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Schramberg Musik taucht Kirche in magische Farben

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Die Pfarrkirche St. Maria erstrahlt in unterschiedlichen Farben. Foto: Schwarzwälder Bote

Beim Konzert "Orgel plus Licht" in der Pfarrkirche St. Maria sind die Veranstalter vom Verein Schramberger Orgelkonzerte mit der Verbindung von Klang und Lichtinstallation neue Wege gegangen.

Schramberg. Zwei Tastenkünstler, Tobias Wittmann an der Walcker-Orgel und Kurt Laurenz Theinert am Visualpiano, schufen bei dem Konzert eine einzigartige Verbindung von Ton- und Lichtkunst, die den Kirchenraum in magisches Licht tauchte, wobei die Licht-Bilder im Chor, an Decke und Wänden völlig von der Musik inspiriert wurden und dementsprechend ständig wechselten.

Was wohl Erich Hauser, der Schöpfer der Stahlplastiken in der Kirche, zu dieser imposanten Lichtmagie gesagt hätte? Vielleicht hätte auch er sich wie die Konzertbesucher von der Faszination dieser Symbiose von Klang und Licht bezaubern lassen. Begrüßt vom Vorsitzenden des Vereins Schramberger Orgelkonzerte, Gebhard Pfaff, erhielten die Zuhörer eine kurze Einführung durch die beiden Künstler.

Kurt Laurenz Theinert, der Li chtkünstler, betonte die Gleichzeitigkeit bei der Entstehung von Klang und Licht durch die beiden Instrumente für den Klang und das Lichtspiel. Dank seiner Erfindung des Visualpianos könne das Licht mittels einer Tastatur wie die Musik live "gespielt" werden. Damit sei es möglich, spontan auf die Musik zu reagieren.

Improvisationen sind Großteil des Programms

Organist Tobias Wittmann ging auf die Erfindung des Pedalflügels, eines Klaviers mit zusätzlichem Pedal, ein, das einen gewissen Ersatz für die Orgel darstellte und zur Zeit Schumanns in Gebrauch war. Eine Kostprobe der Kompositionen für dieses Instrument seien die "Studien für den Pedalflügel" von Robert Schumann, Charakterstücke, die sehr streng in kanonische Form gefasst und trotzdem harmonisch untermalt seien. Bei den Improvisationen, die den Großteil des Programms ausmachten, setze der Musiker seine eigene Klangsprache und gehe sehr frei mit den Tönen um.

Lichtbälle steigen auf und ab

Gespannt warteten die Zuhörer in der dunklen Kirche auf den Beginn des Spektakels. Stoßweise kamen die ersten Orgeltöne, stoßweise flackerten Lichtquadrate auf, bildeten Lichterketten, gewannen Farben hinzu, wanderten mit den fluktuierenden und tremolierenden Orgelklängen über Decke, Wände und Pfeiler und bildeten schließlich ganze Lichtstraßen. Gar nicht so streng wie Fugen hörten sich die Studien für den Pedalflügel an. Mit ihrer bewegten Melodik, ihren Leitern und Sequenzen trug die Musik eher einen heiteren Charakter. Dazu passten genau die durchsichtigen Lichtbälle, die Theinert im Kirchenraum wie Sterne auf- und absteigen und ihre Bahn ziehen ließ. Die "Himmelskörper" erinnerten oft auch an Sternschnuppen, die vom Himmel fielen.

Lang gezogene Linien und grafische Muster in gedämpften Farben machten bei der nächsten Improvisation aus der Kirche einen magischen Raum. Wie ein Feuerwerk ergossen sich die Strahlen in Spektralfarben, einmal dominiert von Blau, einmal von Grün. Dieses magische Grün erzeugte im Betrachter beinahe die Vorstellung eines Zauberwalds, doch parallel zur unruhiger werdenden Musik verwandelte sich auch dieser bald in ein neues Licht- und Farbpanorama, bis die Orgelklänge wieder ruhiger wurden. Diesem ruhigen Klangbild entsprach als ruhige Lichtprojektion ein sich ausbreitendes Netz, das sich bald vervielfältigte und als pulsierendes Herz über dem Chor stehen blieb.

Bei der nächsten Improvisation ließ der Organist aus einem Gemisch von dunklen Tönen eine Ursuppe entstehen. Wie bei einem Schöpfungsakt wurden die Zuhörer und Zuschauer Zeuge der Geburt von Himmelskörpern, Ballons, die aufstiegen wie Seifenblasen, verschmolzen, sich teilten und an Decke und Wänden auf- und niederwanderten. Der Klang schwoll an, die transparenten Bälle, wie von unsichtbarer Hand jongliert, wuchsen an, vergrößerten sich zu riesigen Netzen, aus denen wieder dichtere Gebilde hervorgingen, die sich wie in einem Lichtertanz drehten. Mit dem Verebben des Orgelklangs verengte sich dann auch das Bild zu einer Linie.

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Schramberg

Karin Zeger

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