Wollen Kauder beim Wort nehmen und eine höhere Priorisierung der Talstadtumfahrung einfordern: Landrat Wolf-Rüdiger Michel und OB Thomas Herzog. Foto: Ziechaus

Landrat und Oberbürgermeister sprechen von "enttäuschendem Ergebnis".Schramberg letztes Nadelöhr.

Schramberg - "Wir haben so keine Chance, also nutzen wir sie", könnte das Motto lauten für die Verwirklichung der Talstadtumfahrung in Schramberg.

 

Von "einem enttäuschenden Ergebnis" bei der Einstufung der Tunnelbauprojekte für die Prioritätenliste des Landes zum Bundesverkehrswegeplan, sprach Oberbürgermeister Thomas Herzog bei einem Pressegespräch im Rathaus. Bei den Straßenbauprojekten mit Tunnels wurde der für die Umfahrung von Schramberg vom Land erst an fünfter Stelle eingeordnet.

Angesichts der viel zu knappen Mittel rücke damit eine Realisierung der gewünschten Umfahrung in eine Zeit nach 2030, rechnete Landrat Wolf-Rüdiger Michel. Man habe aber noch bis 2015 Zeit, den Bund von dem Projekt zu überzeugen, um in den vordringlichen Bedarf im Bundesverkehrswegeplan 2016 bis 2030 aufgenommen zu werden. Die Bewertungskriterien des Landes seien unzureichend, die schwierige Topografie bleibe unberücksichtigt, aber "die stammt vom Herrgott und dafür können wir nichts". Zudem dürfe der ländliche Raum nicht schlechter behandelt werden, auch wenn das Verkehrsaufkommen geringer sei als in Ballungsräumen.

Angesichts neuer Ortsumfahrungen in Dunningen und Haslach bleibe Schramberg das Nadelöhr auf der B462 für die Verbindung der Autobahnen zwischen Offenburg und Rottweil. Nun müsse man auch den Bundestagsabgeordneten Volker Kauder beim Wort nehmen, damit "wir in der Liste nach oben rutschen".

Schramberg brauche eine höhere Bewertung und vom Bund müssten mehr Mittel kommen für den Straßenbau. Nur dann sei eine Vorfinanzierung der Planungskosten sinnvoll, denn eine Planfeststellung sei nach zehn Jahren überholt.

Zusätzlich will Thomas Herzog eine Klärung der Bewertungskriterien einfordern sowie die Aufschlüsselung der Punkteverteilung des Landes.