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Schramberg Manch exotisches Gebräu angerührt

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Das Linde-Wieble (Mitte) wird vom Pfrieme-Stumpe (links) und Kappelgeist hofiert. Foto: Narrenzunft Foto: Schwarzwälder Bote

Es hockte einst im Lindenhisle, rührte im Kessel Kräuter zusammen und – hört, hört – spielte mit dem Teufel Karten. Aber es hatte auch seine guten Seiten und half kranken Menschen. Die Rede ist vom Linde-Wieble.

Schramberg-Tennenbronn. Diese Figur bereichert seit mittlerweile 20 Jahren die Tennenbronner Fasnet, was nun am Samstag, 22. Februar, ab 19.30 Uhr in der Festhalle gefeiert wird. Alles verrät Helga Wölk, Zunftmeisterin der Narrengilde Pfrieme-Stumpe, noch nicht. Nur so viel: Es wird Showtänze, Brauchtum und Auftritte von Guggenmusiken geben.

Das Linde-Wieble ist übrigens keine Erfindung, dieses gab es wirklich – auch wenn das schon etwa 200 Jahre her ist. Damals, so wird in Tennenbronn gemunkelt, geschahen im Lindenhisle so allerhand ungewöhnliche Dinge. So braute das Linde-Wieble sonderbare Säfte und Tränke.

Die Zutaten hierfür hatte das Linde-Wieble in den Wäldern in Richtung Öhle gesammelt. Dieses Gebräu hatte es in sich, da kranke Menschen gerne zum Linde-Wieble gingen, um sich mit dieser besonderen Tennenbronner Medizin Linderung oder gar Heilung zu verschaffen. Was in diesen Tränken aber alles enthalten war, bleibt das Geheimnis des Linde-Wiebles.

"Das Linde-Wieble war keine Hexe", ist sich Helga Wölk sicher. Was hier aber dagegen spricht: Es spielte mit dem Teufel Karten, worauf einige frühere Tennenbronner Stein und Bein schworen, wollten sie das doch durch die Fenster beobachtet haben.

Mehr als genug also, die wundersame Gestalt als Figur der Tennenbronner Fasnet vor 20 Jahren wieder auferstehen zu lassen. Der Grund war hingegen ein eher schnöder: "Viele wollten bei den Pfrieme-Stumpe nicht mehr so doll springen und es etwas ruhiger angehen lassen", sagt die Zunftmeisterin. Da die Kappelgeister Männern vorbehalten sind, sollte eine neue Figur her – und die wurde im Linde-Wieble gefunden. Diese laufen seither ebenfalls bei den Umzügen mit –­ aber eine Spur gemächlicher als die Pfrieme-Stumpe.

Der frühere Zunftmeister Udo Reinke und dessen Vorstandsteam waren quasi die Geburtshelfer des "modernen" Linde-Wiebles. Samuel Kammerer aus Nußbach gestaltete und schnitzte die Masken, die von Evelina Iacubino bemalt wurden.

Die Farbgestaltung des Häs wurde eng an die Pfrieme-Stumpe angelehnt mit einem grünen Schurz und Kopftuch. Mittlerweile umfasst die Gruppe 35 Personen, die ein willkommener Farbtupfer der Tennenbronner Fasnet sind – und am Samstag im Mittelpunkt stehen werden.

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