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Schramberg Schmetterndes Blech im Forteklang

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Das vereinigte Jugendorchester unter Leitung von Andreas Nagel eröffnete sein Programm mit der Komposition "Festival Day". Fotos: Anton Foto: Schwarzwälder Bote

Spannung pur hat der Musikverein Harmonie Tennenbronn bei seinem brillanten Jahreskonzert in der Festhalle Tennenbronn zu "Helden und Sagen" geboten.

Schramberg-Tennenbronn. Das vergangene Vereinsjahr war von etlichen Veränderungen geprägt, deren Früchte sich aber schon beim Frühjahrskonzert 2019 zeigten: Zum einen erwies sich der Zusammenschluss der beiden Jugendkapellen des "Frohsinn" und der "Harmonie" als kluger Schachzug, zum anderen zeigte sich die Neubesetzung des Dirigentenamts seit April 2018 mit Thomas Wössner als Glücksgriff und zum Dritten hatte man die Vereinsführung mit dem Dreier-Vorstandsgremium erfolgreich auf drei Schultern verteilt.

Zum 110-jährigen Bestehen der "Harmonie" hatte Frank Borowski dem Verein eine Tuba aus Holz gewidmet, wofür ihm die Sprecherin dankte. Das "sagenhafte" Konzert umfasste Beiträge des Vororchesters, des Jugendorchesters und der Hauptkapelle des Musikvereins und auch hochkarätige Ehrungen waren eingebettet in den festlichen Rahmen.

Die ausgewählten Werke waren teilweise der Ober- und Höchststufe zuzuordnen, doch die hervorragend vorbereiteten Musiker waren als starkes Orchester dem hohen Leistungsniveau gewachsen.

Ihren ersten konzertanten Auftritt hatten die "Helden" des Vororchesters. Die beiden jungen Dirigenten Helena Maurer und Luis Fleig, die im Wechsel dirigierten, hatten die Jüngsten an Blasinstrumenten und Keyboard exzellent vorbereitet, sodass die Premiere mit dem Galant Marsch mit fröhlichem Thema gut vom Stapel lief. Ihr Programm wurde von Laura Storz und Julia Bitz angesagt.

Bei der Melodie "Wenn der Elefant in die Disko geht" im bedächtigen Tanzschritt setzte man mit Klatschen und Stampfen auch noch Körperinstrumente ein. Den begeistert applaudierenden Zuhörern gewährten die Jüngsten mit dem rhythmischen "Banjo Boogie" noch eine Zugabe.

Dem Nachwuchsmusiker Max Grießhaber aus dem Vororchester gratulierten Thomas Wälde und Romina Buchholz vom Vorstandsteam zum silbernen Leistungsabzeichen der Junioren. Als Co-Dirigentin des Vororchesters wurde Helena Maurer mit einem Geschenk-Album mit Erinnerungsfotos der sieben Jahre ihres Wirkens verabschiedet, doch wartet mit der Leitung des vereinigten Jugendorchesters Tennenbronn eine neue Herausforderung auf sie. Eine Probe ihrer Leitungskompetenz gab sie bereits beim letzten Stück des Jugendorchesters ab. Beim Vororchester wird nun Luis Fleig der alleinige Leiter sein.

Die 40 Mitglieder des vereinigten Jugendorchesters eröffneten ihr Programm mit der Komposition "Festival Day" von Mario Bürki und ließen entsprechend dem Titel festliche Klänge mit schönen Wechseln zwischen hellem Blech und farbenreichen Holzbläsern erklingen. Dirigent Andreas Nagel hatte das Orchester gut im Griff. Durch das Programm führten Ines und Raphael Fleig.

Von der musikalischen Seite schilderten die Jugendlichen Olympische Spiele als bedeutendstes Sportereignis weltweit bei der sinfonischen Dichtung "Olympic Dream" von Andreas Ludwig Schulte. Bei der Eröffnungszeremonie riefen "Fanfaren" zum Wettkampf auf und begleiteten den Einmarsch. Das heroische Thema der Trompete wurde vom Orchester aufgenommen und wanderte durch die Register.

Das Jugendorchester verabschiedete sich mit drei bekannten Melodien aus Rock und Pop in einem Arrangement von Paul Lavender. Der Saalboden vibrierte, denn beim Publikum wurde kräftig mitgewippt und die Bläser unterstützten ihren Rock ’n’ Roll-Sound noch mit Schellen, Klatschen und Hey-Rufen.

