Die Architekten des Siegerentwurfs, Stefan Kamm (links) und Kalliopi Gheka (Zweite von rechts), zusammen mit Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr und dem städtischen Architekten Christof Birkel.Foto: Fritsche Foto: Schwarzwälder Bote

Kommunales: Schulleiter loben vorgeschlagene Konzeption / Erste Beauftragungen im Mai/Juni denkbar

In der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend wurden die Stadträte über das weitere Vorgehen beim Großprojekt Schulcampus informiert.

Schramberg. Fachbereichsleiter Rudolf Mager ordnete zunächst den Schulcampus in das städtebauliche Gesamtkonzept Schrambergs ein.

Anschließend erläuterte Christof Birkel von der Abteilung Gebäudemanagement und Hochbau den Entwurf der Kamm Architekten, den das Preisgericht am 6. Februar einstimmig zum Sieger erklärt hatte und der zusammen mit den anderen 21 Arbeiten acht Tage lang öffentlich ausgestellt wurde.

Auf der Leinwand führte er die Stadträte mit dem Pointer durch das geplante Areal und die Bauwerke. Dass die Gebäudeausschnitte viel Tageslicht in den Räumen erlaubten und das Foyer auch für Veranstaltungen geeignet sei, hob er besonders hervor, ebenso die geglückte Anpassung an Gelände und Nachbarschaft.

Zufriedene Schulleiter

Danach nahmen die Schulleiter der als erste vom Bau berührten Schulen Stellung. "Dass wir in Schramberg alle Schularten anbieten können, ist ein richtiger Luxus", stellte Schulleiter Jörg Hezel von der Erhard-Junghans-Schule fest.

Die Vorstellungen, Vorschläge und Wünsche der Schulen seien erfasst und an die Architekturbüros weitergeben worden. "Vieles davon ist in die Entwürfe eingeflossen", erklärte er zufrieden. Mit dem Campusgebäude komme alles unter ein Dach und man könne die Jahrgänge "in Clustern" zusammenlassen.

Beim Cluster-Konzept der Preisträgerlösung gruppierten sich vier Klassenräume um einen gemeinsam genutzten weiteren Raum. "Gute Pädagogik wird möglich", freute sich Hezel.

Das vorgeschlagene architektonische Konzept löse die Separierung durch die getrennten Schulbereiche auf, ergänzte Schulleiter Michael Kasper von der Peter-Meyer-Schule. "Die kurzen Wege fördern den Austausch und gemeinsame Arbeitsgruppen werden ermöglicht", erklärte er.

Fachbereichsleiter Mager betonte wie schon bei früheren Gelegenheiten, dass es sich bei den vorgestellten Vorschlägen um Entwürfe handle und man noch nicht in der Genehmigungsphase sei. Stadtrat Jürgen Kaupp (CDU) wollte in der anschließenden Frage- und Diskussionsrunde wissen, wo denn geparkt werde. Die Parkplatzfrage werde wie auch das Thema Haltestellen für den ÖPNV oder die Wege für die Fußgänger gesondert geplant, informierte Mager.

Fest stehe bislang aber, dass man keine Tiefgaragenplätze wolle. Stadtrat Josef Günter (SPD/Buntspecht) machte klar, dass er bei der Wärmeerzeugung für ein Gebäude solchen Volumens von den Planern innovative nachhaltige Lösungen erwarte. Heute gehe es nur um die Kenntnisnahme des weiteren Vorgehens, erklärte Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr. "Es passiert nichts ohne Beschluss des Gemeinderats", versicherte sie.

Weiteres Vorgehen

Die Beauftragung und Vergabe von Architekten-, Fachplaner- und Ingenieurleistungen erfolgt nach dem "Leitfaden zur Verordnung über die Vergabe öffentlicher Aufträge", also dem sogenannten "VgV-Verfahren". Dazu werden die drei Preisträger eingeladen. Im Verfahren werden die Leistungsfähigkeit des Büros, das Projektteam und die Honorarvorstellung abgeprüft. Das Büro mit der besten Punktzahl wird dem Gemeinderat zur Beauftragung vorgeschlagen. Auch die Vergabe der Leistungen für Tragwerksplaner, Haustechnik, Landschaftsplaner und Projektsteuerung finden in VgV-Verfahren statt.

Das Büro Kohler und Grohe wird die Verfahren betreuen, die im Mai abgeschlossen werden sollen. Weitergehende Beratungen und Beschlüsse des Gemeinderats sowie die Beauftragungen aus dem VgV-Verfahren könnten dann im Mai/Juni erfolgen.