Das Eselbachtal zwischen Schramberg, Aichhalden und Schiltach ist das Titelbild des Natura-2000-Managemantplans "Schiltach und Kaltbrunner Tal", der von Tennenbronn bis an die Kreisgrenze von Freudenstadt reicht.Foto: Regierungspräsidium Freiburg Foto: Schwarzwälder Bote

Umwelt: Managementplan mit Flächen zwischen Tennenbronn und Alpirsbach / Umfahrung ist Thema

Insgesamt zwölf Gebiete zwischen dem Bernecktal und der Kreisgrenze nach Freudenstadt sind im neuen Natura-2000-Managementplan "Schiltach und Kaltbrunner Tal" aufgeführt, der bis Freitag, 6. November, öffentlich ausgelegt wird.

Schramberg/Schiltach/Schenkenzell. " Verschlungene, von Flüssen durchzogene Täler mit bewaldeten Flanken sind die charakteristischen Merkmale des Fauna-Flora-Habitat-Gebiet", heißt es seitens des Regierungspräsidiums Freiburg. Um diese artenreichen Lebensräume zu sichern, hat das Regierungspräsidium einen Managementplan erarbeitet. Bis 6. November haben Bürger die Möglichkeit, zum Planwerk Stellung zu nehmen.

Das 1164 Hektar große FFH-Gebiet "Schiltach und Kaltbrunner Tal" zählt zu den 212 FFH-Gebieten in Baden-Württemberg, die zusammen mit den Vogelschutzgebieten Teil des europäischen Natura- 2000-Netzes sind.

"Dank der schon lange bestehenden extensiven Bewirtschaftung durch Landwirte sind viele der vorhandenen Grünlandflächen blumenbunte Mähwiesen, die einer Vielzahl von Insekten einen Lebensraum bieten. Aber auch die bewaldeten Bereiche bieten einiges zum Entdecken: Hier verstecken sich zum Beispiel viele alte Stollen und Höhlen, die alljährlich von einer großen Anzahl verschiedener Fledermausarten wie Wimpernfledermaus oder Großes Mausohr als Winterquartier aufgesucht werden", heißt es weiter.

Für jedes Natura 2000-Gebiet erarbeiten die Regierungspräsidien in Abstimmung mit Behörden, Verbänden und Landnutzern einen Managementplan. Der nun vorliegende Entwurf des Managementplans stellt die Ergebnisse der Kartierungen der geschützten FFH-Lebensraumtypen und FFH-Arten dar. Er enthält außerdem Ziele und Maßnahmenempfehlungen für deren Erhaltung und Entwicklung.

Zwölf Teilgebiete

Insgesamt ist der Managementplan in zwölf Teilgebiete gegliedert: Kaltbrunn Nord (113 Hektar), Grausenloch-Wittichen Brestental, (133 Hektar), Wüstenbach (elf Hektar), Herrenberg Schenkenzell (fünf Hektar), Lehengericht bis Loch (360 Hektar), Aichberg (ein Hektar), Eselbach (93 Hektar), Rappenfelsen (27 Hektar), Haldenhof Sulgen (22 Hektar), Hohenschramberg (67 Hektar) und Reute bis Schleifenloch Schramberg (310 Hektar). Ein Drittel der Fläche liegt auf Schramberger Gemarkung, 29 Prozent auf Schiltacher, 24 Prozent auf Schenkenzeller, zehn Prozent auf Aichhalder, zwei Prozent auf Hardter und 0,3 Prozent auf Alpirsbacher Fläche. Geprägt sind drei Viertel der Fläche mit 877 Hektar Wald –­ davon 804 Hektar Privatwald. Die Grünlandgebiete befinden sich besonders um Schramberg. Knapp ein Drittel des Offenlandes sind unterschiedlich intensiv genutztes Grünland.

Bei den Tierarten geht es vor allem um den Schutz von Fledermäusen (Wimperfledermaus, Bechsteinfledermaus und großes Mausohr), aber auch um Bachneunauge, Groppe und Kammmolch. Besonderheiten sind zudem das Grüne Koboldmoos sowie Rogers Goldhaarmoos, das in mehreren Bereichen vorkommt.

Umfahrung betroffen?

Im Hinblick auf die Schutzgüter der FFH-Richtlinie besitzt das Gebiet 17 verschiedene Lebensraumtypen und sechs Arten nach Anhang II der FFH-Richtlinie und somit "eine sehr hohe Vielfalt an Natura-2000-Schutzgütern".

Hinsichtlich einer geplanten Trasse der Talumfahrung Schramberg, die unweit des Schutzgebiets im Eselbach offen geführt werden soll, sieht das Regierungspräsidium keine Probleme. Auf Nachfrage, ob der Managementplan, dessen Flächen an die offene Führung der Talumfahrung grenzen, diese berühre oder behindere, schreibt RP-Sprecherin Heike Spannagel: "Der Managementplan für das FFH-Gebiet wird in der anstehenden Detailplanung für die Ortsumfahrung selbstverständlich berücksichtigt."

Aichhaldens Bürgermeister Michael Lehrer sieht es allerdings so, dass das Verschlechterungsverbot sich auch auf die Flächen bezieht, die nicht unmittelbar geschützt sind. "Diese Flächen dürfen nicht so beeinträchtigt werden, dass sich negative Auswirkungen für die geschützten Fläche ergeben. Dass die Umfahrung hier Auswirkungen hat, ist für mich unbestritten", sagt Lehrer.

Die vollständigen Unterlagen (Text und Karten) des Plans sind über die Internetseite des Regierungspräsidiums Freiburg unter www.rp-freiburg.de in der Rubrik Aktuelles abrufbar.

Außerdem kann der Planentwurf eingesehen werden:

Landratsamt Rottweil, Königstraße 36, 78628 Rottweil, Zimmer 407, Ansprechpartnerin: B. Hämmerle, Telefon 0741/2 44-82 08; Rathaus Schenkenzell Reinerzaustr. 12, 77773 Schenkenzell, Ansprechpartner: Bürgermeister Bernd Heinzelmann.

Ansprechpartnerin beim Regierungspräsidium Freiburg ist Frauke Staub, Telefon 0761/208-41 40; Frauke.Staub@rpf.bwl.de

Schriftliche Stellungnahmen können bis Freitag, 6. November, an das Regierungspräsidium Freiburg, Abteilung 5, Verfahrensmanagement, Bissierstraße 7, 79114 Freiburg oder per E-Mail an Abt5.Verfahrensmanagement@ rpf.bwl.de (mit dem Betreff: Stellungnahme MaP Schiltach-Kaltbrunner Tal) gerichtet werden.