Sie bekamen von Romina Buchholz ein Riesenkompliment und Übergangsdirigent Andreas Nagel, der nach seinem Neuseeland-Aufenthalt kurzfristig den Taktstock übernommen hatte, bekam bei seinem ersten. und letzten Konzert mit der Jugendkapelle auf seinen bescheidenen Geschenkwunsch nach einem Apfel hin ein junges Apfelbäumchen als "Apfel-Flatrate" als Geschenk ausgehändigt.

Unter der neuen Leitung von Helena Maurer verliehen die Jugendlichen mit "Viva la Vida" von Tim Waters ihrer Lebensfreude musikalischen Ausdruck. Schon diese Premiere zeigte, dass auch mit der neuen Leiterin eine gute Chemie herrschte.

Durch das thematisch faszinierende Programm des Hauptorchesters unter Leitung von Thomas Wössner führte humorvoll und fachkundig Ewald Staiger. Mystische Helden- und Sagenstoffe hätten Thomas Wössner zu seinem spannenden Konzertprogramm inspiriert.

So war das Eröffnungswerk "Music for a Hero" von Thomas Doss all jenen Helden gewidmet, die für eine Sache, an die sie glauben, Feuer und Flamme sind, die ihre Träume leben oder kleine Heldentaten im Verborgenen vollbringen. Entsprechend heroisch war das Thema, das mit viel Schlagwerk ausgestattet wurde und dessen hymnischer Mittelteil fast wie ein Choral aufstieg. Zum Schluss erfolgte eine mächtige Steigerung durch schmetterndes tiefes Blech im Forteklang.

Dramatik pur war angesagt bei der "Symphonic Suite from Robin Hood" von Michael Kamen in einem Arrangement von Paul Lavender. Doch der zu Herzen gehende Songtitel "Everything I do, I do it for You" der Oboe löste mit seinen emotionalen Passagen Gänsehaut-Feeling aus.

Die Entführung geschah mit schrillen Tönen aus Posaune, Blech und Schlagzeug, mit Warnrufen aus allen Registern und knallendem, peitschendem Schlagzeug. Im Finale nach der siegreichen Schlacht wurde der liebliche Sound des Liebesliedes zum heroischen Klang gesteigert.

Ohrwürmer und Evergreens wie "Nobody does it Better" oder "Live and let Die" erinnerten beim Titel "Bond ... James Bond an die berühmten Filme mit Sean Connery, Roger Moore oder Daniel Craig. Zu Beginn und zum Abschluss durfte bei diesen musikalischen Streiflichtern die berühmte Erkennungsmelodie nicht fehlen. Gepfefferte, schrille Klänge mit hämmerndem Sound wechselten mit lyrisch weichen Passagen und schilderten musikalisch beide Seiten: einerseits Gewalt und Kampf, andererseits Liebe und Zärtlichkeit.

Eine ganz neue Klangnote kam mit Gesangssolistin Michelle Marber ins Spiel, die beim weiteren James-Bond-Titel "Writing’s on the Wall" aufhorchen ließ. Das Orchester eröffnete mit großem Gestus, doch die ausdrucksstarke Stimme der von Dirigent Thomas Wössner entdeckten Sängerin mit dem rauchigen Timbre übertraf an Stimmgewalt alle Erwartungen, und die Zuhörer zeigten ihre Begeisterung auch durch Zurufe beim Applaus.

Das Programm wurde beschlossen mit dem Marsch "Abschied der Gladiatoren", dem man seinen ursprünglichen Titel "Deutschlands Fürsten" noch unbedingt anmerkte. Mit akkuraten Figuren der Holzbläser und kräftigem Blechsound zogen die rund 65 Musiker unter der präzisen Leitung ihres Dirigenten vom Piccolo bis zur Tuba noch einmal alle Register ihres Könnens und setzten einen glanzvollen Schlusspunkt. Dass Michelle Marber als Tina Turner beim Titel "Simply the Best" einen zweiten brillanten Auftritt hatte, ließ die Herzen der Zuhörer noch höher schlagen. Mit ihrem Temperament brachte sie die Stimmung im Saal zum Sieden und setzte zusammen mit dem adäquat begleitenden Orchester einen tollen Schlusspunkt. Zusätzlich heizte das emotionale Tenorsaxofon-Solo von Egon Aberle die Stimmung auf.

Eine zweite Zugabe ernteten die anhaltend stürmisch applaudierenden Zuschauer mit dem Queen-Medley, aus der Feder des anwesenden Dirigentenbruders Wolfgang Wössner, wo die Hits der legendären englischen Rockband aus dem Film "Bohemian Rhapsody" die Zuhörer bis ins Innerste berührten, vor allem durch das mitreißende Saxofonsolo von Jasmin Deubert.

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