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Schramberg "Platz machen für einen Jüngeren"

Von
Time to Say Goodbye: Der Zunftmeister als Queen Foto: Schwarzwälder Bote

Schramberg. Sein Rückzug war, wie er sagt, "von langer Hand geplant". Neun Jahre nach seiner Wahl zum Zunftmeister der Schramberger Narren gibt Michael Melvin das Zepter weiter – in jüngere Hände. Schon immer habe er die Verjüngung des Elferrats gepredigt, betont der scheidende Zunftmeister – und jetzt wolle auch er Vorbild sein und eben Platz machen für einen Jüngeren. Seit 1993 sitzt Melvin übrigens im Elferrat, seit 1974 ist er Mitglied der Hanselgilde, vor seiner Tätigkeit als Zunftmeister war er Hanselmeister, Schriftführer und Mitglied in vielen Ausschüssen.

Wie war es denn vor neun Jahren in die Fußstapfen des dienstältesten Schramberger Zunftmeisters zu treten?

Das war sicherlich eine persönliche Herausforderung für mich. Aber nach dem ich viele Jahre Kritzelmeister der Zunft war – und dabei Hubert Dold assistieren durfte – war mir das Amt des Zunftmeisters in großen Teilen geläufig.

Welche persönlichen Ziele konnten in dieser Zeit umgesetzt werden, was gelang nicht?

Natürlich braucht auch ein Verein eine gute Führung. Aber es war nicht so, dass ich eigene Ziele verfolgt habe. Vielmehr hat der Elferrat und haben die Mitglieder das definiert, was es für die Zukunft zu tun gab. Durch die guten Verbindungen zu Junghans und Thomas Diehl konnte ich sicherlich eine große Hilfe beim Erwerb der Junghans- Garagen sein, in denen nun bekanntlich der neue Fundus der Zunft untergebracht ist.

Die gesellschaftliche Veränderung hat es mit sich gebracht, mehr Rücksichten auf die Mitglieder zu nehmen. So war es auch eine logische Konsequenz, eine neue Satzung für die Zunft zu schreiben. Hierbei wurde der Wunsch der Mitglieder umgesetzt, auch passive Mitgliedschaften eingehen zu können und Kindern eine im Beitrag verminderte Mitgliedschaft anbieten zu können. Natürlich war und ist es ein Ziel von mir gewesen, die Zunft zukunftsfähig zu halten – und dies vor allem auch von der Führungsebene hinunter in die Ausschüsse. Eine homogene Altersstruktur habe ich mir immer gewünscht und deshalb steht auch mein Ausscheiden aus dem Rat an.

Was war der fasnächtliche Höhepunkt als Zunftmeister?

Vom Brauchtumschef über den Kritzelmeister hatte ich viele Ämter inne. Der Höhepunkt war sicherlich die Wahl zum Zunftmeister. Im Rat zu diskutieren oder auch einmal zu streiten, um dann wieder demokratisch mehrheitliche Entscheidungen herbeizuführen, die die Zunft nach vorne gebracht haben, war immer ein persönlicher Höhepunkt.

Was ist für dich das Besondere an der Schramberger Fasnet?

Die Schramberger Fasnet ist für mich in erster Linie eine tiefe Wurzel der Heimatverbundenheit. Nichts bindet mich so an die Heimat wie die fünfte Jahreszeit. Ich war nur ein einziges mal an der Fasnet nicht unterwegs, das war nach dem Tod meines Vaters. Beeindruckt hat mich bei der Schramberger Fasnet im Besonderen, dass es nie Standesunterschiede gab. Wer an der Fasnet dabei war, der war dabei, egal welchen Alters oder aus welcher sozialen Schicht.

Wäre es sinnvoll gewesen, nochmals ein Jahr dranzuhängen, um den Nachfolger nicht gleich in einer Corona-Fasnet vielleicht auch in die Kritik zu stellen?

Nein, das glaube ich nicht. Ich habe schon vor vier Jahren einen Anlauf genommen, das Amt abzugeben und wurde freundschaftlich überredet noch einmal für eine Wahlperiode zur Verfügung zu stehen, das habe ich auch bereitwillig gemacht. Aber jetzt ist es Zeit für einen Wechsel. Corona ist ein Unglück für uns alle. Aber ich habe keine Angst um die Zunft.

Was fängst du mit der vielen freien Zeit jetzt an?

Mein allergrößtes Vergnügen ist das Bücherlesen und das Klavierspielen, vielleicht bleibt dafür künftig etwas mehr Zeit. Aber vielleicht kann ich auch mal wieder ein Kleidle anziehen und einfach als ganz normaler Narr am Hanselsprung teilnehmen. Darauf freue ich mich am meisten.

Damit bleibst du der Schramberger Narrenzunft weiterhin treu ...

Ja selbstverständlich, ich scheide im besten Einvernehmen mit dem Elferrat und der Zunft. Ich habe 27 Jahre dem Elferrat angehört, das ist eine lange Zeit. Unsere Elfer wissen, dass, wenn immer mein Rat und die Tat gefragt wird, ich Gewehr bei Fuß stehe. Es war mir eine Freude, dem Elferrat so lange gedient zu haben. Wunderbare Erlebnisse, viele Freundschaften und Bekanntschaften gehen auf das Konto Fasnet zurück.

Was gibts du deinem Nachfolger und eventuell deinen Mitstreitern mit auf den Weg?

Vorbild sein und den Karren ziehen, das ist der Nährstoff, um auch in Zukunft die Zunft als agilen und traditionsverbundenen Kulturverein in die nächsten Generationen zu tragen.   Die Fragen stellte Stephan Wegner.

Die Hauptversammlung der Narrenzunft – so Corona es zulässt – findet am Mittwoch, 11. November, 20 Uhr, im Marienheim statt. Eine Anmeldung ist notwendig unter E-Mail michael@melvin.de. Auf der Tagesordnung steht unter anderem die Wahl des Zunftmeisters. Kandidat für die Nachfolge ist Tobias Dold.

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