Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Schramberg Nach Erdrutsch: Lage am Hang stabilisiert sich

Von
Mit dem Strahl von zehn Sekundenlitern aus dem Strahlrohr der Drehleiter wurde versucht eine Abflussrinne zu schaffen. Dies gelang teilweise. Foto: Wegner

Schramberg - "Es hat teilweise kleine Abgänge gegeben, aber nichts, was die Lage verschlechtert", sagte Oberbürgermeister Thomas Herzog am Mittwochmorgen vor Ort hinsichtlich des Hangrutsches im Bereich unterhalb der Schilteck.

Zwei Maßnahmen stehen derzeit im Fokus hinsichtlich der Sicherung des Geländes. So wurde am Mittwoch damit begonnen, eine 15 Zentimeter starke Drainageleitung in den Hang oberhalb des abgerutschten Parkplatzes einzubauen. Dies führt in einen früheren Hangwasserzusammenlauf, den der städtische Bauhof mittlerweile mit Teichfolie ausgelegt hat, sodass künftig mit einer automatischen Pumpe das anfallende Hangwasser abgepumpt werden kann. Dies hat mittlerweile nachgelassen, allerdings befürchten die Verantwortlichen von Stadt und Regierungspräsidium, dass Niederschläge am Donnerstag die Lage wieder verschlechtern könnten.

Mehrfach täglich soll die Pumpe und die Leitung kontrolliert werden, hier werde auch die Polizei mithelfen, versprach Schrambergs Revierleiter Jürgen Lederer, um Bauhof und Feuerwehr zu entlasten. Letztere kündigten am Mittwochmorgen an, bis zum Nachmittag ihren Einsatz zu beenden, sobald die Pumpe des Bauhofs in Betrieb sei. Im Schichtdienst waren die Helfer der Feuerwehr seit Montag im Einsatz –­ vielen von ihnen zwischendrin auch noch bei ihrer regulären Arbeit. Abteilungskommandant Patrick Wöhrle konnte sich von seiner eigentlichen Arbeit bei der Berufsfeuerwehr Stuttgart freistellen lassen, dort sprangen Kollegen ein. Geschlafen hat Wöhrle in den zwei Tagen kaum – in der Nacht zum Dienstag eine halbe Stunde im Einsatzwagen und tags darauf immerhin drei Stunden. So ist auch er froh, wenn er sich nach dem Einsatz und anschließendem Reinigen von Material und Fahrzeugen aufs Ohr hauen kann und erst am Samstag wieder arbeiten muss. "Die Mannschaft hat ganz toll mitgemacht", lobt Wöhrle seine Kollegen und freut sich auch über den Dank von Oberbürgermeister und dem Landesgeologen Clemens Ruch für die gute Zusammenarbeit und die Leistung. "Ich bewundere es, wie Sie sich die Nacht um die Ohren schlagen im kalten Dobel", sagt er anerkennend.

Spontane Essenslieferung

Toll findet es Wöhrle, dass Özgür Omar vom Café Hirschbrunnen und Kirsten Moosmann vom Café Bar Majolika am späten Montagabend und in der Nacht spontan alle Helfer mit Verpflegung versorgten.

Die zweite wichtige Stelle sieht Geologe Ruch auf dem Parkplatz des Thomas-Philipps-Markts selbst. Dort muss mit Baumstämmen und Erde eine Wasserrinne so gebaut werden, dass künftig abrutschende Massen direkt in die Schiltach abfließen können, ohne dass sie den Markt selbst weiter fluten oder beschädigen. Dies ist aber nach Einschätzung des beauftragten Bauunternehmers Martin Kopp gar nicht so einfach, da er befürchtet, dass beim Entfernen von angespülten Baumwurzeln und anderem Holz ein Teil des Materials weiterrutschen könnte. Bis auf wenige Meter kann am Nachmittag dann schließlich die Rinne von Holz und Morast freigeräumt werden, weiter kommt der Bagger nicht. Deswegen wird mit der Feuerwehrdrehleiter ein kräftiger Wasserstrahl in die Rinne geblasen, um Material abzuspülen. Dies geht zwar teilweise, aber ganz so tief, wie es Ruch gerne hätte, wird sie nicht. Hier soll am Donnerstag der Schreitbagger zum Einsatz kommen.

Überprüft wird zur Sicherheit auch ein Wohnhaus neben dem Markt. Dort seien zwar Vernässungen im Garten, aber keine Instabilitäten festzustellen, wie Ruch sagt.

Rings um die Gefahrenstellen wird der Bauhof bis Donnerstag Zäune aufstellen und mit Flatterband absperren. Zudem sollen Schilder vor möglichen Gefahren warnen. Der Radweg zwischen Schramberg und Schiltach soll in diesem Bereich bis zum Wochenende gesperrt bleiben, Grund hierfür ist die Gefahr, dass nachrutschendes Material so heftig in die Schiltach klatscht, dass diese über das gegenüberliegende Ufer schwappt.

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.