Patrick Leibold setzt auf eine moderne Arbeitskultur. Foto: Unternehmen Foto: Schwarzwälder Bote

Wirtschaft: Geschäftsführer der Better ventures group spricht über die Übernahme der Straub Druck+Medien AG

Schramberg-Sulgen. Die Straub Druck+Medien AG in Sulgen hat wie berichtet nicht nur ihr Industriegeschäft an die Bosch Druck Medien AG im bayerischen Ergolding veräußert, sondern auch den Bereich Digitaldruck und Online-Druckerei an die Better ventures group ("Kartenmacherei") verkauft. Das operative Geschäft wurde der Better print production GmbH übertragen, mit Standort Sulgen. Geleitet wird sie von Straub-Geschäftsführer Francisco Martinez und Patrick Leibold von der better ventures group. Leibold haben wir Fragen zur Übernahme von Straub Druck und zum Standort Sulgen gestellt.

Herr Leibold, wie verhalten sich die Better ventures group und die Better print production GmbH zueinander?

Die Better print production ist eine 100-prozentige Tochter der Better ventures group GmbH. Mit Gründung der Better print production wurde der Digitaldruckbereich vollständig in die Better ventures group übernommen, um die Produktion der Printprodukte inhouse abwickeln zu können. Somit haben wir für unser aktuelles Kerngeschäft – die Kartenmacherei – die gesamte Wertschöpfungskette unter einem Dach vereint.

Was von der Straub Druck+Medien AG ist in die Better print production GmbH eingegangen?

Es wurde der komplette Digitaldruckbereich übernommen, mitsamt der Mitarbeiter, Maschinen und Betriebsmittel, die diesem Bereich dediziert zugeordnet waren.

Wie viele Mitarbeiter wurden von Straub Druck übernommen? Wie viele Mitarbeiter sind jetzt am Standort Sulgen beschäftigt?

Es wurden 70 Mitarbeiter übernommen. Außerdem konnten wir mit Francisco Martinez einen der Vorstände der Straub AG dafür gewinnen, die operative Geschäftsführung unserer neuen Gesellschaft zu übernehmen. Am Standort Sulgen beschäftigen wir nun alle übernommenen Mitarbeiter sowie einige neue Kolleginnen und Kollegen, die wir inzwischen zusätzlich eingestellt haben.

Welcher Aufgabenverteilung haben Francisco Martinez und Sie bei der Better print production GmbH?

Ich habe als Chief Operating Officer (COO) und Geschäftsführer verschiedene Aufgaben innerhalb der Better ventures group. Bei der Better print production bin ich gemeinsam mit meinem Mitgeschäftsführer für die strategische Führung des Unternehmens verantwortlich. Francisco Martinez ist darüber hinaus für das operative Tagesgeschäft der Better print production verantwortlich.

Auf welche Produkte beziehungsweise Dienstleistungen setzen Sie am Standort Sulgen den Schwerpunkt?

Auch weiterhin wird der Schwerpunkt – mit der Kartenmacherei als internem Hauptauftraggeber – auf der Produktion hochwertiger Karten und Kalender liegen. Des Weiteren sollen alle zukünftigen Töchter der Better ventures group, die Druckprodukte entwickeln, diese nach Möglichkeit am Standort Sulgen produzieren lassen.

Gibt es andere Standorte der Better ventures group, mit denen vom Sulgen aus zusammengearbeitet wird?

Ja, und zwar Gilching am Ammersee, München und Hamburg.

Francisco Martinez erwartet eine positive Entwicklung des Umsatzes und der Mitarbeiterzahl am Standort Sulgen. Wie wollen Sie diese Ziele gemeinsam erreichen?

Das Ziel der Better ventures group ist es, zukunftsfähige Geschäftsmodelle zu entwickeln und nachhaltig profitable Unternehmen aufzubauen. Neben der Kartenmacherei wird es daher perspektivisch zusätzliche neue interne Auftraggeber geben. Des Weiteren werden wir die Produktionsstraßen für andere Unternehmen öffnen und hier also auch externe Aufträge in hoher Qualität abwickeln. Wir setzen außerdem sehr stark auf die Menschen in unseren Teams: Durch die langjährige Partnerschaft zwischen der Kartenmacherei und Straub sind wir bereits gut eingespielt. Für uns ist eine moderne offene Arbeitskultur ein entscheidender Erfolgsfaktor. Diese leben wir in allen unseren Unternehmen und werden diese selbstverständlich auch in der Better print productions etablieren.

Wird das Coronavirus Ihre Pläne bremsen?

Definitiv ja. Es gibt wohl kaum ein Unternehmen, dass angesichts der aktuellen Krisensituation seinen Wachstumskurs uneingeschränkt fortsetzen kann. Unser Geschäft ist von der Unsicherheit im Konsumentenmarkt betroffen: Niemand weiß, wie sich die Einschränkungen unseres Alltags entwickeln werden und schon gar nicht, wie lange sie dauern werden. Da ist es eher schwierig, dass Kunden sich auf einen Hochzeitstermin festlegen und Einladungen bestellen. Aber wir wissen mit außergewöhnlichen Herausforderung umzugehen und sind wirtschaftlich sehr gut aufgestellt, so dass ich optimistisch bin, dass wir unseren Kurs nach der Krise fortsetzen können.

Wohin wird sich Ihrer Einschätzung nach die Druckbranche in der digitalen Zukunft entwickeln?

Wir leben und partizipieren erfolgreich am Trend der Digitalisierung, der sich noch deutlich verstärken wird. Es wird zukünftig einen noch stärkeren Shift zu Online geben. Ich bin aber überzeugt: Je digitaler der Alltag wird, umso beliebter werden hochwertig gedruckte Papeterie-Produkte zu besonderen Anlässen in unserem Leben.

Welchen Einfluss hat das auf den Standort Sulgen?

F ür uns ist der Standort logistisch perfekt gelegen, da wir neben Deutschland auch in Österreich und der Schweiz aktiv sind. Außerdem sind wir sehr zufrieden, dass wir hier engagierte und talentierte Menschen finden, die gerne mit uns daran arbeiten, Kunden mit hochwertigen Printprodukten zu begeistern. Für uns ist Sulgen definitiv ein Standort an dem wir bleiben wollen, daher haben wir bereits einen mehrjährigen Mietvertrag unterschrieben.   Die Fragen stellte Johannes Fritsche.

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