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Schramberg Magische Momente

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Claudia Seeber am Klavier und Petra Wolff an der Violine spielen in der Alten St. Laurentius-Kirche. Foto: Anton Foto: Schwarzwälder Bote

Der Start des Förderkreises Alte St. Laurentiuskirche in die neue Konzertsaison mit dem Duo Petra Wolff, Violine, und Claudia Seeber, Klavier, ist ein großer Erfolg gewesen.

Schramberg-Sulgen. Namens des Vorstands begrüßte Josef Doedt 140 Besucher. Die Interpretinnen, die nach eigener Angabe "durch die gemeinsame Begeisterung für magische Momente beim Musizieren" verbunden sind, waren keine Unbekannten. Claudia Seeber unterrichtet am Schramberger Gymnasium Musik, Englisch und Psychologie. Petra Wolff ist als freiberufliche Orchestermusikerin mit besonderem Interesse an der historischen Aufführungspraxis gefragt. Sie unterrichtet an der Jugendmusikschule St. Georgen-Furtwangen.

Das sorgfältig ausgewählte Programm enthielt Werke aus Klassik und Romantik. Den Rahmen bildeten zwei Sonaten in der hellen Tonart A-Dur von Mozart und Brahms. Eingebettet waren zauberhafte Werke aus Impressionismus und Romantik.

Die Sonate A-Dur KV 305 wurde mit einem Allegro di molto in straffem Duktus eröffnet, der bald in jubelnde Klänge überging. Die weichen Klavierläufe wurden von der Geige aufgenommen und zum Leuchten gebracht. Die Zuhörer spürten: Hier waren zwei Meisterinnen am Werk. Der Ausdruck wechselte im Moll-Teil, wo der Geigenton weich wurde, doch bald kehrte die Lebensfreude im voranstürmenden Dur zurück. Anmutige Figuren krönten die Klavierstimme beim Andante grazioso. Ob weich und gefühlvoll oder mit rasantem Schwung – stets vereinigten sich die Saiten- und Tastenklänge zu schöner Mehrstimmigkeit. Die gesangliche Melodik der Violine wurde mit hüpfenden Akkorden oder lockeren Arpeggien begleitet. Einen gänzlich anderen Charakter hatte die Moll-Variation, bei der die Klavierstimme kräftig gegen die melancholische Geigenstimme anklopfte. Mit frohgemutem Ausdruck bei der letzten Variation beendeten die Musikerinnen die Sonate.

Eigenes Erleben des Komponisten bildete, wie Claudia Seeber erläuterte, den Hintergrund bei dem der Geliebten gewidmeten Stück "La fille aux cheveux de lin" (Das Mädchen mit den flachsfarbenen Haaren) von Claude Debussy, das die Worte eines Liebesgedichts in Töne fasste. Zärtlich zum Dahinschmelzen begann die Geige, untermalt mit weichen aufgelösten Klavierakkorden. Eine überaus süße Melodie verband sich mit schönen Klavierharmonien, wurde einem Höhepunkt zugeführt und klang im Piano mit zarten Arpeggien aus.

Voller Leidenschaft setzten die Musikerinnen beim "Romantischen Stück" von Dvorák ein. Heißblütige Passagen erinnerten an Zigeunermusik. Der Rhythmus war so mitreißend, dass er den Zuhörern in die Beine fuhr.

Die Liebe, nämlich zur Sängerin Hermine Spies, hatte bei der Komposition der Sonate A-Dur op 100 auch Johannes Brahms beflügelt, wie Petra Wolff erläuterte. Von Anfang an waren Emotion und Leidenschaft zu spüren. Auch beim Klavier herrschte mit hüpfendem Rhythmus starke Bewegung. Der Moll-Teil enthielt weiche Klaviertakte, von der Geige mit zartem Ausdruck erfüllt. Erneut ging das Klavier mit fulminanten Akkorden voran und verlieh der Violine Flügel, die mit großen Tonsprüngen folgte. Mit ruhigen Sequenzen begann der zweite Satz, der sogleich in ein temperamentvolles Vivace überging und danach zum Andante mit gemütvollem Ausdruck zurückkehrte. Feine Nuancen veränderten die Dynamik, ein plötzlicher Rhythmuswechsel führte zu einem tänzerischen Charakter, der vom Klavier mit stürmischen Akkorden, von der Geige mit Pizzikato zum Ausdruck gebracht wurde. Zum Abschluss erfolgte eine Steigerung mit herrlichen Doppelgriffen und hohen Lagen. Beim Allegretto grazioso traten zur sonoren Melodik der Geige kraftvolle Klavierarpeggien.

Der große Applaus der begeisterten Zuhörer wurde mit zwei Zugaben belohnt. Im zweiten "Romantischen Stück" legten die Interpretinnen alles Gefühl hinein. Äußerst effektvoll war der "Marsch" von Fritz Kreisler, ein Gipfel der Expressivität mit aufjauchzender Geige und rasanter Klavierbegleitung.

Doedt blieb nur der Dank mit Blumen für diese "beeindruckende Vorstellung", bei der die Zuhörer im wahrsten Sinne des Wortes verzaubert wurden. So wurde das Konzert ein echtes Muttertagsgeschenk.

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