Gesamtausgabe aller ihrer Gedichte unter dem Titel "Worte in der Schwebe", herausgegeben von ihrem Mann, Reinhard Großmann.

Gerlinde Großmann wurde 1938 in Stettin geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie in Niedersachsen und im Rheinland. "Literatur hatte sie früh angezogen", heißt es im von ihrem Mann verfassten Nachwort zum Gedichtband. So studierte sie Deutsch und Theologie an der Universität in Bonn. Nach ihrer Heirat im Jahr 1962 setzte Gerlinde Großmann ihr Studium in Tübingen fort. Anschließend lebten die Großmanns fast 40 Jahre lang gemeinsam in Tennenbronn.

Sowohl Gerlinde als auch ihr Mann Reinhard, der am Schramberger Gymnasium die Fächer Englisch, Geschichte und Religion unterrichtete, verfassten in ihrer Schramberger Zeit eigene Texte. Gerlinde entdeckte zudem die Malerei für sich. Neben Zeichnungen und Ölgemälden entstanden auch Karton-Kollagen, an denen sie bis wenige Wochen vor ihrem Tod noch arbeitete.

Die meisten Gedichte, so Reinhard Großmann, seien in der Zeit von circa 1975 bis 1983 entstanden.

"Worte in der Schwebe" ist keine leichte Kost. Viele der Verse im 136 Seiten umfassenden Buch sind von intensiver, eher düsterer Grundstimmung und beschäftigen sich mit Themen, die die Künstlerin innerlich stark bewegten. Zum einen verarbeitete sie in ihnen ihre Multiple-Sklerose-Erkrankung, durch die sie seit 1975 auf einen Rollstuhl angewiesen war, zum anderen handeln sie oft vom Tod ihres zweiten Sohnes, der im Alter von einem halben Jahr starb. Gerlinde habe diesen schmerzhaften "Verlust als brutalen Eingriff in ihre Lebenswelt" wahrgenommen, schreibt Reinhard Großmann in seinem Nachwort. Dass sie nur ein Jahr später stark erkrankte, verstand sie laut ihm als "Folge dieses Schicksalsschlags". Aus diesen Gedichten sprechen Schmerz und Trauer besonders deutlich.

Positiver muten da die Bildgedichte an, die Gerlinde Großmann betrachtend zu verschiedenen Gemälden bekannter Künstler wie Paul Klee und René Magritte verfasst hat. Die Bilder sind im Buch nicht zu sehen, jedoch sind die Texte laut Reinhard Großmann "keine Interpretationen der Bilder", sondern können für sich allein stehen.

Der 1934 geborene Reinhard Großmann lebt seit 2007 bei seinem Sohn in Freienwill in der Nähe von Flensburg, wo er weiterhin als Schriftsteller arbeitet. Ob er zum Gedichtband seiner Frau auch eine Lesung in Schramberg abhalten wird, weiß er noch nicht. Der Gedichtband "Worte in der Schwebe" ist seit dem 15. November im Buchhandel erhältlich.

 
 

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