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Schramberg Narren setzen Stadt-Agenda

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Unter den wachsamen Augen von Elferräten und Zunftmeister beginnt Obernarr Uli Bauknecht mit dem Abstauben. Fotos: Fritsche Foto: Schwarzwälder Bote

So viele Narrenzunftmitglieder wie selten haben sich in diesem Jahr zum Abstauben der Fasnets-Häs am Dreikönigsmorgen bei Zunftmeister Michael Melvin in der Schiltachstraße eingefunden.

Schramberg. Die Narrenzunft hat den Vorteil, dass sie in der Regel früher mit dem Abstauben dran ist als Oberbürgermeister Thomas Herzog mit seinem Neujahrsempfang – diesmal am Sonntag, 13. Januar –, auf dem dieser seine traditionelle Neujahrsrede hält. So kann Zunftmeister Melvin als erster die Themen und Pflöcke für das neue Jahr setzen, auf fasnetsgemäße launige und zugespitzte Art. Richtig eingestimmt waren die Elferräte durch den Vortrag von Carsten Kohlmann am Vorabend in der Villa Junghans zur Fasnet in Schramberg in den 1950er-Jahren (wir werden noch berichten).

Da Oberbürgermeister Herzog wegen einer starken Erkältung nicht kommen konnte, knöpfte sich Melvin seine Stellvertreter Udo Neudeck und Martin Himmelheber vor, als Adressaten konstruktiver Vorschläge an die Stadtverwaltung und schonungsloser, aber sachlicher, mit unterschwelligem Charme vorgebrachter Kritik.

Mit vielen Beispielen und historischen Bezügen sprach Melvin über die sich fortwährend verändernde Stadt: "Viele Sachen sind gekommen, viele wieder gegangen." Seine Ausführungen fasste er für das Wahljahr 2019 in einer "Agenda 5.0 für Schramberg" zusammen: 1. Die Fasnet habe die kommenden 100 Jahre Bestand. 2. Schulen in Schramberg seien wichtig, aber es brauche auch die Kinder dafür. 3. Wegen der Topografie brauche es statt eines Rad- einen "Gastrobeauftragten" (in Anspielung auf die Gaststättenmisere, selbst Heiligenbronn habe mehr offene Gaststätten). 4. Die Tennenbronner brauchten eine neue Halle, die Schramberger überhaupt einmal eine. 5. Die medizinische Notfallversorgung in Schramberg sei absolut bescheiden. 6. Nur ein geöffnetes Freibad sei ein gutes Freibad.

"So einfach kann Politik sein, wenn man das Bewusstsein für den Wähler nicht verloren hat", mahnte Melvin, sein Blick streifte über die anwesenden Stadträte. Devise solle sein: Machen, nicht so viel schwätzen. Melvin wünschte Oberbürgermeister Herzog viel Glück und Kraft, falls dieser noch mal kandidiere. Er dankte Herzog und der Verwaltung für die immer zuverlässige Unterstützung der Schramberger Fasnet.

Melvin erklärte mit einem Zwinkern, dass der Elferrat hinter den Karikaturen des Schwarzwälder Boten stecke, dass aber der Gemeinderat eine davon gefälscht habe. "Um sich danach mit einer gemeinsamen Erklärung wieder auf Schmusekurs mit dem OB zu begeben, nachdem dieser die vergangenen Jahre so unverschämt niedergebügelt wurde", erklärte Melvin und überreichte Himmelheber das entschärfte Original.

Mit Peter Renz, Edgar Reuter und Uli Bauknecht waren drei Obernarren zum Helfen gekommen. Letzterem erteilte der Zunftmeister den Auftrag, mit dem Abstauben der schön in der Raumecke drapierten Häs zu beginnen.

Elferrat Achim Schaub blieb es dann, das Fasnets-Motto 2019 zu verkünden: "Im Lichtspielhaus do isch was los, für’d Hoorig Katz’ isch des grandios. Sie will Euch heut’ die Ehre geben, in Schramberg Kino zu erleben". Die "Filmpremiere" findet beim Zunftball am 3. März um 20 Uhr im Bärensaal statt.

Ihre Redaktion vor Ort Schramberg

Stephan Wegner

Fax: 07422 9493-18

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