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Schramberg Müssen 100 Beschäftigte um Jobs bangen?

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Vor der Betriebsversammlung am heutigen Donnerstag bei der Schweizer Electronic AG in Schramberg-Sulgen haben die IG Metall-Vertrauensleute am Mittwoch ihre Forderungen in einer Aktion öffentlich gemacht. Foto: Wegner

Schramberg-Sulgen - Hinsichtlich drohender Kündigungen bei der Schweizer Electronic AG in Schramberg-Sulgen haben die IG Metall-Vertrauensleute am Mittwoch ihre Forderungen in einer Aktion öffentlich gemacht.

Die Verhandlungen um Beschäftigungssicherung und einen Sozialplan zwischen Betriebsrat und Vorstand gehen am Donnerstag in die nächste Runde. Mit einer Flugblattaktion am gestrigen Mittwoch brachten sich die IG Metall-Vertrauensleute bei Schweizer mit ihren Forderungen in Stellung.

Beschäftigungssicherung vor Abfindung

Denn, so das Flugblatt: "Es geht weiterhin um die Zukunft und die Existenz von 100 Kolleginnen und Kollegen". Statt plumpen Stellenabbaus bräuchten die Beschäftigten und ihre Familien gerade jetzt Sicherheit und Perspektiven.

Lesen Sie auch: Geplanter Personalabbau bei Schweizer Electronic steht bevor

"Nach wie vor geht für die IG Metall Beschäftigungssicherung vor Abfindungen und einer Transfergesellschaft", erklärte Dorothee Diehm, Erste Bevollmächtigte der IG Metall in Freudenstadt.

Vorstandsvorsitzender Nicolas Schweizer und Finanzvorstand Marc Bunz seien jedoch immer noch anderer Meinung und wollten an den geplanten Entlassungen weiter festhalten. Auch zu den Vorschlägen von Betriebsrat und IG Metall in Bezug auf den Sozialplan sei die Haltung des AG-Vorstands eindeutig: Die Position von IG Metall und Betriebsrat, wenn ausscheidende Beschäftigte durch sehr hohe Abfindungskosten mehr Schutz erfahren sollen als die Mitarbeiter, die weiter langfristig an Bord bleiben, würden dem Unternehmen nicht gut tun. So ist es in einem internen Schreiben des Vorstands an die Beschäftigten zu lesen. "In diesem Zusammenhang von mehr Schutz für zu kündigende Kolleginnen und Kollegen zu sprechen, verbietet sich geradezu", kritisierte Diehm.

Abfindung sollten keine Gefährdung für Unternehmen sein

So wird in dem Flugblatt auch deutlich gemacht: "Wenn bei den Abfindungen der Faktor 0,5 [Monatsgehälter je Jahr Betriebszugehörigkeit] nicht stehe, dann stehen wir auf und gehen". Wenn jemand seinen Arbeitsplatz verliere "dann bitte nur mit angemessener Abfindung".

Der Vorstand der Schweizer Electronic AG wäre sogar noch einen Schritt weiter gegangen: Vor allem die Höhe der Abfindungen würden in der Folge das Unternehmen gefährden, ist deren Ansicht. "Unbestritten ist es", so die IG Metall, "dass Abfindungen und Transfergesellschaft keine Gefährdung für den Fortbestand eines Unternehmens darstellen dürfen." Unbestritten sei aber auch, dass der Betriebsrat zu genau diesem Sachverhalt einen eigenen, unabhängigen Sachverständigen einsetzen kann, um diese in der Belegschaft strittig geführte Frage prüfen zu lassen und für Transparenz zu sorgen.

"Es tut nicht gut, verbleibende und zu kündigende Beschäftigte gegeneinander zu stellen. Die Belegschaft der Firma Schweizer hat insbesondere im vergangenen Jahrzehnt alles für das Unternehmen gegeben, gemeinsam. Daher muss eine faire und vor allem transparente Lösung her und das im Sinne von Solidarität, welche die Belegschaft in dieser schwierigen Situation verbinden und nicht trennen darf", fordert Diehm.

Entsprechend forderten auch die IG Metall-Vertrauensleute in ihrem Flugblatt den Betriebsrat auf, einen Sachverständigen zu beauftragen, der in der Liquiditätsfrage für Klarheit sorgt.

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