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Schramberg Ortschaftsrat zeigt Lutz Strobel rote Karte

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Das Gremium stimmte gegen die Wiederwahl von Lutz Strobel als Ortsvorsteher von Tennenbronn. Hier werden die Stimmzettel der geheimen Wahl ausgezählt. Foto: Ziechaus

Schramberg-Tennenbronn - Hammer im Ortschaftsrat: Das Gremium hat Ortsvorsteher Lutz Strobel am Dienstagabend das Vertrauen entzogen und ihn nicht wiedergewählt – nun bleibt die Stelle fürs Erste vakant. Viele Besucher wohnten der Sitzung im Rathaus bei.

Beim Tagesordnungspunkt sechs der Sitzung – "Vorschlag für die Wahl des Ortsvorstehers" – wurde es spannend. Trotz der Turbulenzen der vergangenen Wochen hatte Lutz Strobel wieder seinen Hut in den Ring geworfen, war aber bei der Sitzung nicht vor Ort. Die Sitzungsleitung hatte anstelle von Strobel dessen Stellvertreter Thomas Ernst inne. Nach der "Leserbrief-Affäre" hatte Oberbürgermeister Thomas Herzog ein disziplinarisches Verfahren gegen Strobel angekündigt. Vor der Wahl des Ortschaftsrats tat sich in dieser Hinsicht aber nichts.

Nun also war das Tennenbronner Gremium am Zug. Für Strobel stimmten bei der Wahl lediglich zwei Ortschaftsräte, acht sprachen sich gegen ihn aus – in geheimer Wahl übrigens, was sehr selten vorkommt.

Patrick Fleig verlas eine Begründung: Der Ortschaftsrat habe mittlerweile eine sehr kritische Haltung gegenüber Strobel. Das Unverständnis der Bürger hierüber sei nachvollziehbar, da Strobel Bürgernähe besitze, deren Anliegen ernst nehme und sich so hohes Ansehen erarbeitet habe.

Allerdings sei sein Umgang mit dem Leserbrief von Susanne Deubert "nicht zu tolerieren". Viele hätten ihr Vertrauen in Strobel verloren. "Er hat sein Amt nicht mit der ausreichenden Professionalität und Zuverlässigkeit gefühlt", kritisierte Fleig und führte Beispiele an. So sei Strobel in acht von elf Gemeinderatssitzungen nicht anwesend gewesen und habe sieben, beziehungsweise sechs Sitzungen der Verwaltungs- sowie Umwelt- und Technik-Ausschüsse verpasst. "Genau hier hätte er die Anliegen unseres Ortes vertreten sollen", sagte Fleig. Aus den Besucherreihen kamen erstaunte Anmerkungen wie: "Das haben wir nicht gewusst".

Zudem, so Fleig weiter, habe Strobel nichtöffentliche Inhalte weiter geleitet und einen bedenklichen Umgang mit den Kollegen der Verwaltung an den Tag gelegt. "Das alles wirft die Frage auf, ob er als Ortsvorsteher noch tragbar ist. Das Vertrauen ist nachhaltig gestört", erklärte Fleig. Der Ortschaftsrat trage hier Verantwortung für die Bürger.

Manfred Moosmann (Freie Liste) lobte Strobel als offen, bürgernah und kommunikativ. "Man hat gemerkt: Er will", sagte er. Allerdings sei schon früh Sand im Getriebe gewesen. "Das Duo Thomas Herzog/Lutz Strobel hätte nie mehr funktioniert", sagte Moosmann. Er wolle Strobel unter den neuen Voraussetzungen nach der OB-Wahl nochmal eine Chance geben.

Reinhard Günter (BDU) sah es so: "Wir können hier keinen Versuch wagen. Das ist eine Entscheidung für Tennenbronn für die nächsten fünf Jahre, die nicht zu revididieren ist. Wir brauchen einen Neustart, um den Ort vorwärts zu bringen."

Damit endet Strobels Zeit als Ortsvorsteher nach gerade einmal 18 Monaten. Zum 1. Januar 2018 hatte er sein Amt angetreten – und sofort viel Betrieb gemacht. Bei den Menschen in Tennenbronn war er zum Großteil beliebt, da er sich für den Ort einsetzte und nicht der verlängerte Arm der Stadtverwaltung in Tennenbronn war. Dass dies im Rathaus in Schramberg nicht immer gerne gesehen war, liegt auf der Hand.

Übergangsweise wird nun Manfred Moosmann als erster Stellvertreter Strobels die Amtsgeschäfte führen, sofern der Gemeinderat diese Personalie am 25. Juli bestätigt. Zum zweiten Stellvertreter wählte das Gremium Patrick Fleig. Thomas Ernst hingegen scheidet zum 25. Juli aus dem Ortschaftsrat aus.

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