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Schramberg Ladendieb muss ins Gefängnis

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Das Gericht verhängte eine Strafe von neun Monaten ohne Bewährung. (Symbolbild) Foto: dpa

Schramberg - Eine Freiheitsstrafe von neun Monaten ohne Bewährung für einen Ladendiebstahl. Das erscheint auf den ersten Blick viel angesichts des Diebesguts im Wert von knapp 200 Euro. Der 35-jährige Angeklagte hatte allerdings keine weiße Weste.

Gleich zu Beginn der Verhandlung vor dem Amtsgericht in Oberndorf zeigte der aus Georgien stammende Mann Reue und legte ein umfassendes Geständnis ab – eine Dolmetscherin übersetzte. Im Mai 2019 hat er in einem Schramberger Supermarkt mehrere Artikel in einen Rucksack gesteckt, an der Kasse aber lediglich eine Flasche Saft bezahlt. Der 35-Jährige, der im Karlsruher Raum wohnt, habe sich während seines "Einkaufs" auffällig verhalten, erzählt ein im Laden tätiger Detektiv, der als Zeuge auftrat. "Er hat sich beim Rausnehmen der Artikel immer wieder umgeschaut." Zudem sei der Angeklagte nicht alleine gewesen: Ein weiterer Täter habe ihm Waren zugesteckt.

Schläge ins Gesicht

Beide hätten sich "extrem lang" im Einkaufhaus aufgehalten. Nach einiger Zeit sei der Komplize verschwunden, der Angeklagte habe sich zur Kasse begeben. Dort wurde er vom Detektiv abgefangen, der ihn unter Aufsicht eines weiteren Angestellten alleine ließ, um nach dem zweiten Täter zu fahnden. "Dann ging alles sehr schnell", meint der Zeuge. Der Komplize des Angeklagten habe ihn, als er ihn antraf, mit mehren Schlägen ins Gesicht kurzzeitig außer Gefecht gesetzt. Den dadurch entstandenen Tumult nutzten beide Täter zur Flucht.

Eine Polizeistreife, die über den Ladendiebstahl informiert worden war, habe den Angeklagten circa 300 Meter vom Kaufhaus entfernt aufgegriffen. Dabei stellten sie ein Taschenmesser sicher, das der 35-Jährige griffbereit in der Hosentasche mit sich führte, sagte ein Beamter aus. Der zweite Beschuldigte konnte nicht gefasst werden.

Den Rucksack mit dem Diebesgut hatte der Angeklagte zuvor auf dem Parkplatz des Lebensmittelladens vor das Auto einer Mitarbeiterin, die zu dem Zeitpunkt im Wagen saß, geworfen. Die Artikel waren unbeschädigt und meist noch original verpackt.

Trotz Geständnis und "nicht exorbitantem" Schaden für das Kaufhaus plädierte die Staatsanwältin aufgrund der Vorstrafen für eine neunmonatige Haftstrafe. Der Angeklagte solle zudem die Kosten für das Verfahren übernehmen. Er habe sich in der Vergangenheit bereits Diebstähle zu Schulden kommen lassen und Widerstand gegen Polizeibeamte geleistet. Zuletzt war er wegen schwerer Körperverletzung zu einer sechsmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden.

Dieses Urteil habe er sich aber nicht allzu sehr zu Herzen genommen, wie die erneute Straftat zeige: "Die Tinte war noch nicht trocken", kommentierte die Staatsanwältin die hohe Rückfallgeschwindigkeit des Angeklagten. Eine weitere Bewährung würde keine Wirkung zeigen, schloss sie ihr Plädoyer.

Der Verteidiger betonte, dass der 35-Jährige seine Tat bereue und keine Ausrede gesucht habe. Bei seinem letzten Ladendiebstahl habe er sich nicht vor Gericht verantworten müssen. Die jetzige Verhandlung habe ihn beeindruckt,war sich der Verteidiger sicher. Außerdem müsse er sich häufig um seine einjährige Tochter kümmern. Der Verteidiger schlug vor, die Strafe letztmalig zur Bewährung auszusetzen.

Letzte Chance verspielt

Mit seinem Urteil schloss sich der Richter der Staatsanwältin an. Er hielt es nicht für vertretbar, dem Angeklagten eine weitere Chance zu geben. Das Geständnis habe sich strafmildernd ausgewirkt. Ansonsten hätten den 35-Jährigen eine einjährige Haftstrafe erwartet. Gegen das Urteil könne der Verurteilte nun Revision einlegen, schloss der Richter.

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